„Das Lädchen spricht mich komplett an“, lobt eine ältere Kundin, die gerade ihren Tageseinkauf inklusive Zeitung im Mini-Supermarkt auf dem Gelände der Sozialbetriebe Köln (SBK) erledigt hat. „Ich schätze die Bequemlichkeit und die kurzen Wege, und dass man sich bei Bedarf auch beliefern lassen kann.“ Das Sortiment sei sehr gut, und man bekomme einfach alles, was man braucht. Auch den Umgang und das Klima im Lädchen möge sie sehr.
„Die Beschäftigten werden sehr wertgeschätzt und leisten eine sinnvolle Arbeit. Die Seele spielt hier einfach mit – die Empathie, die Art des Umgangs.“ Auch auf die kleinen Eigenarten mancher älterer Kunden stelle sich das Team super ein. „Hier auf dem Areal zu verhungern oder zu verdursten, diese Gefahr besteht definitiv nicht.“
Großes Sortiment auf kleiner Fläche
Vor 20 Jahren hatten die SBK den Kaufmannsladen in eigene Trägerschaft übernommen, den bis zu ihrem Ruhestand die Inhaberfamilie Hanke geleitet hatte. „Unser Lädchen“ war so geboren. Er ist eine Außenstelle der SBK-Werkstatt für behinderte Menschen, die hier ihren Arbeitsplatz haben. Derzeit umfasst das Team um Leiterin Petra Nowack zehn Leute. „Im Lädchen wird Inklusion gelebt“, betont Göran Groth von den SBK‑Werkstätten.
„Die Einrichtung ist zugleich ein Bindeglied zwischen den einzelnen Pflegeeinrichtungen auf dem Areal, ein echter Treffpunkt und Tante-Emma-Laden.“ Da die Arbeit recht anspruchsvoll sei, bilde das Lädchen für Beschäftigte sogar ein mögliches Sprungbrett in den Ersten Arbeitsmarkt, wie Nowack ergänzt. „Der Kundenkontakt ist eine Win-Win-Situation für Beschäftigte und die Senioren.“

Seit 20 Jahren besteht „Unser Lädchen“ unter Trägerschaft der Sozialbetriebe Köln (SBK).
Copyright: Bernd Schöneck
Auf kleiner Fläche bietet das Lädchen, ganz in der Nähe der Hauptpforte an der Hertha-Kraus-Straße gelegen, eine ganze Menge: etwa Drogerie-, Haushalts- und Hygieneartikel, Milch, Kaffee, Kakao und Tee, Süßes und Knabbergebäck, Gemüse-, Fleisch- und Fischkonserven, Grundzutaten wie Mehl, Salz, Zucker, Essig, Öl, Fertiggerichte und Suppen sowie eine große Auswahl an Getränken. In einem Kühlschrank gibt es Molkereiprodukte, aus der Tiefkühlung Kuchen, Gemüse, Fisch und jede Menge Eis. Ein großes Frischeregal liefert Obst, Gemüse und Brot. An der Frischetheke gibt es verschiedene Wurst- und Käsesorten nach individuellem Bedarf, sowie Feinkostsalate, einige davon sogar selbst gemacht, wie der legendäre Nudelsalat, den gerade eine Mitarbeiterin zusammenschnippelt.
Lädchen übernimmt wichtige soziale Funktion
Vor kurzem wurde der Laden neu designt und modernisiert. Ganz neu ist ein Regal mit Deko-Artikeln aus Holz, Glas, Keramik und Beton, die aus den SBK-eigenen Werkstätten kommen. Zudem besteht, etwa für Blumen oder Weihnachtsgestecke, eine Kooperation mit der Gärtnerei. Ebenfalls recht frisch hinzugekommen ist eine Sitzgruppe mit Sonnenschirm vor dem Eingang, um die Kaffeespezialitäten aus dem neuen Automaten genießen zu können. „Wir planen außerdem, Kuchen und Selbstgebackenes ins Sortiment aufzunehmen“, so Groth. Seit drei Jahren kann man im Lädchen zudem mit EC-Karte zahlen, auch Kleinstbeträge.
Auch den beiden Beschäftigten Samir und Melissa, die gerade Waren ins Regal räumen, gefällt ihre Tätigkeit sehr; die Arbeit mache Spaß. Hierzu gehören auch Büroarbeiten wie Preiskontrollen und -vergleiche sowie die Suche nach Artikeln im Bestand, die sich dem Mindesthaltbarkeitsdatum annähern; auf diese gibt es dann einen Rabatt. Selbstständiges Arbeiten und Kundenkontakt seien ganz wichtige Elemente, so Kirsten Senff-Lachnitt vom Sozialen Dienst.
„Ich sage immer noch gerne Tante-Emma-Laden“, erklärt Nowack. „Auch für die älteren Leute ist es schön, weil es Erinnerungen an alte Zeiten weckt.“ Neben dem Einkaufen als tägliches Ritual, und Ort der Begegnungen, erfülle das Lädchen eine wichtige Versorgungsfunktion. „Wir würden gerne auf zwölf Leute im Beschäftigten-Stamm hochgehen, weil wir dann Aufgaben umstrukturieren, und das Sortiment noch mehr erweitern könnten.“

