Die Polizei hat am Montag eine Bilanz nach dem Hitze-Wochenende gezogen: Rund 120 Menschen starben in Köln – offenbar wegen der Hitze.
Bestatter ausgelastetPolizei spricht von 120 Toten am Hitze-Wochenende in Köln

Hitzeopfer in der Notaufnahme in Köln-Merheim am Sonntag, 28. Juni
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Das Hitze-Wochenende hat schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen für viele Menschen gehabt und die Kölner Einsatzkräfte an ihre Belastungsgrenze gebracht. Am Montag wurde eine erste Bilanz gezogen. Demnach gab es rund 120 ungeklärte Todesfälle im Kölner Einsatzgebiet, allein zwischen Freitag und Sonntag. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Montagmittag auf Nachfrage.
„Drei- bis viermal so viele wie an einem normalen Wochenende“, teilt die Polizei zu den Todesfällen mit. Betroffen sind bei weitem nicht nur Personengruppen, von denen man es am wahrscheinlichsten erwartet hätte. Denn unter den Opfern befanden sich laut Polizei nicht nur ältere Menschen.
Zu den genauen Todesursachen konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Eventuelle Badeunfälle mit Todesfolge würden ebenfalls mit in die Statistik einfließen.
Die Wucht des Wochenendes spürt auch der Kölner Bestatter Christoph Kuckelkorn: „Die Anzahl der Sterbefälle lag am Wochenende deutlich über dem Durchschnitt“, so Kuckelkorn. Es gebe viel Mehrarbeit. Ähnlich äußert sich David Roth, Inhaber des Bestattungshauses Klemmer-Roth in der Kölner Südstadt: Es habe wesentlich mehr Sterbefälle und Transporte von Verstorbenen gegeben.
Einsatzkräfte in Köln am Limit
Für alle Einsatzkräfte – auch Feuerwehr, Rettungsdienst und Klinikpersonal – war es ein Wochenende am absoluten Limit. Es sei eine sehr belastende Situation für die Beamtinnen und Beamten gewesen, so der Polizeisprecher am Montag.
So hatten auch die Kölner Kliniken am Wochenende Alarm geschlagen. An den drei Standorten in Merheim, Holweide und im Kinderkrankenhaus herrschte seit Freitagabend Hitze-Ausnahmezustand, erklärte Kliniken-Sprecher René Hartmann am Sonntag. Am Samstag musste zusätzliches Personal sogar aus dem freien Wochenende geholt werden.
In Merheim wurden Hitze-Patienten noch auf dem Klinikgelände abgeduscht und mit Eis heruntergekühlt, bevor sie überhaupt die Notaufnahme erreichten.
Die Stadt hatte die Lage bereits am Samstagabend so ernst genommen, dass an der Messe in Deutz ein Notlazarett eingerichtet wurde. Sogar KVB-Busse brachten Patienten dorthin, die keine Versorgung während der Fahrt im Krankenwagen benötigten.
