Ein 49 Jahre alter japanischer Garten in Köln ist umfassend erneuert worden.
Verstecktes JuwelWo japanische Gartenkunst in Köln zu Hause ist

Der von Hugo Torii gestaltete Innenhofgarten des Museums für Ostasiatische Kunst.
Copyright: Martina Goyert
Sie gelten als ein Inbegriff der japanischen Kultur, als Orte der Kontemplation und Meditation, als Spiegelbilder der Natur: Japanische Gärten sind Miniaturlandschaften, in denen Pflanzen, Steine, Kies und Wasser sorgfältig zu einem harmonischen Gesamtbild arrangiert werden. Ein solches Kunstwerk kann auch in Köln bestaunt werden. Nach jahrelanger Vernachlässigung ist der japanische Garten im Innenhof des Museums für Ostasiatische Kunst (MOK) am Aachener Weiher fachgerecht erneuert und nun feierlich eingeweiht worden.
Der Innenhofgarten ist das Herzstück des 1977 eröffneten Museumsgebäudes, das Elemente der europäischen Moderne und der traditionellen japanischen Architektur vereint. Entworfen wurde es vom japanischen Star-Architekten Kunio Maekawa, den Garten gestaltete der Bildhauer Masayuki Nagare. Rechtzeitig zum 50. Geburtstag des denkmalgeschützten Ensembles im kommenden Jahr wurde der verwilderte Garten wieder in einen würdigen Zustand versetzt. Die Stadt Köln hatte ihn zuvor jahrelang vernachlässigt. Auf Kiesflächen wuchs Unkraut und Moos, Büsche und Bäume wucherten vor sich hin, der Wasserlauf war versiegt.
Doch das ist Geschichte. Unter Leitung des japanischen Gartenbaumeisters Hugo Torii aus Kölns Partnerstadt Kyoto, der 2018 den japanischen Garten am Arp Museum Bahnhof Rolandseck gestaltet hat, wurde der Kölner Museumsgarten Ende 2025 von der Firma „Gartenlandschaft Peter Berg“ aus Sinzig erneuert. „Sie haben einen guten Job gemacht“, sagte Torii, der eigens für die Einweihung angereist war. Der japanischen Tradition entsprechend, goss er dabei etwas Sake – japanischen Reiswein – auf den Boden.
Japanischer Gartenbauer hat neue Akzente gesetzt
Museumsdirektorin Shao-Lan Hertel betonte, bei der Gartenerneuerung gehe es „nicht lediglich darum, den ursprünglichen Zustand von 1977 eins-zu-eins wiederherzustellen, sondern auch darum, auf subtile Weise neue Akzente zu setzen“. So habe Hugo Torii auf allen vier Seiten des rechteckigen Gartens jeweils einen großen Stein neu platziert, um auf die Möglichkeit der dynamischen Betrachtung aufmerksam zu machen. „Erst beim Rundgang durch das Haus entfalten sich die verschiedenen Perspektiven auf den Innengarten vollständig.“ Alle Seiten und Blickrichtungen seien gleichwertig.

Feierliche Garteneinweihung im Museum für Ostasiatische Kunst: Die Museumsdirektorinnen Anne Fischer (l.) und Shao-Lan Hertel (r.) mit (v.l.) Generalkonsul Yoshitaka Tsunoda, Stadtdirektorin Dörte Diemert, Gartenbaumeister Hugo Torii und Misako Ito.
Copyright: Martina Goyert
Hugo Torii betonte, er sei mit großem Respekt an die Aufgabe herangegangen. „Diesen Garten hat ein berühmter Bildhauer geplant, das Museum hat ein weltbekannter Architekt entworfen. Das sind sehr große Fußstapfen.“ Bei der Neugestaltung habe er die vorhandenen Bäume und Büsche kräftig beschnitten. „Sie waren so groß geworden, dass man die grünen Felsblöcke von der Insel Shikoku kaum noch gesehen hat.“ Er habe auch viele Sträucher entfernt und neue Pflanzen gesetzt, darunter Azaleen, Kornelkirschen, japanische Stechpalmen (Ilex crenata), japanische Lavendelheide (Pieris japonica) und Sumpfschachtelhalm.
„Ein Juwel der japanischen Gartenbaukunst“
Bei der feierlichen Einweihung verlas Yoshitaka Tsunoda, Generalkonsul von Japan in Düsseldorf, ein Grußwort der japanischen Botschafterin Setsuko Kawahara. Stadtdirektorin Dörte Diemert bezeichnete den Innenhofgarten als „Kraftzentrum“ und „Juwel der japanischen Gartenbaukunst“. Er schaffe eine Verbindung von Natur und Architektur und knüpfe ein Band zwischen Köln und Japan. Stadtkonservator Thomas Werner nannte den Garten ein „lebendiges Denkmal“ und einen „extrem wichtigen Ort“, weil er Gartenkunst und Baukunst vereine.
Finanziert wurde die rund 80.000 Euro teure Erneuerung des Gartens durch die Stadt Köln, Unterstützung kam vom Fördererkreis des Museums, der JaDe-Stiftung und der Orientstiftung zur Förderung der ostasiatischen Kunst. Wichtig sei, dass der Garten in Zukunft fachgerecht gepflegt werde, unterstrich Hugo Torii. „Die richtige Gartenpflege über einen längeren Zeitraum zu leisten, ist eine große Herausforderung. Man muss stets die Komposition und die Proportionen wahren.“ Da die Fläche des Gartens nicht zunehme, müsse das Wachstum der Pflanzen begrenzt werden. Darum soll sich künftig die Gartenbaufirma aus Sinzig kümmern.
