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SanierungErich-Kästner-Gymnasium erhält Interimsräume und Modulbau

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Blick auf den Eingang des Erich-Kästner-Gymnasiums, vor dem sich Schülerinnen und Schüler aufhalten.

Blick auf den Eingang des Erich-Kästner-Gymnasiums: Die Schule erhält für ein Jahr das frühere Montessori-Gebäude in Riehl sowie ab 2027 einen Modulbau auf dem Schulhof.

Ab Sommer nutzt das Niehler Gymnasium für ein Jahr das Riehler Quartier der Montessori-Grundschule, später folgt ein Modulbau.

„Der erste Schritt ist getan, aber es darf nicht dabei bleiben“, resümiert Bohdan Zemek, Schulleiter des Erich-Kästner-Gymnasiums (EKG), die Entscheidung der städtischen Gremien, der Schule einen Modulbau mit zusätzlichen Raumkapazitäten zu geben. Dieser wird ab dem Schuljahr 2027/28 für vier Jahre angemietet und zwei Klassenräume, drei Mehrzweckräume sowie zwei Physikräume plus gemeinsamen Vorbereitungs- und Sammlungsraum für das naturwissenschaftliche Fach bieten.

Der zweigeschossige Containerbau wird auf dem Schulhof des Gymnasiums an der Castroper Straße 7 platziert. Nach den diversen Fachausschüssen und der Bezirksvertretung Nippes stimmte auf seiner Sitzung am Dienstag auch der Rat für das temporäre Erweiterungsprojekt. Die Kosten des Modulbaus betragen, inklusive Miete, Erschließung, Baunebenkosten und einem 7,5-prozentigen Risikopuffer, rund 2,8 Millionen Euro. 

Interim in Riehl und Modulbau für marodes EKG

Die neuen Klassenräume sollen ab 2027/28 den zusätzlichen Platzbedarf der Schule infolge der Rückkehr zum G9-System decken, damit die Schule ihre Dreizügigkeit – drei Parallelklassen pro Jahrgang – behalten kann. Bereits ab dem kommenden Schuljahr kann das EKG für ein Jahr das leer stehende ehemalige Montessori-Schulgebäude an der Stammheimer Straße 101 in Riehl nutzen. Die Montessori-Grundschule war im Sommer 2025 in ihren Neubau an der Friedrich-Karl-Straße 64 in Weidenpesch gezogen, wo sich bis 2012 das Nippeser Hallenbad befand.

„Für uns ist es gut und lebenswichtig, dass wir das Interim in Riehl und anschließend den Modulbau bekommen – aber es löst das grundsätzliche Problem mit unseren Räumlichkeiten nicht“, merkt Zemek an. Das 1966 eröffnete Schulgebäude gilt als marode und zeigt immer mehr Alterserscheinungen: In den vergangenen Jahren häuften sich in immer kürzeren Abständen die Wasserschäden und Rohrbrüche, die Probleme mit der Heizungsanlage, mit defekten Notausgängen und der Turnhalle, in der aufgrund ihres gegenwärtigen Zustands kein lehrplankonformer Sportunterricht mehr möglich sei. Im vergangenen April gab es einen Wasserschaden im Kunstraum, der jenen flutete und komplett unbenutzbar machte.

Hoffen auf Generalsanierung oder neues Schulgebäude

Umso mehr drängt die Schule auf eine langfristige, nachhaltige Lösung für ihre Raumprobleme; der grundsätzliche Sanierungsbedarf des EKG-Gebäudes ist bereits seit 2010 festgestellt. Innerhalb der Verwaltung kursieren zwei mögliche Modelle: ein Komplettneubau des Gymnasiums an neuem Ort, womit die derzeitigen Räume an der Castroper Straße sozusagen zum Interim während der Bauzeit würden. Alternativ, vergleichbar mit der Sanierung des Dreikönigs-Gymnasiums (DKG) in Bilderstöckchen, der Auszug in ein externes Interimsquartier verbunden mit einer Generalsanierung oder einem Neubau der Schule an ihrer aktuellen Adresse. Welche dieser zwei Varianten zum Tragen kommt, ist noch völlig offen – ebenso wie der Ort des Interims beziehungsweise Neubaus.

„Nach wie vor ist unsere Schule ein fester Bestandteil im Veedel“, betont der Schulleiter. Man verzeichnet herausragende Leistungen bei Wettbewerben und hat eine engagierte Schüler-, Lehrer- und Elternschaft sowie ein hervorragendes Schulklima, das Vielfalt lebt und respektiert. „Das alles muss erhalten bleiben.“