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Urne mit DomKölnerin umhüllt Aschebehälter mit Filz- oder Papierkokon

Kölner lieben ihre Stadt bis über den Tod hinaus, hat die Gestalterin Anja Büscher gelernt, seit sie Urnen mit Filzmänteln und Dom-Motiven von Gnoss ausstattet.

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Eine Frau im weißen T-Shirt sitzt an einem Tisch, vor ihr steht eine Urne im Filzmantel.

Anja Büscher macht Urnen mit Filz-Dom.

Wenn von Kölner Traditionsgeschäften die Rede ist, fällt häufig der Name Filz Gnoss. Aber wahrscheinlich gibt es unter all den Menschen, die dort einkaufen, kaum jemanden, der glücklicher ist über dieses Spezial-Sortiment, als Anja Büscher. „Gefühlt kenn' ich die schon immer“, sagt die Frau, die sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit im pädagogischen Bereich seit Langem mit Kunst, Design und Gestaltung beschäftigt und aus unterschiedlichsten Materialien – wie etwa Segeltuch – Gebrauchsgegenstände wie Taschen oder Tischläufer herstellt.

Vor rund zehn Jahren, als sie noch im Bergischen wohnte, wurde ein Bestatter auf ihre Arbeiten aufmerksam und fragte, ob sie sich auch die Gestaltung einer Urne vorstellen könne? „Ich fand das Thema auf jeden Fall interessant“, sagt Büscher, zumal das ein Bereich sei, zu dem jeder irgendwann einen persönlichen Zugang habe. Also wagte sie sich auf dieses ihr bisher fremde Terrain und merkte dabei, dass es „auch im Zusammenhang mit Tod und Bestattung immer mehr um Gestaltung und Nachhaltigkeit geht“.

Verschiedene Filzformen liegen auf einem Tisch, daneben Schere und Lineal.

Anja Büscher macht Urnen mit Filz-Dom. Der Filz stammt von Kölner Traditionsgeschäft Gnoss.

Büscher konzentrierte sich von Anfang an auf zwei unterschiedliche Materialien, die die schmucklose Aschenkapsel praktisch als Überurne umgeben: Filz und Papier. Letzteres war naheliegend, weil sie im Zuge ihres kreativen Schaffens auch Origami gelernt hatte und die traditionelle japanische Kunst des Papierfaltens inzwischen meisterhaft beherrscht. Ihre „Kansha“ (Dankbarkeit) genannte Papierurne wirkt wie eine Skulptur und gefällt insbesondere Menschen, die sich für die letzte Umhüllung eines geliebten Menschen etwas Elegant-Kunstvolles vorstellen.

Büschers Urnen bekommen einen Filz-Kokon

Mit Filz hingegen verbindet man eher etwas Wärmendes; diese Assoziation spielt, wie Anja Büscher inzwischen oft erfahren hat, bei einem Trauerfall eine große Rolle. Was ihr allerdings erst bewusst wurde, seitdem sie aus dem Bergischen zurück nach Köln gezogen ist: „Die Liebe der Kölner und Kölnerinnen zu ihrer Heimatstadt geht buchstäblich über den Tod hinaus.“ Es war eigentlich nur eine Kleinigkeit, die ihren aus Filzstreifen in fast meditativer Handarbeit gefertigten Gehäusen bisher gefehlt hatte: Das Stadt-Symbol, das den „Kokon“, wie Büscher diese Urne genannt hat, zu einer unverwechselbar kölschen Urne macht.

Ihr erster Versuch, den Dom eigenhändig aufzusticken, erwies sich angesichts des dicken Materials als wenig praktikabel. Also begab sie sich erneut in ihr Lieblingsgeschäft auf der Apostelnstraße, um in Erfahrung zu bringen, „ob die auch ein Dömchen haben“. Sie hatten. Und das gleich in mehreren Ausführungen und verschiedensten Farben. Neben dem Dom deckte sie sich mit anderen Applikationen ein, die die Urne auch äußerlich zu einem ganz persönlichen Gegenstand machen.

Sowohl die Papier- als auch die Filz-Urne haben eine Friedwald-Zertifizierung, was wichtig ist, „weil der Trend für die letzte Ruhestätte immer mehr Richtung Wald geht“, erklärt Büscher. Und gerade da herrschten sehr strenge Vorschriften, was Größe und Material betreffe. Rechtzeitig zu den stillen Tagen Anfang November sind die kölschen Kokons offiziell erhältlich. Man kann sie auf Büschers Website oder über die Kölner Bestattungshäuser bestellen.

www.atelier-büscher.de