Nicht nur in Köln erreicht der Rhein erneut einen historischen Tiefstand. Und es geht noch weiter nach unten, wenn die Prognose eintritt.
„Man kann es kaum glauben“Negativrekord jagt Negativrekord – und der Kölner Rheinpegel fällt weiter
Der bereits historisch niedrige Wasserstand des Rheins geht in Nordrhein-Westfalen noch weiter deutlich zurück. In Köln ist in der Nacht auf Mittwoch (12. August) erneut ein historischer Tiefstwert gemessen worden, wie aus Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein hervorgeht.
Nach der Prognose werden die Pegelstände in Köln, Düsseldorf, Emmerich und Duisburg-Ruhrort bis Freitagabend noch deutlich gegenüber den aktuellen Werten zurückgehen.
„Man kann es kaum glauben, was man da sieht“
„Man kann es kaum glauben, was man da sieht“, sagt Moritz Axt, Sprecher des Amtes. In der kommenden Woche sei ein leichter Anstieg der Pegelstände zu erwarten. „Das stellt noch keine Entspannung dar.“ Die Wasserstände des Rheins in NRW blieben weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau, erklärt er.
Der Pegel ist die aktuelle Höhe des Wasserspiegels des Rheins, gemessen an einem festgelegten Referenzpunkt (Pegelnullpunkt). Die Pegelnullpunkte an verschiedenen Messstellen am Rhein sind historisch gewachsen. Sie wurden an verschiedenen Zeiten und Orten festgelegt, ohne dass es ein einheitliches System gab.
Pegel Köln
Der erst am Dienstag (11. August) gemessene historische Tiefststand von 56 Zentimetern wurde im Laufe der Nacht bereits erneut unterboten. Um 2.30 Uhr in der Nacht sank der Pegel in Köln auf 54 Zentimeter ab – ein neuer Negativrekord. Für den Freitag werden der Prognose zufolge 53 Zentimeter erwartet. Am Sonntag könnte der Pegel gemäß der Abschätzung dann auf 51 Zentimeter absinken. Die Fahrrinne ist wesentlich tiefer als der jeweilige Pegelstand am Ufer. In Köln etwa sind es beispielsweise 1,11 Meter mehr. Schiffe können weiterfahren, allerdings nur mit wenig Fracht.

Ein Boot liegt in einem wegen des niedrigen Wasserstands im Rhein trocken gefallenen Hafenbecken in Düsseldorf. Die Pegelstände am Rhein bewegen sich weiterhin auf historisch niedrigem Niveau.
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Pegel Düsseldorf
Der historische Tiefstand beträgt 10 Zentimeter vom 7. August – und ist am Mittwoch deutlich unterschritten worden. Um 11 Uhr lag der Pegelstand in Düsseldorf nur noch bei 6 Zentimetern. Für den späten Freitagabend werden hier 2 Zentimeter erwartet. Die Pegelstände des Rheins der verschiedenen Messstationen sind nicht direkt miteinander vergleichbar, da es keinen einheitlichen Nullpunkt für alle gibt.
Pegel Duisburg-Ruhrort
Der Negativrekord von 140 Zentimetern vom 8. August ist am Mittwoch deutlich unterboten worden. Am Vormittag wurden 137 Zentimeter als Pegelstand verzeichnet. Laut der Prognose geht der Wasserstand an dieser Messstation bis Freitagabend auf 131 und Samstag auf 130 Zentimeter zurück.

Ein Lkw passiert die Rheinbrücke der Autobahn A48 bei Bendorf in Rheinland-Pfalz. Wasser fließt hier nur noch wenig.
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Pegel Emmerich
In Emmerich bewegt sich der Pegelstand bereits seit Tagen im negativen Bereich und der Schwimmer des Pegels liegt trocken – eine Sonde liefert die Daten. Am Mittwochmittag waren es minus elf Zentimeter. Für Freitag werden an dieser Messstation kurz vor der niederländischen Grenze dann minus 18 Zentimeter erwartet.
Alte historische Tiefstände
An den Pegeln Köln, Düsseldorf und Duisburg-Ruhrort stammen die alten historischen Tiefstwerte vor der Trockenheit in diesem Sommer vom 23. Oktober 2018. Sollte die aktuelle Prognose bis Freitagabend eintreffen, würden diese alten Tiefstwerte von 2018 um mehr als 20 Zentimeter unterschritten.
Am Pegel Emmerich stammt der alte in der Übersicht ebenfalls noch ausgewiesene niedrigste bekannte Wasserstand vom 18. August 2022. Hier könnte ein Negativrekord eintreten, der 17 Zentimeter darunter liegt. (das/dpa)

