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Defekt bei Kontrolle entdecktMülheimer Brücke erneut gesperrt

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Seit Jahren ein Sanierungsfall: die Mülheimer Brücke

Seit Jahren ein Sanierungsfall: die Mülheimer Brücke

Erst vor wenigen Monaten wurde die Mülheimer Brücke während der Sanierung wieder in beide Richtungen für den Autoverkehr geöffnet. Nun sorgen neue Schäden erneut für eine Teilsperrung.

Gerade einmal acht Monate nach der Rückkehr zum zumindest einspurigen Normalbetrieb während der Sanierungsarbeiten ist die Mülheimer Brücke seit Freitagabend erneut teilweise gesperrt. In Fahrtrichtung Mülheim ist die Rheinquerung für Kraftfahrzeuge derzeit nicht passierbar. In Richtung Niehl/Riehl können Autos weiterhin fahren. Stadtbahn-, Fuß- und Radverkehr sind nach Angaben der Stadt Köln nicht betroffen.

Sperrung aus Sicherheitsgründen

Die Verwaltung begründet die kurzfristige Sperrung mit einem Schaden an der rechtsrheinischen Rampe im Bereich der Formesstraße. Der Defekt sei bei einer planmäßigen Kontrolle entdeckt worden. Weil dadurch die Lastverteilung beeinflusst werden könne, habe man aus Sicherheitsgründen handeln müssen. Nach aktuellem Stand geht die Stadt davon aus, dass die Sperrung bis Ende der Woche andauert. In dieser Zeit soll zunächst eine zusätzliche Abstützung eingebaut werden.

Die Stadt kommunizierte die erneuten Einschränkungen am Freitagabend mit sofortiger Wirkung. Entsprechend überrascht reagieren die Kölnerinnen und Kölner. Am Samstagmittag war die Stimmung unter Anwohnern der Formesstraße gereizt. „Gestern konnte es mit der Sperrung nicht schnell genug gehen, und heute ist hier bisher kein Arbeiter aufgetaucht“, sagte ein Anwohner dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Ein anderer fragt, warum die Sperrung nur eine Fahrtrichtung betreffe: „Warum wurde nur eine Seite gesperrt?“ Eine Stadtsprecherin sagt auf Anfrage: „Zunächst einmal ging es bei der Sperrung am Freitag darum, kurzfristig zu sichern.“ Nähere Details dazu, wann genau welche Arbeiten vorgenommen werden, konnte sie nicht nennen.

Die rund ein Kilometer lange Mülheimer Brücke zählt zu den wichtigsten Verkehrsachsen Kölns. Sie verbindet nicht nur die Stadtteile Mülheim und Riehl/Niehl, sondern ist zentrale Ost-West-Verbindung für Pendlerinnen und Pendler, Lieferverkehre und den ÖPNV. Entsprechend gravierend wirken sich Verkehrseinschränkungen aus.

Weil das Bauwerk marode ist, wird es seit 2018 generalsaniert. Der Zeitplan hat sich seither mehrfach verschoben, die Kosten auf eine halbe Milliarde Euro verdreifacht – und immer wieder ist der Verkehr über die Brücke massiv eingeschränkt. Zuletzt war sie in Fahrtrichtung Mülheim 17 Monate lang vollständig für den Autoverkehr gesperrt. Erst seit Juli 2025 ist sie zumindest einspurig wieder für den Autoverkehr in beide Richtungen freigegeben, die Stadtbahn kann dort seit September wieder ungehindert fahren.

Mülheimer Brücke dauerhaft einspurig?

Geht es nach Mobilitätsdezernent Ascan Egerer, dann bleibt es auch nach Abschluss der Sanierung bei der einspurigen Verkehrsführung für Kraftfahrzeuge. Er würde die ursprünglich zweite Autospur gerne dauerhaft in eine Radspur umwandeln. Das könnte allerdings weitreichende Folgen haben, insbesondere mit Blick auf mögliche Sanierungen und Sperrungen weiterer Brücken, wie etwa der Zoobrücke.

Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) hatte deshalb zuletzt erklärt, er wolle über alle weiteren Schritte zur Mülheimer Brücke direkt informiert werden. Aus dem Rathaus hieß es dazu, Burmester wolle das Projekt „mit einer besonderen Priorität“ behandeln. Im nächsten Schritt prüft nun ein externes Ingenieurbüro mögliche Auswirkungen einer einspurigen Verkehrsführung auf das unmittelbare Umfeld der Mülheimer Brücke. Das Mobilitätsdezernat selbst untersucht die Auswirkungen auf das gesamte Verkehrsnetz.

Ob die jüngsten Probleme an der Brücke den Zeitplan der Sanierung erneut verzögern, ist bislang nicht klar. Zuletzt war die Stadt davon ausgegangen, dass der verkehrseinschränkende Teil der Bauarbeiten bis März 2028 abgeschlossen sein wird. Ursprünglich sollte die Sanierung bereits 2026 abgeschlossen sein.