Abo

WM-Aus tief in der NachtBittere Enttäuschung beim Public Viewing in Köln

2 min

Deutschland ist im Sechzehntelfinale der WM 2026 gescheitert und hat damit auch die vielen Fans beim Public Viewing in Köln bitter enttäuscht.

Der deutsche Party-Zug hat in der Nacht auf Dienstag auch in Köln eine Vollbremsung hingelegt. Die Nationalmannschaft hatte sich zur ungewohnten Anstoßzeit ab 22.30 Uhr bis ins Elfmeterschießen gegen Paraguay gequält und dort schließlich den Kürzeren gezogen. Deutlich mehr Leben als im Spiel der DFB-Auswahl war in den Bars und Kneipen der Stadt.

Nach Abklingen der Hitzewelle fluteten die Kölnerinnen und Kölner bei deutlich angenehmeren Temperaturen als noch am Wochenende die zahlreichen Läden. In Ehrenfeld, der Südstadt und auf den Ringen saßen Fans wieder dicht an dicht beim Public Viewing und erlebten eine bittere Enttäuschung.

Public Viewing in Köln: Viele Locations schon früh voll

Früh da sein war dabei Pflicht: Beliebte Spots wie der Club Bahnhof Ehrenfeld oder Bumann & Sohn waren schon Stunden vor Anpfiff rappelvoll. Die 20-jährige Amelie verfolgte das Spiel in eine Deutschland-Fahne gehüllt mit Freundin Paula aus Lindenthal, scherzte über ihr Outfit mit Flagge: „Ich habe mir die extra gekauft, das muss jetzt kommen.“

Doch nach der Euphorie vor Spielbeginn war spät am Abend lange Zittern angesagt. Erst lief bei der deutschen Mannschaft nichts zusammen, dann traf Paraguay sogar zum 0:1. Betretene Gesichter zur Halbzeit: Es drohte schon zum Start in die K.o.-Phase das letzte WM-Rudelgucken des Turniers.

Nach dem Seitenwechsel belebte dann der Ausgleich durch Kai Havertz (27) die Stimmung. Im CBE jubelten auch viele Brasilien-Fans mit, nachdem sie in Ehrenfeld zuvor bereits den Sieg ihrer Auswahl gegen Japan am früheren Abend verfolgt hatten.

Doch so richtig platzen wollte der Knoten nach dem ersten Torjubel des Abends nicht. Auch nach Mitternacht war großes Bangen angesagt: Die Mischung aus angespannter Atmosphäre und vereinzelten, fast schon verzweifelten Gesängen passte nicht mehr zur Partystimmung, die sich viele beim eigentlich lösbaren ersten K.o.-Gegner erhofft hatten.

Tief in der Nacht schnellte der Puls dann bei allen auf 180, weit nach 1 Uhr ging es ins Elfmeterschießen. Dort besiegelte Deutschland nach drei Fehlschüssen schließlich das frühe Turnier-Aus.

Den entscheidenden Elfmeter für Paraguay nahmen die Fans im Club Bahnhof Ehrenfeld nur noch in Schockstarre wahr. Mit gebrochenen Herzen und vertröstet auf die EM 2028 machte sich die Menge um 1.30 Uhr bitter enttäuscht auf den Heimweg. Vom Zug ohne Bremse, dem Kölner WM-Hit nach den ersten beiden Vorrunden-Siegen, wollte da schon niemand mehr etwas wissen.