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Robbie Williams, Helene Fischer und Co.
Das kostet ein Privatkonzert der Superstars

Lesezeit 4 Minuten
Robbie Williams beim Auftritt.

Musizierte kürzlich mal eben in der Lanxess-Arena: Robbie Williams (Archivbild)

Nichts für die Portokasse. Wer Robbie Williams, Helene Fischer oder Beyoncé engagieren möchte, muss tief in die Tasche greifen. 

Das Wort „Verkaufstagung“ bringt wohl bei den wenigsten Menschen das Blut in Wallung. Aber wenn ein Unternehmen einen echten Superstar als Überraschungsgast einlädt, dann kann das Ganze schon mal zu einer richtigen Party werden. Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) holte am Dienstagnachmittag (28. März) für ihre 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Pop-Superstar Robbie Williams auf die Bühne der Lanxess-Arena. Was das gekostet hat, darüber kann man nur spekulieren. 2008 berichtete „RP Online“, dass Robbie Williams etwas über eine Million Euro für einen Auftritt verlangt. In 15 Jahren dürfte sich der Marktwert des einstigen Teenie-Idols nur unwesentlich verschlechtert haben.

Wer glaubt, dass Konzerte dieser Art eine Seltenheit sind, der irrt. Hier einige Highlights der letzten Jahre.

Helene Fischer: Schlagerstar bei großen Firmenfeiern

Die Schlagerqueen soll ursprünglich für den DVAG-Event geplant gewesen sein, musste aber wegen ihrer Rippenfraktur kurzfristig absagen. Im Juni 2022 sorgte Helene Fischer als Überraschungsgast beim Firmenjubiläum des Schraubenherstellers Würth für Aufsehen. Firmengründer und Milliardär Reinhold Würth soll dafür tief in die Tasche gegriffen haben – wie tief, ist nicht bekannt. Zum 100. Geburtstag von Trigema im Jahr 2019 soll die Sängerin laut der „Bild“-Zeitung 700.000 Euro von Firmenchef Wolfgang Grupp erhalten haben.

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Im selben Jahr berichtete die „Bild“-Zeitung über den 80. Geburtstag des Bauunternehmers Günter Papenburg, der ebenfalls Fischer engagierte, nachdem er zu seinem 75. den inzwischen verstorbenen Udo Jürgens für eine stolze, nicht bekannte Summe engagiert hatte. Kostenpunkt für die Party zum 80.? Laut „Bild“ eine Million Euro. Davon wird Fischer sicher eine schöne Summer bekommen haben.

Beyoncé: Millionen für Hoteleröffnung in autoritärer Monarchie

Superstar Beyoncé trat Ende Januar 2023 im neuen Hotel „Atlantis The Royal“ in Dubai auf. Laut Medienberichten soll die Sängerin dafür 24 Millionen US-Dollar (rund 22 Millionen Euro) kassiert haben. Das Publikum feierte sie, ihre Fans waren zwiegespalten und kritisierten die „Crazy in Love“-Sängerin in den sozialen Netzwerken.

Lady Gaga: Für Hochzeit eines Milliardärs schnell nach Italien

Oscar- und Grammy-Preisträgerin Lady Gaga soll laut „Daily Mail“ im Juni 2022 für mehr als drei Millionen Dollar bei der Hochzeit des britischen Milliardärs Alan Howard und seiner Frau Caroline Byron am Comer See in Italien gesungen haben. „Und da sind ihre Entourage, ihre Reisen, ihre Unterkunft, ihre Fahrer und ihre Technik noch gar nicht eingerechnet“, sagte der PR-Experte Nick Ede damals der britischen Boulevardzeitung.

Von den Rolling Stones bis Barbra Streisand: Eine Million für die nächste Geburtstagsparty

„Booking Entertainment“ wirbt als angeblich führende US-Agentur mit der Vermittlung von Weltstars für private Feste, öffentliche Konzerte, Firmenveranstaltungen und Benefizveranstaltungen weltweit. Das Unternehmen bietet unter anderem illustre Namen, die seit Jahrzehnten im Showbusiness tätig sind. Ab einer Million können Legenden wie die Rolling Stones, Cher, Paul McCartney oder Barbra Streisand gebucht werden. Tom Jones soll schon für schlappe 400.000 US-Dollar in den Flieger steigen.

Wie aktuell oder realistisch diese Angaben sind, ist jedoch unklar, denn im Angebot ist auch Liza Minnelli, die allerdings aus gesundheitlichen Gründen seit einiger Zeit keine Konzerte mehr gibt. Auch eine Reunion von Simon & Garfunkel scheint vom Tisch zu sein. Und bereits verstorbene Show-Legenden wie Burt Bacharach oder Ramsey Lewis geben wahrscheinlich Privatkonzerte in ganz anderen Hemisphären.

Günstige Alternativen: Deutsche Top-Stars und Doubles für den „kleinen“ Geldbeutel

Das „Event Portal“ hat Künstler von Nena über Udo Lindenberg bis hin zu Dieter Bohlen oder Daniela Katzenberger eine bereite Palette an Stars im Angebot, die vermutlich nur einen Bruchteil der Gage von internationalen Superstars verlangen. Die Gagen werden nur auf Anfrage von Firmen zu deren Events bekannt gegeben. Im Gegensatz dazu sind die Preise der Ärzte (ab 100.000 Euro), Jan Delay (ab 60.000 Euro) oder Culcha Candela (ab 40.000 Euro) offen einsehbar.

Wer keine Gesangseinlagen mag, kann auch Reiner Calmund (ab 15.000 Euro) oder Karl-Heinz Rummenigge (ab 10.000 Euro) für eine Podiumsdiskussion oder Expertenrunde einfliegen lassen. Und wem das alles zu teuer ist, der bucht halt das Double von Helene Fischer oder Robbie Williams – die bekommt man schon für knapp über 1.000 Euro. (jag)

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