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Eröffnung am MittwochDeutsche Traditionsmarke eröffnet Outlet mitten in der Kölner City

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Oliver Jansen (l.), Outlet-Chef für ganz Deutschland, und Niederlassungsleiter Roman Ulybin beim Einräumen

Oliver Jansen (l.), Outlet-Chef für ganz Deutschland, und Niederlassungsleiter Roman Ulybin beim Einräumen

Bahlsen zieht in die Stollwerck-Passage am Wallrafplatz. Ein ungewöhnlicher Standort: Sonst ist die Firma mit ihren Outlets eher am Stadtrand.

In der Stollwerck-Passage an der Hohe Straße wird gebohrt, geräumt und ausgepackt. Am kommenden Mittwoch eröffnet hier auf 400 Quadratmetern ein Bahlsen-Outlet. Für die Traditionsfirma mit Sitz in Hannover, zu der auch die Marken Leibniz und Brandt gehören, ist es das 30. Outlet in Deutschland – aber das erste in einer Innenstadt. Alle anderen befinden sich eher in Randlagen oder sind Teil von Fachmarktzentren.

Oliver Jansen, Leiter der Outlet-Abteilung, sagt zur Wahl des Standorts: „Köln ist eine spannende Stadt mit großem Potential. Hier wohnen eine Million Menschen und auf der Hohe Straße gibt es im Jahr 16 Millionen Passanten. Die Stadt hat viele Touristen und die laufen hier alle vorbei.“ Die Marke sei in ganz Europa bekannt und auch in den USA.

Auch Haribo ist auf der Hohe Straße

Das Umfeld auf der Hohe Straße nennt er „wertig“, auch wenn er sich der Probleme mit zahlreichen Umbauten und Billig-Übergangsmietern bewusst ist. „Die Lage ist gigantisch, Haribo ist hier ja vor kurzem auch eingezogen.“ Dass ausgerechnet Süßes hier so gut ankommt, liege wohl vor allem an den Touristen. „Unser bisher bestlaufendes Outlet ist das in Cuxhaven. Dort machen viele Menschen aus dem Ruhrgebiet und dem Rheinland Urlaub und gönnen sich etwas.“ Jansen glaubt an die Zukunft des stationären Einzelhandels. „Die Menschen wollen die Ware sehen, anfassen, sich beraten lassen.“ Unternehmen müssten sich Gedanken machen, wie sie diese Bedürfnisse am besten erfüllen.

Das Bahlsen-Outlet zieht in die Stollwerck-Passage

Das Bahlsen-Outlet zieht in die Stollwerck-Passage.

Die Outlets sind normalerweise eher schmucklos gehalten. Für die Kölner Filiale wurde ein eigenes Ladenbaukonzept entwickelt. „Das ist eine ganz andere Präsentation als in den anderen Standorten. Hier wird nichts von der Palette verkauft.“ An den Wänden gibt es Infos zur Geschichte des 1889 gegründeten Unternehmens. Später sollen auch Verkostungen stattfinden.

Showroom oder Abverkauf?

Auf der Hohe Straße gibt es mehrere große und kleine Süßigkeitenläden, auch der oft kritisierte Paletten-Verkaufsraum ist weiterhin erfolgreich. Stadtmarketing-Geschäftsführerin Annett Polster sagt: „Süßwarenläden sind seit einigen Jahren auf der Hohe Straße mit verschiedenen Konzepten vertreten und besonders bei jungen Besuchern beliebt. Nun setzt sich diese Entwicklung mit Vermietungen an Markenanbieter der Branche fort. Das zeigt die Attraktivität der Flächen für die Verkaufskonzepte.“

Boris Hedde, Geschäftsführer des in Köln ansässigen Instituts für Handelsforschung, nennt Bahlsen eine „tolle Marke mit Strahlkraft, die aber bisher eher kein Player für eine attraktive Flächenbespielung“ sei. „Wenn wir an Köln glauben und die Wertigkeit der Innenstadt zum Ziel haben, muss ein Konzept mehr sein als eine Europalette mit Maxipaket-Angeboten aus dem Karton. Die Frage ist die der Zielsetzung – Abverkauf oder Showroom. Man darf deshalb gespannt sein, wie ein solch exponierter Standort ausgestaltet sein wird.“

Dass die Süßigkeiten- und Keksfirma nun ausgerechnet in die Stollwerck-Passage zieht, sei ein schönes Zusammentreffen der Branche, sagt Oliver Jansen. Denn der Gebäudekomplex gehört der Familie Imhoff. Hans Imhoff, der 2007 verstarb, war Schokoladen-Fabrikant, machte die Marke Stollwerck groß und gründete das Schokoladenmuseum, das seine Tochter heute führt. Die Passage wurde 2025 saniert, einige Ladenlokale standen seitdem leer. Das größte ist jetzt wieder belegt.