Ihr Ladenlokal an der Dürener Straße ist weiterhin für die Stammkundschaft geöffnet, aber die Produktionsstätte der Rösterei hat nun ein neues und großes Zuhause gefunden. Eine riesige Rösttrommel, eine Maschine, die fertig geröstete Sorten zu unterschiedlichen Geschmacksrichtungen mischt, und eine Packmaschine stehen in der Halle, die hinter dem Ladenlokal liegt. Im Verkaufsbereich ist ein großes lichtes Café entstanden. Helle Holztische, Stühle und Bänke stehen in einem vier Meter hohen Raum, zwischen Sichtbetonwänden, bodentiefen Fenstern, vor der großen Holztheke und einem bunten Wandbild. Der Geißbock ist darauf zu sehen mit einer Tasse Kaffee und vor dem Dom.

Das neue Heim der Kölner Kaffeemanufaktur liegt an der Zusestraße in Lövenich.
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Georg Hempsch erzählt Besuchern und Besucherinnen gerne die passende Geschichte dazu, die kölsche Version der Legende: Ein Ziegenbock, der aus Kölner Sicht natürlich der Geißbock war, hat den Kaffee entdeckt: Im 9. Jahrhundert war der Hirtenjunge Kaldi mit einer Ziegenherde unterwegs. Ein Tier knabberte an den Früchten einer Kaffeepflanze und sprang danach voller Tatendrang umher. Kaldi probierte sie selbst und bemerkte die belebende Wirkung. Er erzählte in einem örtlichen Kloster davon und die Mönche merkten, dass ihnen der Aufguss beim langen Wachbleiben zum Gebet half. So eroberte das Heißgetränk schließlich die Welt. Kein Wunder also, dass der Geißbock in dem neuen Heim der Kölner Kaffeemanufaktur einen Ehrenplatz erhalten hat.
Der Platz an der Dürener Straße in Lindenthal wurde zu knapp
Hempsch und seine Frau Meike sind Kaffeespezialisten. Beide haben eine Ausbildung als Sommelier beziehungsweise Sommelière, absolviert. Sie ist zudem Barista, er Röster. Vor elf Jahren haben sie an der Dürener Straße ihre eigene Rösterei gegründet und verkaufen seitdem ihre eigenen Kaffeesorten, die auch im Ladenlokal aufgebrüht und angeboten werden. Dort stand die Rösttrommel im hinteren Bereich des Cafés – und der Platz wurde über die Jahre zu eng. Sie hätten eine dauerhafte größere Bleibe für die Rösterei gesucht, schildert Hempsch.

Das Sortiment der Kölner Kaffeemanufaktur umfasst 19 Kaffee- und Espressosorten.
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Zugleich sei es aufwendig, eine Rösterei einzurichten. Dafür muss eine Nutzungsänderung beantragt und genehmigt werden, es muss genug Platz da sein für die großen Maschinen. So sei dem Paar klar geworden, dass sie entweder ein Gebäude kaufen oder selbst bauen müssen. Sie entschieden sich für Letzteres im Gewerbegebiet Lövenich. Dort ist nun viel Platz für die Kaffeesäcke, die im Produktionsraum lagern, der passende Ort für die Anlieferung und Belieferung der Supermärkte durch Lkw.
Die Kaffeebohnen kommen aus unterschiedlichen Ländern. „Wir verwenden nur die allerbesten Rohstoffe“, betont Hempsch. Der Geschmack der Bohnen unterscheide sich nach ihrem Herkunftsland. Der Kaffee aus Brasilien schmeckt eher nach Milchschokolade und Haselnuss, der aus Kolumbien nach dunkler Schokolade und Früchten und der aus Äthiopien nach Zitrusfrüchten, Bergamotte und schwarzem Tee. Die Sorte „Arabica“ sei eher eleganter, „Robusta“ etwas derber.
Einen weiteren Unterschied mache die Art der Verarbeitung: Wenn die Kaffeekirschen zunächst getrocknet und dann das Fruchtfleisch maschinell von den Bohnen entfernt würde, bliebe ein wenig daran hängen. Der Geschmack sei süßer, von vollem Körper, mit fruchtigen Noten und geringerer Säure. Würde das Fruchtfleisch hingegen erst mit viel Wasser entfernt und die Bohnen dann getrocknet, sei der Kaffee schlanker, spritziger mit heller Säure sowie feinen Zitrus- oder Blütennoten.
So hat die Kölner Kaffeemanufaktur 19 verschiedene Kaffeesorten im Angebot, beispielsweise auch einen Geißbock-Kaffee. Sie können im Lokal aber auch von Firmen für ihre eigene Versorgung oder bei Schulungen im Veranstaltungsraum im ersten Stock probiert werden. Im Café gibt es dazu Kuchen und Gebäck. Auch viel passendes Zubehör für das Kaffeekochen zuhause steht zum Kauf bereit. Die Espresso- und Kaffeegetränke im Café kosten zwischen 2,50 EUR und 4,10 Euro, Gebäck und Kuchen zwischen 2,40 und 3.90 Euro, Kaffee und Espresso im 250g-Beutel zwischen 9,90 und 10.40 Euro, im Kilo-Beutel zwischen 33,90 und 35,90 Euro,
Kölner Kaffeemanufaktur, Zusestraße 42, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 8 bis 19 Uhr, Samstag: 8 bis 16 Uhr.

