Für bundesweite Aufmerksamkeit hatte im vergangenen Jahr die Beschilderung von Spielplätzen in Köln gesorgt. Nun werden die ersten neuen Schilder aufgehängt.
Nach Posse um UmbenennungStadt stellt neue Schilder auf – aber Spielplätze heißen weiter so

Ein Schild mit der Aufschrift „Spielplatz“ ist auf dem Kinderspielplatz Münstereifeler Platz zu sehen.
Copyright: Matthias Heinekamp
Köln schafft die Spielplätze ab. Diese Nachricht machte im Sommer 2025 in ganz Deutschland die Runde. Denn die Kölner Stadtverwaltung hatte angekündigt, dass sie die mehr als 700 öffentlichen Spielplätze in der Stadt neu beschildern wollte. Und dabei auch noch gleich umbenennen. Insgesamt ging es um rund 2000 Schilder. Der Plan wurde nach Protesten auf Eis gelegt – doch jetzt kommen die neuen Schilder bald in Umlauf. Allerdings mit der alten Bezeichnung.
Als „Spiel- und Aktionsfläche“ sollten Spielplätze in Köln ursprünglich bezeichnet werden. Damit werde man eher dem Umstand gerecht, dass Spielplätze auch für ältere Kinder und Jugendliche da seien, so die Begründung der Stadt. Schließlich würden sich die Spiel-, Bewegungs- und Aufenthaltsangebote auf den öffentlichen Spielflächen an Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren richten. „Dies sollte sich in einem Schild widerspiegeln, das alle Altersgruppen anspricht.“ Zu diesem Zweck hatte die Stadt gemeinsam mit einer Designagentur und unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ein neues Schild entwickelt. Dieser Prozess dauerte mehr als ein Jahr.
OB Reker kritisierte eigene Verwaltung
Doch als das Schild mitten im Kommunalwahlkampf vorgestellt wurde, brach ein Sturm der Entrüstung los. Ob die kurz vor der Haushaltssicherung stehende Stadt Köln nichts Besseres zu tun habe, lautete der Vorwurf. Sogar die damalige Oberbürgermeisterin Henriette Reker kritisierte die eigene Verwaltung, sie sagte: „Ich persönlich finde die Bezeichnung Spielplatz klar und verständlich und habe angesichts der Herausforderungen, vor denen Köln steht, kein Verständnis dafür, dass sich die Verwaltung mit der Neugestaltung von Spielplatzschildern beschäftigt.“

Das geplante neue Spielplatzschild in Köln.
Copyright: Stadt Köln
Der Jugendhilfeausschuss vertagte das Thema, nun steht es wieder auf der Agenda. In einer aktuellen Mitteilung an die Ausschussmitglieder informiert die Stadt Köln darüber, dass der Bestand an Schildern im bisherigen Design „nunmehr aufgezehrt“ sei. Es müssten daher neue Schilder beschafft werden, „damit neu angelegte Spielplätze, Bewegungs- und Aufenthaltsangebote entsprechend gekennzeichnet sowie unlesbare, verschmutzte oder beschädigte Schilder auf den rund 700 städtischen Spiel- und Bolzplätzen weiterhin angebracht oder ausgetauscht werden können“.
Stadt Köln hält an Bezeichnung Spielplatz fest
Für die Beschaffung werde man das neu entwickelte Design verwenden, teilte die Stadt mit. Von dem Begriff „Spiel- und Aktionsfläche“ wird sich das Amt für Kinder, Jugend und Familie jedoch verabschieden. Es stellte klar: „An der Bezeichnung Spielplatz wird weiterhin festgehalten.“
Und bevor jemand Zweifel äußert, ob es die Schilder überhaupt braucht, betont das Amt noch einmal ausdrücklich ihre Funktion: „Die Schilder haben hauptsächlich Informationscharakter. Sie sichern die Eingriffsmöglichkeiten der Ordnungsverwaltung zum Schutz der sich auf diesen Flächen aufhaltenden Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren.“
