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Soldatengottesdienst im Kölner DomMilitärbischof geht auf Impf-Debatte ein

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Internationaler Soldatengottesdienst

Militärbischof Dr- Franz-Josef Overbeck begrüßt  beim Soldatengottesdienst  Oberbürgermeisterin Reker

Köln – Bei der persönlichen Entscheidung, ob man sich in der Pandemie impfen lassen soll, sei stets das Gemeinwohl mitzuberücksichtigen. Das hat Franz-Josef Overbeck, katholischer Militärbischof der Bundeswehr, am Donnerstag in seiner Predigt beim Internationalen Soldatengottesdienst im Dom betont. Anlass für ihn, auf die Impfdebatte einzugehen, war nach seinen Worten, dass die Zeiten im Zeichen der Corona-Krise „friedloser“ geworden seien, „als ich je gedacht hätte“.

In der Debatte machte er schematisch zwei Positionen fest: Im Namen ihres Gewissens, das er mit den Worten „Moral“ und „Ethos“ markierte, führten die Impfgegner das „hohe Gut“ der eigenen körperlichen Unversehrtheit an, der unverletzlichen Würde eines jeden Menschen. Die Befürworter machten geltend, dass zugleich alle anderen einen Anspruch auf den Schutz dieses „hohen Guts“ hätten; für diese Position wählte Overbeck die Worte „Recht“ und „Gerechtigkeit“.

Eine Frage der Gemeinschaft

Die Frage des Impfens sei „nicht nur eine Frage Einzelner, sondern immer auch der Gemeinschaft der Menschen, mit denen wir leben, und so auch des Staates, aber eben auch der Kirche“. Die persönliche, „individualethische“ und die „sozialethische“, gemeinschaftlich bestimmte Perspektive gehörten untrennbar zusammen, solle es gerecht zugehen. Für die Lesung war eine Stelle des Buchs Jesaja ausgewählt, wo es heißt: „Das Werk der Gerechtigkeit wird der Friede sein.“

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Das Pontifikalamt, zu dessen Besuchern viele Angehörige der Bundeswehr und Oberbürgermeisterin Henriette Reker zählten, fand anlässlich des katholischen Weltfriedenstags statt, den die Kirche seit 1968 begeht und der diesmal unter dem Motto stand: „Dialog zwischen den Generationen, Erziehung und Arbeit: Werkzeuge, um einen dauerhaften Frieden aufzubauen.“

Der Soldatengottesdienst in Köln wird seit 1977 gefeiert. Im vergangenen Jahr musste er wegen der Pandemie ausfallen, in diesem Jahr war die Zahl der Gäste stark begrenzt. Das unauflösliche Ineinander von „Moral“ und „Recht“ machte Overbeck auch beim Soldatenberuf aus. Zu ihm gehöre, „davon durchdrungen zu sein, moralisch so für das Friedliche einzutreten“, dass dies mit dem „eigenen Recht, als Person unversehrt zu leben“, vereinbar sei, genauso wie für alle anderen.