Bereits im Vorfeld hatten Tierschützer Klage gegen die Stadt eingereicht. Die Abrissarbeiten begannen dennoch.
„Tiere in Lebensgefahr“Peta fordert Stopp der Abrissarbeiten am Kölner Großmarkt

Am Großmarkt Köln sind die Abrissarbeiten bereits im vollen Gange.
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Die Tierschutzorganisation Peta hat die Stadt Köln dazu aufgefordert, die Abrissarbeiten am Kölner Großmarkt in Raderberg zu stoppen. Die Katzen und viele geschützte Arten, die hier leben, seien durch die Arbeiten „in akuter Lebensgefahr“, erklärte Jana Hoger von Peta in einem offenen Brief vom Dienstag (13. Januar).
Der Großmarkt hatte am 31. Dezember 2025 endgültig seine Tore geschlossen. Auf dem Gelände in Raderberg mit einer Größe von 115 Hektar soll das Stadtentwicklungsprojekt Parkstadt Süd entstehen. Geplanter Baubeginn ist 2032, bis dahin sollen Gebäude abgerissen und Flächen entsiegelt werden.
Großmarkt Köln Heimat für Katzen und andere Tierarten
Bereits im Vorfeld hatten sich Tierschützer für die Katzen vom Großmarkt eingesetzt. Erst im November gelang es, eine Notunterkunft für die Tiere zu finden. Monatelang hatte man nach geeigneten Räumen für eine Quarantänestation gesucht.
Es ging bei dem Einsatz jedoch nicht nur um die Katzen, die sich auf dem Raderberg über Jahre hinweg unkontrolliert verbreiteten. Auch andere geschützte Tierarten wie Fledermäuse, Mehlschwalben und Zauneidechsen sind auf dem Gelände beheimatet. Eine damals eingereichte Klage hatte jedoch keinen Erfolg. Die Abrissarbeiten begannen dennoch.
„Die Katzen und viele geschützte Arten auf dem Kölner Großmarkt sind nun in akuter Lebensgefahr. Dass mit dem Abriss plötzlich begonnen wurde, ohne sicherzustellen, dass die Tiere gerettet werden konnten, macht fassungslos“, so Hoger weiter. „Wir fordern die Behörden auf, die Abrissarbeiten umgehend zu stoppen, um das Leben der Tiere auf dem Großmarkt zu schützen. Erst wenn die Tiere umgesiedelt und gesichert sind, darf die Stadt die Arbeiten fortsetzen.“
Weiter Meldungen über schlimme Zustände am Großmarkt Köln
Peta erreichten eigenen Angaben zufolge regelmäßig Whistleblower-Meldungen zu heimatlosen Katzen. Es wurde von Tieren berichtet, die unter „entzündeten Augen, entzündeten Krallen“ sowie „extremem Floh- und Wurmbefall“ leiden. Dies werde „gesehen, aber einfach ignoriert“.
In einem anderen Fall sei eine stark abgemagerte, schwangere Katze gemeldet worden, in deren Umfeld alle Tiere unter Katzenschnupfen litten. Auch von einer jungen Katze „mit einem massiven Hornhautgeschwür“ wurde berichtet. „Erhalten die Tiere keine medizinische Versorgung, sterben viele von ihnen qualvoll“, so Peta. (jv)

