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Eintritt in die KathedraleDombau-Verein will mehr Geld von seinen Mitgliedern

Seit der Dom Eintritt kostet, sind die Mitgliederzahlen beim Zentral- Dombau-Verein explodiert. Der Grund ist simpel.

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Blick über die Domplatte

Besucher auf der Domplatte

Eine beispiellose Erfolgsmeldung verbindet Barbara Schock-Werner, die Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins (ZDV), mit einer dringenden „persönlichen Bitte“ an alle Mitglieder. In ihrem Herbstbrief ruft sie dazu auf, den Jahresbeitrag freiwillig auf mindestens 50 Euro zu erhöhen. Die Vereinsmitgliedschaft kostet derzeit 30 Euro als Mindestbeitrag. Der Grund fürSchock-Werners Vorstoß erscheint zunächst als paradox: Es ist der Rekord von inzwischen 31.000 Mitgliedern. Dem zweitgrößten Verein Kölns gehören damit rund ein Drittel mehr Menschen an als noch vor einem Jahr. Nur eine einzige andere Institution ist in puncto Mitgliedschaft noch größer: der FC.

Der Grund für Schock-Werners Vorstoß erscheint zunächst als paradox: Es ist der Rekord von inzwischen 31.000 Mitgliedern. Dem zweitgrößten Verein Kölns gehören damit rund ein Drittel mehr Menschen an als noch vor einem Jahr. Nur eine einzige andere Institution ist in puncto Mitgliedschaft noch größer: der FC.

Freier Eintritt in den Dom für ZDV-Mitglieder

Von einem „Grund zum Jubeln“ spricht Schock-Werner auf Anfrage. In ihrem Brief führt sie den Ansturm in erster Linie auf die Einführung der „touristischen Besichtigungsgebühr“ in Höhe von 12 Euro zurück, die das Domkapitel seit Juli von Besuchern des Doms verlangt. ZDV-Mitglieder kommen nach wie vor ohne Eintrittsgeld in die Kathedrale – und das soll auch so bleiben.

Für Dezember stellt Schock-Werner einen neuen Mitgliedsausweis in Aussicht, „der den direkten kostenlosen Zugang in den Dom, die Schatzkammer und den Südturm ermöglicht“. Zur Einführung des Eintrittsgeld hatten sowohl Dompropst Guido Assmann als auch Schock-Werner selbst damit argumentiert, dass Liebhaberinnen und Liebhaber des Doms ihrer Unterstützung für den Bauerhalt auch durch eine ZDV-Mitgliedschaft Ausdruck verleihen – und sich zugleich die Besichtigungsgebühr sparen können. Beim Mindestbeitrag von 20 Euro für die ZDV-Mitgliedschaft eine ausgesprochen günstige „Flatrate“.

Durchschnittsbeitrag „driftet nach unten“

Doch für den ZDV wächst sie sich inzwischen zum Problem aus. „Aus unserer sowohl ehrenvollen wie leidenschaftlichen und vor allem existenziell notwendigen Aufgabe baulicher Erhalt des Kölner Doms wurde ein Ticketshop für Eintrittskarten“, schreibt Schock-Werner. Diese Erkenntnis habe die Vereinsführung „tief ins Mark“ getroffen. Obwohl unter den Neumitgliedern viele (Ehe-)Partner seien, die zuvor im Stillen das Engagements des anderen mitgetragen hätten und jetzt „mit Namen“ – und eigener Zahlung an den ZDV – dabei seien, „driftet unser Durchschnittsbeitrag pro Mitglied deutlich nach unten“, so Schock-Werner weiter.

Im Gespräch mit dieser Redaktion schlüsselt sie das näher auf: Die meisten Neumitglieder zahlten derzeit nur die besagten 20 Euro. Vor Einführung des Domeintritts seien es weniger als ein Fünftel gewesen. „Alle anderen haben freiwillig mehr gegeben.“ Darauf zielt jetzt Schock-Werners Appell an alle Mitglieder. „Unsere Wunschvorstellung liegt bei einem Jahresbeitrag ab 50 Euro aufwärts.“ Andernfalls, so die ZDV-Präsidentin, „sind wir unterfinanziert“. Sie verweist auf gestiegene Personalkosten für die Mitgliederverwaltung und betont, dass Sinn und Zweck des ZDV darin lägen, den Dom als Bauwerk zu erhalten.

Unsere Wunschvorstellung liegt bei einem Jahresbeitrag ab 50 Euro aufwärts.
Barbara Schock-Werner, Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins

60 Prozent des Geldes für die Dombauhütte kommen aus Zuweisungen des ZDV. Zuletzt waren das zwischen 4 und 4,5 Millionen Euro jährlich. „Für 2026 fließt aus der Schatulle des Domkapitels, das Hausherr des Doms ist, kein einziger Euro an die Dombauhütte“, sagt Schock-Werner. „Ich bin gespannt, wie das 2027 aussehen wird.“ Die Beiträge der Kirche für Bauerhalt (1,68 Millionen Euro) und laufenden Betrieb (1,2 Millionen) stammen aus Kirchensteuermitteln des Erzbistums Köln. Das Domkapitel ist ein eigener Rechtsträger, genau wie der Dom selbst, von dem es deshalb heißt, dass er „sich selbst gehört“.

Kurzfristige Änderungen am Eintrittspreis oder am System des Ticketing erwartet die ZDV-Präsidentin nicht. Es bleibe zunächst abzuwarten, was von den Einnahmen aus der Eintrittsgebühr nach Verrechnung mit Zusatzkosten für Kartenverkauf und -kontrolle am Ende für den Dom übrigbleibt. Das Domkapitel hat eine erste Bilanz nach dem Jahreswechsel angekündigt. Vehement wehrt sich die ZDV-Präsidentin gegen den Vorwurf, sie unterstelle Neumitgliedern ein Schnäppchendenken, bei dem es nur darum gehe, sich den Eintritt für den Dom zu sparen. „Wir freuen uns aufrichtig über alle Mitglieder!“, schreibt sie dazu in ihrem Brief. Aber: „Es wird unsere Aufgabe sein, Neumitglieder zu überzeugen, dass es um mehr geht als eine Flatrate für den Domeintritt“.

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