Immer wieder freitags. Warum Kira, die virtuelle Assistentin der KVB, so häufig auflegt.
Satirischer WochenrückblickKira, Verdi und die KVB


Kein Bus und keine Bahn: Verdi hat am Freitag die KVB lahmgelegt.
Copyright: Arton Krasniqi
Kennen Sie Kira? Vermutlich nicht. Kira ist die Siri der Kölner Verkehrs-Betriebe. Eine freundliche Assistentin, die Ihnen versichert, alle Fragen zu Bahnen, Bussen und Fahrplänen zu beantworten oder Sie mit einem Kundenberater aus Fleisch und Blut zu verbinden, wenn sie selbst nicht mehr weiterweiß. Aber das ist in ihrer Programmierung nicht vorgesehen. Es sei denn, Sie stellen ihr Fangfragen wie: „Hey Kira! Wann streikt ihr denn das nächste Mal?“
Dann müsste Kiri Sie eigentlich mit Verdi, dem Gewerkschafts-Chatbot verbinden, doch der hat natürlich auch die Arbeit niedergelegt. Aus Solidarität. Er könnte ja wenigstens monoton „Freitag, Freitag, Freitag“ sagen und damit andeuten, dass er in Köln heimlich für die Einführung der Viertagewoche im öffentlichen Nahverkehr kämpft, damit man wenigstens einmal in der Woche in Ruhe der Musik lauschen kann, die in den U-Bahnstationen am Rudolfplatz und Venloer Straße/Gürtel seit Neuestem zur Beruhigung der Fahrgäste beitragen soll. Ohne vom Geratter der U-Bahnen gestört zu werden.
Doch Kira weigert sich, mit Verdi Kontakt aufzunehmen. Und nicht nur das. Sie weigert sich auch, Sie an irgendeinen anderen Kundenberater bei der KVB zu vermitteln. Weil Kira stinksauer ist. Und zwar auf Sie, den Anrufer. Dreimal hat sie gefragt, wie sie Ihnen helfen kann. Ihre Antwort war ihr zu einsilbig: „Kundenberater“. Eine Unverschämtheit ist das! Da hat sie halt einfach aufgelegt.
„Ich möchte mit einem Kundenberater verbunden werden“
Sie dürfen ihr das nicht übelnehmen. Sie konnten doch nicht ahnen, dass Kira gerade von ihrem Freund verlassen wurde und sich mit ihrer neuen Beziehung, einem externen Dienstleister für künstliche Intelligenz, noch in der Testphase befindet.
Der Neue legt deutlich mehr Wert auf eine freundliche Ansprache und erwartet von der KVB-Kundschaft, dass sie höflich und in ganzen Sätzen spricht. Etwas so: „Hallo Kira, ich möchte mit einem Kundenberater verbunden werden.“
Ob ein kleines angefügtes „Bitte“ ihrem Anliegen dienlich ist, oder Kira das als devote Anbiederei empfindet, ist angesichts der erforderlichen Feinjustierungen ihrer neuen Beziehung nicht geklärt.
Am Ende ist das auch egal, weil Sie längst vergessen haben, was Sie die KVB eigentlich fragen wollten. Damit hat Kira ihren Zweck erfüllt. Weil sich das hohe Anrufvolumen, so nennt man bei der KVB die Kundengespräche, auf diese Weise wie von selbst erledigt.
Wobei mit Volumen nicht die Brüllerei gemeint ist, mit der so manches Gespräch mit Kira endet. Wenn Sie so richtig aus der Haut fahren und einen Veitstanz aufführen, hat Kira längst aufgelegt.
