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„Kommen ans Limit“Parkplatz-Not am Kölner Zoo bringt neue Pläne ins Spiel

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er Eingangsbereich des Kölner Zoos.

Der Eingangsbereich des Kölner Zoos

Vor allem an sehr gut besuchten Tagen hat der Zoo laut einer Analyse Probleme mit Parkplätzen. Ein benachbartes Grundstück könnte helfen. 

Die Verantwortlichen des überwiegend städtischen Kölner Zoos in Riehl sehen vor allem an den besucherstärksten Tagen im Jahr das Parkangebot „am Limit und darüber hinaus“. Sie könnten sich deshalb ein eigenes Parkhaus vorstellen. Zoo-Geschäftsführer Christopher Landsberg sagt: „Vor allem an den besucherstärksten Tagen kommen wir ans Limit und darüber hinaus mit den Parkkapazitäten am Zoo. Diesen Zustand will ich schon seit Jahren ändern.“ Der Zoo liegt ja mitten im Wohngebiet, an hochfrequentierten Tagen suchen die Gäste teils auch dort Parkplätze. 

Der Zoo hat nun ein neues Parkraumkonzept erstellen lassen. Demnach kamen beispielsweise am Pfingstsonntag laut einer Besucherbefragung 55 Prozent der Gäste mit dem Auto. Bisher stehen dafür Flächen der Stadt unter der Zoobrücke und im benachbarten Parkhaus zur Verfügung, insgesamt sind es laut Zoo knapp 800. Direkt am Parkhaus befindet sich auch die Haltestelle der Kölner Verkehrs-Betriebe, der Hauptbahnhof ist rund 2,5 Kilometer entfernt.

Der Eingangsbereich des Zoos, im Hintergrund das Parkhaus der Stadt.

Der Eingangsbereich des Zoos, im Hintergrund das Parkhaus der Stadt.

Das heißt laut des neuen Konzepts: Für Tage mit geringer Besucherzahl, also bis zu 3000 am Tag, und mittlerer Nachfrage (3000 bis 6000) ist das bisherige Parkangebot „gerade noch ausreichend“. Das entspricht 90 Prozent der 365 Tage im Jahr. Es geht um die rund 30 Tage mit hoher Nachfrage oder Spitzentagen, also 6000 bis 10.000 Besuchern. Im Konzept heißt es: „Eine Aufstockung des Parkraumangebots ist daher wünschenswert.“

Was macht die DEVK mit dem Grundstück?

Unter anderem ist die Frage entscheidend, was der benachbarte Versicherer DEVK auf dem städtischen Grundstück des jetzigen sanierungsbedürftigen Parkhauses plant. Rund 100 Stellplätze sind an Dauerparker vermietet, die meisten davon an DEVK-Mitarbeiter. Ursprünglich wollte die DEVK dort ein 144-Meter-Hochhaus samt 44 Meter hohem Anbau bauen.

Zoo-Geschäftsführer Christopher Landsberg.

Zoo-Geschäftsführer Christopher Landsberg

Die Stadt schrieb auf Basis dieser Pläne dazu: „Die Bestandsgarage wird entsprechend der zusätzlichen Bedarfe sowie der entfallenden Zoostellplätze im Tiefgeschoss des Neubaus erweitert, die Zoobesucher teilen sich zukünftig die Garage mit der DEVK. Diese Lösung verhilft zu einer Reduzierung des Gesamtstellplatzbedarfs, da die Stoßzeiten des Zoos vor allem an Sonn- und Feiertagen zu erwarten sind, an denen die Stellplätze durch die DEVK-Mitarbeiter nicht genutzt werden. Vorteil dieser Lösung ist deshalb auch ein erweitertes Stellplatzangebot für den Zoo.“

Diese Aussage bestätigte eine Sprecherin der Stadt jetzt. Die Stadt unterstützt den Betrieb des Zoos mit einem jährlichen Betriebskostenzuschuss, 2023 waren es 3,5 Millionen Euro.

So hatte sich die DEVK ihr Hochhaus einmal vorgestellt.

So hatte sich die DEVK ihr Hochhaus einmal vorgestellt.

In einem internen Papier der Verwaltung war die Rede davon, dass die entfallenden Parkplätze „in einem noch festzulegenden Umfang“ im Bebauungsplanverfahren für die DEVK konkretisiert würden.

Dieses Verfahren hatte der Stadtrat auch gestartet – doch von den Neubauplänen ist die DEVK mittlerweile aber unter anderem aus Kostengründen Mitte Oktober abgerückt (wir berichteten). Die DEVK-Sprecherin sagte zur Frage, was mit den geplanten Stellplätzen des Zoos passiert: „Zur Parkplatzsituation für den Zoo treffen wir aktuell keine Aussage.“

Zoo hat Interesse an Grundstück

Landsberg sagte: „Sollte die DEVK doch kein Interesse an dem Grundstück haben, auf dem jetzt das städtische Parkhaus steht: Dann sehe ich den Zoo als ersten Ansprechpartner. Wir hätten den Bedarf und könnten uns vorstellen, dort ein neues Parkhaus zu bauen. Aber wir möchten keinen Wettbewerb mit der DEVK, das ist mir wichtig zu betonen.“

Das Hochhaus hätte auf dem Grundstück des bisherigen städtischen Parkhauses entstehen sollen.

Das Hochhaus hätte auf dem Grundstück des bisherigen städtischen Parkhauses entstehen sollen.

Zu den Gründen sagte er: „Wenn wir als Zoo ein eigenes Parkhaus hätten, könnten wir zusätzliche Einnahmen generieren, beispielsweise Kombi-Tickets anbieten und die An- und Abreise der Besucher besser steuern.“

Zunächst bis zum 31. Dezember 2026 hat der Versicherer das Areal vorübergehend aber schon mal zur Prüfung erhalten, und zwar über eine sogenannte Anhandgabe. In dieser Zeit kann das Unternehmen Details wie Planungsrecht und Finanzierung klären, ohne dass die Stadt mit anderen Interessenten verhandeln darf. Letztlich entscheidet der Stadtrat, was mit dem Grundstück passiert. 

Zoo wünscht sich Parkleitsystem

Die DEVK will das Grundstück aber laut der Aussage aus dem Oktober weiter kaufen und das Parkhaus abbrechen, um die „verschiedenen Nutzungsalternativen“ zu prüfen. Wie diese aussehen, teilte eine Sprecherin nicht mit. „Mit Neuigkeiten rechnen wir frühestens im zweiten Quartal 2026.“

Das neue Parkraumkonzept sieht als Handlungsvorschläge für den Zoo auch ein Parkleitsystem, das den Gästen anzeigt, wo wie viele Stellplätze noch frei sind. Schon vor Jahren hatte Landsberg größere Pläne für den kompletten Eingangsbereich thematisiert, dazu sagte er: „Ein Traum von mir ist, den Eingangsbereich komplett neu zu gestalten und ein eigenes Parkhaus dann vor den Zoo zu bauen. Doch das ist eher eine langfristige Perspektive.“