Für einige Minuten ist der Verkehr an der Philipp-Reis-Straße unterbrochen. Der Grund ist 56 Tonnen schwer, hängt an einem riesigen Kran und ist wichtig für Elektro-Busse.
Neue LadeinfrastrukturSchwerlastkran hebt 56-Tonnen-Trafostation für KVB-E-Busse in Köln-Porz

Mit einem Schwerlastkran wird ein Gebäudeteil der Trafostation über die Philipp-Reis-Straße in Porz geschwenkt.
Copyright: René Denzer
Zentimeter um Zentimeter senkt sich das schwere Gebäudeteil. Das wiegt 56 Tonnen und hängt an einem Schwerlastkran. Zwei Arbeiter einer Spezialfirma achten darauf, dass es genau auf der vorgesehenen Stelle auf Höhe des Kreisverkehrs an der Philipp-Reis-Straße seinen Platz findet. Der Kranführer beweist Fingerspitzengefühl. Es ist geschafft: Das erste von zwei Gebäudeteilen steht.
Zusammen bilden sie eine Transformatorenstation. Die ist das Herzstück für eine leistungsstarke Ladeinfrastruktur für Elektrobusse. Damit sollen künftig an der Haltestelle „Porz Markt“ die Busse der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) geladen werden. Drei Schnellladepunkte wird es an der Haltestelle geben.
Aufladung der E-Busse innerhalb von Minuten
Damit die Busse mit einer Leistung von bis zu 500 Kilowatt innerhalb von Minuten geladen werden können, ist die neue Trafostation nötig. Hier werden 10.000 Volt Drehstrom aus dem Netz in Gleichstrom umgewandelt. Nur so ist eine schnelle Aufladung der Busse möglich. Das ist besonders für die Linien 151 und 152 wichtig. Die fahren von „Porz Markt“ bis zum Chempark Leverkusen. Das sind rund 25 Kilometer je Fahrtrichtung. Da sind Nachladungen im Laufe des Tages nötig.
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„Leistungsfähige Netzinfrastruktur ist die Grundlage für einen klimafreundlichen ÖPNV“, sagt Susanne Fabry, Vorstand Netze der Rhein-Energie und Vorsitzende des Aufsichtsrats der Rheinnetz. „Gemeinsam mit der KVB schaffen wir hier die Voraussetzungen dafür, dass immer mehr Busse lokal emissionsfrei unterwegs sein können.“ Allein an der Haltestelle „Porz Markt“ verkehren neben den Linien 151 und 152 noch sechs weitere.
Mobiler Kran der 650-Tonnen-Klasse im Einsatz
Beim Aufstellen der Trafostation ist Präzision gefragt. Die Platzverhältnisse vor Ort lassen nicht viel Spielraum. Vom Parkplatz an der Philipp-Reis-Straße aus, werden die beiden Gebäudeteile nach und nach über die Straße und an ein paar Bäumen vorbei zur endgültigen Position geschwenkt. Dafür ist eine Ausladung von rund 25 Metern nötig. Das sei ein sensibler Moment, sagt Jonas Kohlstädt von der Rheinnetz. Denn bei so einer Ausladung laste enorm viel Gewicht auf dem Kran, sagt Kohlstädt, der das E-Mobilität-Projekt in Porz leitet. Das können nur Fachfirmen mit speziellem Gerät. In Porz kommt ein mobiler Kran der 650-Tonnen-Klasse zum Einsatz.
Damit die tonnenschweren Gebäudeteile der Station überhaupt in die Luft gehoben werden können, werden sie mit dicken Ketten am Kran befestigt. Mehrere Arbeiter der Fachfirma sind da gleichzeitig im Einsatz. Ist alles bereit, bekommt der Kranführer per Funk das Go. Dann hebt sich langsam die erste schwere Fracht in die Höhe.

Vorbereitung für den Kraneinsatz auf dem Parkplatz an der Philipp-Reis-Straße in Porz.
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Trafostation soll noch in 2026 in Betrieb gehen
Bis das erste Gebäudeteil steht, dauert es gar nicht so lange. „Ich hätte gedacht, dass die Straße jetzt für ein bis zwei Stunden gesperrt ist“, sagt ein Passant. Tatsächlich waren es nur Minuten. Die hat der Passant wie andere auch mit dem Smartphone festgehalten. „Kommt ja nicht alle Tage vor, dass hier so schweres Gerät zum Einsatz kommt“, sagt er zum Abschied. Dem ersten Gebäudeteil folgt ein zweiter. Das hat ein Gewicht von 36 Tonnen. Schnell und sicher findet auch das seinen angestammten Platz.
Wann die neue Trafostation in Betrieb gehen wird, ist noch nicht sicher. Nach Aussagen von Rheinnetz und KVB soll es aber in diesem Jahr noch geschehen. Bis es soweit ist, müssen allerdings noch Leitungen von der neu errichteten Station bis hin zur ein paar hundert Meter entfernten Haltestelle gelegt werden.

