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Protest mit Putin-PlastikDemo in Berlin gegen Sparpläne bei der Deutschen Welle

3 min
Jacques Tilly

Macht sich stark für den deutschen Auslandssender: Der Künstler Tilly. (Archivbild)

Karnevalskünstler Jacques Tilly protestiert mit einer aufsehenerregenden Skulptur gegen die Kürzungen bei der Deutschen Welle.

Tilly-Skulptur in Berlin: Künstler protestiert gegen Kürzungen bei Deutscher Welle. Der Karnevalskünstler Jacques Tilly setzt mit einer aufsehenerregenden Skulptur ein Zeichen gegen die geplanten Einsparungen beim Auslandssender Deutsche Welle.

Eine Darstellung von Wladimir Putin, Donald Trump und einem iranischen Ajatollah, die sich einträchtig über Budgetkürzungen bei der Deutschen Welle freuen – mit dieser umfangreichen Skulptur solidarisiert sich der renommierte Karnevalskünstler Jacques Tilly mit den Protesten. Diese richten sich gegen geplante Sparvorhaben und den Abbau von Arbeitsplätzen beim deutschen Auslandssender. Die Plastik soll im Rahmen einer Demonstration am Mittwochnachmittag durch die Berliner Innenstadt präsentiert werden. Die finale Kundgebung findet um 15.00 Uhr am Brandenburger Tor statt, wo das Werk gezeigt wird.

Die Gewerkschaften Verdi sowie der Deutsche Journalistenverband (DJV) haben zu der Protestaktion aufgerufen, deren Ausgangspunkt der Alexanderplatz ist. Der Protest richtet sich gegen die Reduzierung des Bundeszuschusses. Laut dpa führt diese Maßnahme dazu, dass die Deutsche Welle bis zum Jahr 2026 Einsparungen in Höhe von 21 Millionen Euro vornehmen muss.

Tilly bezeichnet Sparpläne als „politische Dummheit“

„Das nenne ich eine politische Dummheit“, äußerte der Bildhauer Tilly hierzu in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Der Sender ist schließlich in vielen Staaten eine wichtige Stimme der Freiheit und Demokratie.“ Auf diese Weise würden „liberale Fundamente“ geschwächt. Tilly stellte eine Parallele zur Regierung des US-Präsidenten Donald Trump her, welche damals Budgetkürzungen beim Auslandssender Voice of America durchgesetzt hatte. Er mahnte: „Deutschland sollte nicht Trumps Fehler wiederholen“.

Der Künstler verfügt über eigene Erfahrungen mit dem autoritär geführten Russland. Ein Gericht in Moskau verurteilte ihn erst Anfang April in Abwesenheit zu einer Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten. Als Gründe wurden die angebliche Missachtung religiöser Gefühle sowie die Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee genannt. Anlass dafür waren seine entworfenen Karnevalswagen, welche den Kreml-Chef Wladimir Putin und den von ihm initiierten Krieg gegen die Ukraine thematisieren.

Gewerkschaften sehen ein Geschenk für Autokraten

Die Kürzungspläne betreffen 160 Vollzeitstellen bei dem Sender, dessen Zentrale sich in Bonn befindet. Die Deutsche Welle, die ihr Programm in 32 Sprachen anbietet, wird durch Steuermittel getragen. „Ein größeres Geschenk kann Deutschland Autokraten wie Wladimir Putin nicht machen“, bemängelt der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster, der ebenfalls als Redner bei der Kundgebung vorgesehen ist. „Ausgerechnet jetzt, da die Demokratie weltweit unter Druck ist, kürzt die Bundesregierung die Mittel für die Deutsche Welle, statt sie aufzustocken.“

Ebenso äußert Verdi die Sorge vor erheblichen Einbußen bei der Reichweite, „während Stimmen der Desinformation stärker werden“. Die Gewerkschaft fordert, dass Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sich jetzt für eine angemessene finanzielle Ausstattung einsetzen müsse.

Konsequenzen: Dienste enden, Investitionen sinken

Schon im Februar mahnte die Intendantin Barbara Massing, dass die Kürzungen sehr schmerzhaft seien. Sie würden die Konkurrenzfähigkeit der Deutschen Welle zu einem Zeitpunkt beeinträchtigen, an dem eine robuste deutsche sowie europäische Präsenz aus geopolitischer Sicht an Bedeutung gewinne.

Zu den konkreten Maßnahmen gehört die Einstellung des griechischen Dienstes, während in weiteren Sprachen das publizistische Angebot verringert wird. Des Weiteren werden viele Stellen im gesamten Sender abgebaut und die Mittel für Investitionen signifikant gesenkt. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.