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30-monatiger PilotversuchWarum das KVB-Lastenrad in Köln ein finanzieller Flop war

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Ein Lastenrad der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB)

Ein Lastenrad der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB)

Das Verkehrsunternehmen verlieht zwischen dem 9. Dezember 2022 und dem 30. Juni 2025 in Nippes, Deutz und Neubrück 15 Lastenräder.

Es sollte ein Beitrag zur Klimaneutralität Kölns und für saubere Luft sein, doch der Lastenrad-Verleih der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) hat sich am Ende als Flop entpuppt. Auf Wunsch der Politik hatte das Verkehrsunternehmen zwischen dem 9. Dezember 2022 und dem 30. Juni 2025 in den Stadtteilen Nippes, Deutz und Neubrück einen Pilotversuch mit 15 Lastenrädern unternommen, die sich Kunden ausleihen konnten. Wie eine aktuelle Auswertung zeigt, war das Projekt aber nicht wirtschaftlich.

Geringe Nachfrage in Köln-Neubrück

Die Evaluation ergab, dass in den innenstadtnahen Stadtteilen mit vielen Einwohnern grundsätzlich eine höhere Nachfrage bestand – diese bewegte sich  allerdings auf einem konstant niedrigen Niveau. In den weiter außen liegenden Stadtteilen, in denen weniger Menschen wohnen, aber besonders viele von ihnen ein Auto besitzen, gab es nur wenige Nutzer des KVB-Lastenrads. Im Februar 2024 war die Nachfrage in Neubrück so gering, dass die KVB das Angebot reduzierte und zusätzlich einen weiteren Standort in Stammheim eröffnete. Dementsprechend verteilten die KVB und der Kooperationspartner Green Moves den Großteil der verfügbaren Lastenräder während des Pilotversuchs auf die innenstadtnahen Stadtteile.

Höhere Kosten wegen Vandalismus

Zum Einsatz kamen zweirädrige Lastenräder mit elektrischer Unterstützung, die an festen Stationen ausleihbar waren. Ein stationsbasiertes System sollte die Betriebskosten reduzieren und zu einem wirtschaftlichen Betrieb des Lastenradverleihsystems beitragen. Dass sich das Projekt am Ende trotzdem finanziell nicht getragen hat, hängt wohl auch mit Vandalismus zusammen. So kam es vor allem in Neubrück zu Beschädigungen an den Rädern und der Station. Erst ein Kümmerer vor Ort konnte dafür sorgen, die Vandalismusfälle zu verringern. Das alles erzeugte zusätzliche Kosten.

Eine positive Erkenntnis aus dem Versuch war laut der KVB, dass Kunden mit einem Abo die Lastenräder besonders gerne ausliehen. 35 Prozent der Umsätze im Normaltarif wurden demnach von Nutzern mit VRS-Chipkarten erzielt. KVB-Abokunden durften das Lastenrad 90 Freiminuten pro Woche kostenlos benutzen („Erledigung eines Wocheneinkaufs“). Diese Regelung galt auch nach der Einführung des Deutschlandtickets. „Das Freifahrkontingent erwies sich als Anreiz zur Nutzung der Lastenräder“, resümiert das Mobilitätsdezernat.

Das alles reichte jedoch nicht aus, um vonseiten der KVB dauerhaft Lastenräder zu verleihen. „Der finanzielle Aufwand für die Stadt Köln ist – auf Grundlage der erfolgten Nutzung – mit durchschnittlich 28 Euro pro Fahrt sehr hoch“, teilt das Mobilitätsdezernat mit. Auch wenn der Pilotversuch zeige, dass das Angebot vor allem in Stadtteilen genutzt wird, in denen es wenig Autos gibt und es die großstädtische Mobilität sinnvoll ergänzen könne, stehe der Aufwand in „einem ungünstigen Verhältnis zur Wirkung“. Eine Wiederholung sei in absehbarer Zeit in dieser Form daher nicht vorgesehen und aufgrund der aktuellen Haushaltslage auch nicht möglich.