Jeden ersten Samstag im Monat versammeln sich Anwohner auf dem Wupperplatz in Köln-Höhenhaus, um in einen politischen Dialog zu kommen.
Einladung zu offenen GesprächenBürger in Dünnwald und Höhenhaus wollen Demokratie stärken

Bürgerinnen und Bürger in Dünnwald und Höhenhaus wollen die Demokratie stärken. Ins Leben gerufen hat die Aktion Rebecca Maier (3. von links).
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Es gehe vor allem darum, aus der Ohnmacht herauszukommen und aus Dialogen Energie zu ziehen, ist Rebecca Maier überzeugt. „Wir wollen ein Zeichen für Demokratie setzen, Gesicht zeigen und ins Gespräch kommen.“ Mitte Mai fand auf Maiers Initiative zum ersten Mal eine Versammlung auf dem Wupperplatz in Köln-Höhenhaus statt, zu der alle Menschen eingeladen waren, sich über politische Themen auszutauschen. Anfang Juni folgte die zweite Versammlung und ab dem 4. Juli findet sie einmal im Monat regelmäßig am ersten Samstag im Monat um 11 Uhr statt.
Ausschlaggebend für die Aktion sei gewesen, dass Anfang Mai AfD-Mitglieder mit einem Informationsstand auf dem Wupperplatz standen und mit vielen Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kamen. „Das hat mich stark beschäftigt“, erklärt Maier. „Wir wissen, dass es Wähler gibt, aber in dem Moment ist mir klar geworden, dass das Thema viel näher ist als gedacht.“ Maier hatte direkt den Impuls, etwas zu tun.

Jeden ersten Samstag im Monat versammeln sich Anwohner auf dem Wupperplatz in Köln-Höhenhaus, um in einen politischen Dialog zu kommen.
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Höhenhauser Wupperplatz: Anwohnende laden zum politischen Austausch ein
„Für mich war klar, dass es ein überparteiliches Thema ist“, sagt Rebecca Maier deutlich. Also ging sie auf die Ortsverbände aller demokratischen Parteien zu, aber auch auf Einzelpersonen in Höhenhaus und Dünnwald. Recht schnell fand sich eine Gruppe zusammen. Mittlerweile ist so die Initiative „Platz für Demokratie“ entstanden.
„Wir sind teils politische Vertreterinnen und Vertreter von verschiedenen Parteien, aber wir sind vor allem Bürgerinnen und Bürger aus Dünnwald und Höhenhaus, die zusammen für Demokratie einstehen“, sagt Brigitte Fest von der Bezirksvertretungsfraktion der SPD und dem Dünnwalder Bürgerverein.
Die Aktion soll klar eine Wehrhaftigkeit und Resilienz gegenüber Ausgrenzung und antidemokratischer Hetze zeigen, aber was als Aktion gegen etwas anfing, ist nun ganz bewusst eine Initiative für etwas geworden. Für demokratisches Miteinander, für Austausch und für frische Impulse.

Mit Plakaten die Demokratie stärken.
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Köln: Dünnwalderin startet Initiative „Platz für Demokratie“
„Es sollen sich alle eingeladen fühlen, auch und vor allem Menschen, die AfD-affin sind“, sagt Connie von Pidoll vom Team Grüne Dünnwald, Höhenhaus. „Es geht nicht darum, mit dem erhobenen Finger zu lehren, sondern gemeinsam darüber zu reden, was uns in den Veedeln und darüber hinaus beschäftigt.“
Gut 70 Menschen kamen zur ersten Aktion zusammen und diskutierten. „Viele waren froh, etwas gegen den Rechtsdruck im Kleinen tun zu können“, sagt Rebecca Maier, „und dass die demokratischen Parteien nicht gegeneinander, sondern miteinander standen.“
So auch Aron Rahman, der als Interessierter zur Versammlung gekommen ist und sich nun mit engagiert. Seit Jahren beobachte er eine Bewegung, die in alle Richtungen versuche zu spalten. Dazu brauche es eine Gegenbewegung, die Menschen zusammenbringt. „Ich bin überzeugt, dass man, wenn man sich kennenlernt, immer Gemeinsamkeiten findet und sich dann gar nicht mehr voneinander abgrenzen will“, sagt Rahman.
Dünnwalder und Höhenhauser wollen AfD etwas entgegensetzen
Die Hoffnung sei langfristig, mit der Aktion so viele verschiedene Menschen wie möglich, so niedrigschwellig wie möglich, zu erreichen. Wie das Format zukünftig aussehen und inwiefern es noch wachsen kann, sei deshalb komplett offen. „Wenn man sich kennt, kann man sich resilienter aufstellen“, ist Maier überzeugt, „ich hoffe deshalb, dass wir durch die Aktion eine Art Netzwerk erschaffen können, um auf kürzeren Wegen etwas zu veränder.“
Maier ist deshalb unter anderem auch in Kontakt mit Gerrit Mays von der Sozialraumkoordination Höhenhaus/Dünnwald. „Ich begrüße alle Formate, die Begegnung, Austausch und demokratische Teilhabe fördern“, sagt Mays. „Entscheidend ist für mich, ob dabei auch die Menschen erreicht werden, deren Stimmen in öffentlichen Debatten oft weniger gehört werden.“
Die Initiative könne sich vorstellen, dass Format auch an anderen Orten in den Stadtteilen umzusetzen, an denen andere Menschen erreicht werden können. „Wir sind für alles offen“, sagt Rebecca Maier, „erst einmal einfach weitermachen, ist die Devise.“
