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Extremwetter im Liveblog
Mehrere Badeunfälle in Deutschland – ein Hitzerekord jagt den nächsten

25 min

Die Extremtemperaturen haben in Deutschland und Europa erhebliche Auswirkungen – alle Informationen zur Hitzewelle im Liveblog.

Nicht nur in Köln und der Region sorgt die andauernde Hitzewelle für spürbare Auswirkungen – deutschlandweit und in großen Teilen Europas sorgen die enormen Temperaturen mitunter für Ausnahmezustand. Alle wichtigen Informationen zur Hitzewelle finden Sie in unserem Liveblog.

Sonntag, 28. Juni

Hitzewelle in Großbritannien: Menschen buchen klimatisierte Hotels

18.34 Uhr: Blick nach Großbritannien: Dort suchen offenbar immer mehr Menschen – vor allem die mit kleinen Kindern – in klimatisierten Hotelzimmern Schutz vor der Hitze. Laut „The Guardian“ verdreifachte sich auf der Buchungsplattform Booking.com die Suchanfrage für Hotelzimmer in Großbritannien mit dem Filter „Klimaanlage“ seit dem 1. Juni.

Grüne schlagen Förderung für Klima-Solar-Anlagen vor

17.15 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge hat angesichts der Hitzewelle in Deutschland ein Sofortprogramm für mehr Klimaanlagen in öffentlichen Einrichtungen gefordert. „Deutschland braucht ein Abkühl-Sofortprogramm, um Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu klimatisieren“, sagte Dröge.

Mindestens 13 Tote bei Badeunfällen in Deutschland

17.08 Uhr: Während der Hitzewelle sind seit Freitag in Deutschland mindestens 13 Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Die tödlichen Unglücke ereigneten sich unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Berlin, Hessen und Niedersachsen. Zu den Opfern zählen mehrere Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene, die in Flüssen, Seen und einem Freibad ertranken.

Zudem wurde am Sonntag die Suche nach einem vermissten Langstreckenschwimmer in der Ostsee zunächst erfolglos abgebrochen. Angesichts der anhaltend hohen Temperaturen warnen Rettungsorganisationen eindringlich vor den Gefahren beim Baden in offenen Gewässern.

Eine Notrufsäule der DLRG steht an einem Badesee.

Eine Notrufsäule der DLRG steht an einem Badesee.

Erneut Temperaturrekord in Deutschland: 41,7 Grad gemessen

16.50 Uhr: Den dritten Tag in Folge hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Angaben einen Temperaturrekord in Deutschland registriert: Der vorläufige Höchstwert von 41,7 Grad wurde nachmittags in Neißemünde im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree gemessen. Erst am Freitag hatte der Wetterdienst nach vorläufigen Angaben in Saarbrücken-Burbach mit 41,3 Grad die bis dahin höchste Temperatur in Deutschland registriert. Am Samstag wurden an derselben Station um 15 Uhr dann 41,4 Grad gemessen. Den nächsten Rekord registrierte der DWD dann ebenfalls am Samstag um 16.20 Uhr mit 41,5 Grad in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt.

Die folgende Nacht war dann nach vorläufigen DWD-Angaben die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Im ostsächsischen Kubschütz sank die Nachttemperatur nicht unter 29,4 Grad: Damit wurde der alte Rekord für die wärmste Nacht – 27,2 Grad am 13. August 2003 am Berg Weinbiet in Rheinland-Pfalz – um mehr als zwei Grad übertroffen.

Der vorherige Hitzerekord für Deutschland hatte sieben Jahre gehalten und bei 41,2 Grad Celsius gelegen, gemessen am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen.

Vor allem ältere Menschen sind durch die Hitze beeinträchtigt. Da hilft vor allem: viel trinken

Vor allem ältere Menschen sind durch die Hitze beeinträchtigt. Da hilft vor allem: viel trinken.

Waldgebiet mit Munition brennt – kompletter Ort wird geräumt

15.55 Uhr: Die lange Trockenheit lässt die Waldbrandgefahr steigen – im Landkreis Bad Kreuznach musste ein ganzer Ort wegen Explosionsgefahr geräumt werden. Ein Feuer war am Samstag in einem Wald ausgebrochen, in dem einst Munition entsorgt wurde. Die Feuerwehren können deshalb das Gebiet nicht zum Löschen betreten. Immer wieder kommt es zu Explosionen. Im Verlauf des Sonntags dehnte sich der Brand in einem schwer zugänglichen Waldgebiet mit steilen Hängen auf eine Fläche von rund 2,7 Hektar aus. Die Feuerwehr versucht derzeit, mit Schneisen und Wassersprengern ein weiteres Ausbreiten der Flammen zu verhindern. 650 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Ein Waldstück mit Kampfmitteln brennt in der Nähe des Ortes Traisen. Die Löscharbeiten mussten unterbrochen und der Ort geräumt werden.

Ein Waldstück mit Kampfmitteln brennt in der Nähe des Ortes Traisen. Die Löscharbeiten mussten unterbrochen und der Ort geräumt werden.

Temperaturrekord von Samstag bereits erneut eingestellt

15.48 Uhr: Der erst am Samstag neu aufgestellte Hitzerekord in Deutschland ist am Sonntagnachmittag erneut eingestellt worden. Im sächsischen Bad Muskau an der Grenze zu Polen und Brandenburg wurde gegen 15 Uhr ein Wert von 41,5 Grad gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Dies ist die höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland, sie war am Samstag gegen 16.30 Uhr bereits in Drewitz in Sachsen-Anhalt erreicht worden.

Da die Temperaturen am Sonntag noch weiter steigen könnten, könnte den dritten Tag infolge ein neuer Höchstwert erreicht werden. Am Freitagnachmittag um 17 Uhr war mit 41,3 Grad in Saarbrücken bereits ein neuer Rekordwert gemessen worden.

Stadt Köln kündigt Pressekonferenz an – Kälteinsel in der Messe in Deutz

15.18 Uhr: Ein Notfallversorgungszentrum hat die Stadt Köln am Samstag in einer Messehalle in Deutz eingerichtet. Weil Rettungsdienst und Kliniken überlastet sind, werden dort Menschen versorgt, die nicht fortlaufend ärztliche Aufsicht benötigen. Der Oberbürgermeister Torsten Burmester will heute Nachmittag zusammen mit den Leitern von Rettungsdienst und Feuerwehr eine Pressekonferenz wegen der extremen Hitze geben. „Zudem wird eine Kälteinsel in der Messe für Menschen eingerichtet, um sich abzukühlen“, heißt es in der Ankündigung.

Kölner Kliniken schlagen Alarm – erste Todesfälle durch Hitze

14.31 Uhr: Auch in Köln gibt es Todesfälle, die offenbar mit der Hitze in Zusammenhang stehen. Die Personen litten demnach an Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Schwäche, berichtet ein Sprecher der Kölner Kliniken. „Mehr als doppelt so viele Reanimationen mussten im Schockraum durchgeführt werden. An einem normalen Tag sind es zwei bis drei, am Samstag waren es fünf bis sechs“, sagt René Hartmann. In Merheim, Holweide und im Kinderkrankenhaus in Köln-Niehl waren die Notaufnahmen voll. Zusätzliches Personal wurde angefordert, DRK, Feuerwehr und ASB mussten unterstützen.

Mann wird nach Bad im Fühlinger See vermisst

14.25 Uhr: Seit Samstagnachmittag (27. Juni) suchen Polizei und Rettungskräfte in Köln nach einem 21 Jahre alten Mann, der im Fühlinger See vermisst wird. Wie die Polizei mitteilt, sei er gegen 13 Uhr ins Wasser gegangen, aber nicht wieder ans Ufer zurückgekehrt.

Vermisster 14-Jähriger wird tot aus See bei Düren geborgen

13.04 Uhr: Ein vermisster 14-Jähriger ist nach dreitägiger Suche im Badesee Echtz bei Düren in Nordrhein-Westfalen leblos geborgen worden. Einsatzkräfte hatten seit Freitag nach dem Jugendlichen gesucht. Er war nach bisherigen Erkenntnissen mit Freunden in einem Schlauchboot auf dem See unterwegs und aus bislang ungeklärter Ursache ins Wasser gefallen. Seine Begleiter hatten noch vergeblich versucht, ihn über Wasser zu halten.

Taucher suchen im Badesee Echtz bei Düren nach einer vermissten Person.

Taucher suchten im Badesee Echtz bei Düren nach einer vermissten Person.

Mit Booten, Tauchern und einem Sonarroboter wurde nach dem Vermissten gesucht, auch zwei Hubschrauber waren zwischenzeitlich im Einsatz. Am Sonntagvormittag sei der Jugendliche dann geortet und aus dem See geborgen worden, berichtete die Polizei. Ein Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen.

Zur Abkühlung nach Nordeuropa? Von wegen

12.30 Uhr: Dänemark hat einen neuen Hitzerekord. Mit 37 Grad war der Samstag der heißeste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Gemessen wurde die Temperatur dänischen Medienberichten zufolge sowohl in Odum nördlich der Stadt Aarhus in Ostjütland als auch am Flughafen H.C. Andersen, der nördlich von Odense auf der Insel Fünen liegt.

Der bisherige Hitzerekord stammt mit 36,4 Grad aus dem Jahr 1975. Gemessen wurde die Temperatur damals am 10. August in der Stadt Holstebro in Mitteljütland. Deutlich übertroffen wurde am Samstag auch die höchste Temperatur, die jemals im Juni gemessen wurde. Am 30. Juni 1947 kletterte das Thermometer auf 35,5 Grad.

Dänemark, Kopenhagen: Menschen suchen am Amager-Strand Abkühlung im und am Wasser.

Dänemark, Kopenhagen: Menschen suchen am Amager-Strand Abkühlung im und am Wasser.

Lokale Temperaturrekorde verzeichneten am Wochenende auch Meteorologen im Nachbarland Schweden. In Schonen, der südlichsten Provinz, wurde in Osby eine Temperatur von 36,8 Grad gemessen. Malmö, die drittgrößte Stadt des Landes, erreichte 35,1 Grad. Den landesweiten Hitzerekord brach Schweden bisher aber nicht. 1947 wurden in Malilla in Smaland sowie 1933 in der Nähe der Stadt Uppsala jeweils 38 Grad gemessen.

Zur Hitzewelle kommt die Unwettergefahr

11.55 Uhr: Für Sonntag sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) Temperaturen von bis zu 42 Grad voraus, aber es drohen auch landesweit heftige Gewitter. Es gibt Unwetterpotential durch heftigen Starkregen, schwere Sturmböen und großen Hagel. Auch extremes Unwetter mit bis zu 50 Litern pro Quadratmeter sei nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Montag werden erneut schwere Gewitter mit Starkregen erwartet.

Höchstwerte im Osten und Südosten von 39 bis 41 Grad werden erwartet, in der Lausitz bis 42 Grad. In den übrigen Teilen Deutschlands werden 32 bis 38 Grad erreicht, an der Küste könnte es kühler werden. Der gerade erst aufgestellte Temperaturrekord von 41,5 Grad könnte also erneut gebrochen werden.

630 Menschen bleiben in Zug ohne Klimaanlage stecken

11.46 Uhr: Mehr als 600 Passagiere sind ohne Klimaanlage in einem Zug in der Prignitz in Brandenburg gestrandet. Drei Menschen kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus, wie Kreisbrandmeister Christian Reisinger mitteilte. Ein Baum war bei einem Sturm am frühen Samstagabend (27. Juni) auf eine Oberleitung gefallen und der Zug der tschechischen Bahn (Ceské dráhy), der von Hamburg nach Prag fahren sollte, verlor seinen Fahrstrom.

Ohne Strom fiel außerdem die Klimaanlage aus und die Türen blieben verschlossen, wie es hieß. Die Einsatzkräfte öffneten die Türen, mussten dafür etwa Bäume aus dem Weg sägen. Im Zug, in dem es laut Reisinger mittlerweile etwa 40 Grad hatte, sichteten die Einsatzkräfte die circa 630 Passagiere. Zwei Menschen kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus. Zuerst hatte die „Märkische Allgemeine“ berichtet.

Ein Zug war stromlos in Brandenburg - und musste evakuiert werden

Ein Zug war stromlos in Brandenburg - und musste evakuiert werden.

Kinder, Schwangere und ältere Menschen brachte die Feuerwehr demnach aus dem heißen Zug, der Rest musste dort ausharren. Nach mehreren Stunden kam um kurz vor 23 Uhr eine Diesellok, die den Zug nach Karstädt zog. Dort stellte sich laut Reisinger heraus, dass es keine Weiterfahrt mehr gibt. Die Einsatzkräfte bauten in einer Sporthalle ein Notlager auf, in dem die Passagiere übernachten konnten.

Ein Mensch kam von dort aus mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus, andere wurden von Bekannten abgeholt. Am Morgen brachten Linienbusse die etwa 500 Menschen laut Reisinger zum Bahnhof nach Karstädt, wo sie mit zwei ICE weiterreisen konnten.

Auch im Kölner Dom steigen die Temperaturen

11.16 Uhr: Selbst die kühlen Kirchenmauern erwärmen sich bei 38 Grad Außentemperatur: „Hatten wir vor einer Woche tagsüber noch 21 Grad im Dom, sind es inzwischen gut 26 Grad,“ sagte Dom-Sprecher Markus Frädrich am Sonntag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Es ist üblich, dass sich die Innenraumtemperaturen des Kölner Doms während einer Hitzewelle stetig den Außentemperaturen annähern.“ Das sei eine Folge der gotischen Bauweise. „Die großen Fensterflächen und der Stein nehmen die Hitze auf und speichern sie – und es wird täglich wärmer im Dom.“

In Berlin hatten Medien zuvor einen Besucheransturm auf den Dom gemeldet. Das zwischen 1894 und 1905 errichtete Gotteshaus zog demnach wegen seines angenehmen Innenklimas Tausende Besucher an – obwohl außerhalb der Gottesdienste ein Eintritt fällig ist. Der Zustrom in Köln bewege sich auf dem üblichen Niveau für die Jahreszeit, sagte Frädrich. Im Kölner Dom ist der Zugang noch frei. Ab Mittwoch wird eine Zugangsgebühr in Höhe von regulär 12 Euro erhoben.

Hitzewelle: Frankreich verzeichnet mindestens 1000 zusätzliche Tote

10.45 Uhr: In Frankreich haben die Gesundheitsbehörden während der aktuellen Hitzewelle seit Mittwoch etwa 1000 zusätzliche Todesfälle im Vergleich zu den Vormonaten verzeichnet. Laut einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde Santé publique France vom Sonntag starben vor allem ältere Menschen ab 65 Jahren. Die Zahlen seien vorläufig und wahrscheinlich zu niedrig angesetzt, hieß es. Nach elf Tagen außergewöhnlicher Hitze mit mehr als 40 Grad in vielen Teilen des Landes sanken die Temperaturen in Frankreich am Sonntag derweil wieder etwas.

Die größte Zunahme wurde den Angaben zufolge bei den Todesfällen in der eigenen Wohnung registriert. Besonders betroffen war dabei die Region Île-de-France, zu der auch die Hauptstadt Paris gehört. Dies sei eine Erinnerung daran, wie wichtig Solidarität gegenüber denjenigen Menschen sei, die isoliert lebten oder in tiefer Einsamkeit, auch in urbanen Regionen, erklärte die Gesundheitsbehörde.

Sechsjähriger beim Spielen am Rhein-Herne-Kanal ertrunken

10.33 Uhr: Ein sechsjähriger Junge ist im Rhein-Herne-Kanal in Herne ertrunken. Das bestätigte ein Sprecher der Bochumer Polizei am Vormittag. Das Kind habe am Samstag (27. Juni) während eines Picknicks mit seiner Familie am Herner Meer gespielt und sei dann nicht mehr aufzufinden gewesen. Ein Mitarbeiter der Schleuse des Kanals sei auf die Suche nach dem Jungen aufmerksam geworden und habe die Einsatzkräfte alarmiert.

Bei einer umgehend eingeleiteten Suche, bei der nach einem Facebook-Post der Feuerwehr Herne unter anderem ein Hubschrauber zum Einsatz kam, bargen die Einsatzkräfte das Kind aus dem Wasser. Es sei noch vor Ort gestorben. Zum näheren Hergang des Badeunfalls werde ermittelt, sagte der Polizeisprecher weiter.

29,4 Grad – Rekord für wärmste Nacht in Deutschland

9.41 Uhr: Die vergangene Nacht war nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen in Deutschland. Der Rekord wurde im ostsächsischen Kubschütz aufgestellt, dort sank die Nachttemperatur nicht unter 29,4 Grad.

RRX fährt wieder – aber mit Einschränkungen

7.33 Uhr: Der Zugverkehr auf der RRX-Linie ist am Samstagabend schrittweise wieder angelaufen. Der Betreiber National Express hatte den Betrieb am Nachmittag wegen der Hitze mehrere Stunden lang eingestellt. Auch am Sonntag müssen Fahrgäste aber weiterhin mit erheblichen Beeinträchtigungen rechnen. National Express kündigt Ausfälle, verkürzte Linien und kurzfristige Änderungen an. Das berichtet der WDR.

Samstag, 27. Juni

Sämtliche Hitze-Rekorde in Deutschland wurden geknackt

22:54 Uhr: Der Samstag ließ deutschlandweit die Hitze-Rekorde purzeln. Der DWD teilte gleich mehrere bundesweite Rekorde mit: An 46 Stationen wurden mindestens 40,0 Grad gemessen. An insgesamt 250 Stationen wurden so hohe Werte gemessen wie nie zuvor. Zudem wurden an 211 weiteren Stationen Rekordwerte für Juni gemessen. Zahlreiche Bundesländer vermeldeten ebenfalls Rekordgradzahlen.

Es handelt sich allerdings ebenfalls um vorläufige Werte – sie könnten vom Wetterdienst im Nachhinein noch korrigiert werden. Der vorherige Hitzerekord für Deutschland hatte bei 41,2 Grad Celsius gelegen, gemessen am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen.

In Nürnberg wurde der Straßenbahnbetrieb eingestellt, weil sich wegen der Hitze der Straßenbelag löst. Es gibt Ersatzverkehr mit Bussen.

In Nürnberg wurde der Straßenbahnbetrieb eingestellt, weil sich wegen der Hitze der Straßenbelag löst. Es gibt Ersatzverkehr mit Bussen.

Damit sind im Juni bundesweit einige Rekorde gefallen: neben der bisher höchsten jemals gemessenen Temperatur auch der Juni-Rekord für Deutschland. Der hatte zuvor bei 39,6 Grad gelegen, gemessen am 30. Juni 2019 in Bernburg in Sachsen-Anhalt.

NRW-Festival abgebrochen wegen aufziehenden Gewitters

20:35 Uhr: Metal-Fans erlebten eine Enttäuschung. Das Vainstream Festival in Münster wurde wegen eines aufziehenden Gewitters abgebrochen. Die rund 20.000 Besucherinnen und Besucher wurden aufgefordert, das Gelände über die ausgeschilderten Wege zu verlassen.

Kind im Rhein-Herne-Kanal vermisst – Mann ertrinkt in Düsseldorf

19:01 Uhr: In Herne suchen Einsatzkräfte nach einem Kind. Es sei im Herner Meer am Rhein-Herne-Kanal untergegangen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Zu den Umständen sei noch nichts bekannt. Polizei und Rettungskräfte seien vor Ort. Wie alt das Kind ist und ob es alleine im Wasser gewesen war, blieb zunächst offen.

In Düsseldorf kam es zu einem tödlichen Badeunfall. Ein 41-jähriger Mann starb im Angermunder Baggerloch. Trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen kam für ihn jede Hilfe zu spät.

38 Grad am Flughafen: Kölner Juni-Rekord „offiziell übertroffen“

17.57 Uhr: Auch in Köln wurde ein neuer Höchstwert gemessen. Diplom-Meteorologe Thomas Kesseler-Lauterkorn bestätigte gegenüber dieser Zeitung, dass am Flughafen Köln/Bonn am Nachmittag ein Höchstwert von 38,0 Grad registriert wurde. Ein halbes Grad mehr als noch am Freitag. „Damit ist auch offiziell der bisherige Juni-Temperaturrekord von 1947 in Köln knapp übertroffen“, so Kesseler-Lauterkorn.

Hitzerekord in Deutschland nach vorläufigen Daten erneut gebrochen

16.46 Uhr: In Deutschland ist am Samstag nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erneut ein Hitzerekord aufgestellt worden. Die Messstation in Drewitz im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt habe gegen 16.30 Uhr eine Temperatur von 41,5 Grad verzeichnet, sagte ein DWD-Sprecher. Am Freitag war mit 41,3 Grad in Saarbrücken bereits ein neuer Rekordwert gemessen worden.

Ozonwerte in Köln und NRW überschreiten Alarmschwelle

15.51 Uhr: In Nordrhein-Westfalen wurden heute Ozonkonzentrationen oberhalb der Alarmschwelle von 240 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen, das teilte das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima mit. In Köln wurden im Stadtteil Chroweiler entsprechend hohe Werte gemessen. Auch in Duisburg, Bottrop, Düsseldorf, Hürth, Mönchengladbach, Mülheim und Niederzier wurde die Alarmschwelle überschritten.

Ozon kann Symptome wie Schleimhautreizungen, Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen und eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit verursachen. Diese Beschwerden treten vorwiegend bei empfindlichen Personengruppen auf, zu denen etwa zehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung zählen. Auch Menschen mit Arbeitsplätzen im Freien, Sportler (aufgrund der erhöhten Atemfrequenz), Säuglinge und Kleinkinder (wegen ihres höheren Atemvolumens) sind besonders gefährdet.

DWD warnt vorab vor Unwettern in der Nacht auf Sonntag

15.38 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst hat eine Vorabinformation zu drohenden Unwettern am Samstagabend veröffentlicht. Demnach ziehen ab dem Abend schwere Gewitter über den Norden und Westen Deutschlands hinweg. Es müsse mit schweren Sturmböen sowie vereinzelten Orkanböen gerechnet werden. Zudem werden Starkregen und Hagel mit Korngrößen bis zu vier Zentimetern erwartet. Die Vorab-Warnung gilt für den Zeitraum von 21 Uhr am Samstagabend bis 8 Uhr am Sonntagmorgen.

Ein Blitz leuchtet über einer Landschaft auf. In der Nacht drohen Unwetter. (Archivbild)

Ein Blitz leuchtet über einer Landschaft auf. In der Nacht drohen Unwetter. (Archivbild)

ADAC meldet Hitzeschäden an elf Autobahnen in Deutschland

15.07 Uhr: Bei Temperaturen um 40 Grad Celsius zeigen sich die Folgen für Deutschlands Straßen dramatisch: Die Hitze sprengt Asphalt auf und verformt Betonplatten. Der ADAC hat Informationen der Autobahn GmbH des Bundes ausgewertet und identifiziert bereits elf Autobahnen mit Hitzeschäden, Sperrungen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Besonders stark betroffen sind demnach die A2 (mehrere Vollsperrungen zwischen Brandenburg und Niedersachsen), die A1, die A7 (Sperrung bei Hamburg bis 29. Juni), die A93 und weitere Strecken bundesweit. Ein Sprecher der Autobahn GmbH warnte gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Bei hohen Temperaturen bitte besonders aufmerksam fahren. Wer Schäden an der Fahrbahn bemerkt, sollte diese umgehend der Polizei melden.“

Kind verbrüht sich Gesicht mit Wasser aus Gartenschlauch

14.47 Uhr: Ein siebenjähriges Kind hat sich am Freitagnachmittag in einer Kleingartenanlage im Neusser Stadtteil Weckhoven schwere Gesichtsverletzungen zugezogen. Der Grund: Das Wasser in einem Gartenschlauch, der längere Zeit in der prallen Sonne lag, wurde extrem heiß und verursachte Verbrühungen im Gesicht des Kindes.

Der Einsatz war so ernst, dass sogar ein Notarzt per Hubschrauber angefordert wurde – dieser wurde letztlich jedoch nicht benötigt. Das Kind kam mit einem Rettungswagen in eine Kinderklinik. Die Polizei geht von einem tragischen Unfall aus. Die „Rheinische Post“ hatte zuerst berichtet. 

BUND Köln ruft zur Hilfe für Wildtiere auf

14.01 Uhr: Tiere in der Stadt leiden unter der Hitze genauso wie Menschen. Der BUND Köln appelliert: Mit einem einfachen Blumenuntersetzer, gefüllt mit Wasser, kann jeder helfen. Regelmäßiges Reinigen und tägliches Auffüllen mit frischem Wasser sind wichtig.

Rettungsdienste in Deutschland am Limit

13.23 Uhr: Die Rettungsdienste in Köln sind nach Angaben der Stadt zunehmend überlastet. „Nach zehn aufeinanderfolgenden Tagen mit extremer Hitze und ohne nennenswerte nächtliche Abkühlung ist die Lage ernst“, erklärte die Stadtverwaltung. Allein in den vorherigen 24 Stunden seien sieben Menschen bewusstlos in ihren Wohnungen – überwiegend in Dachgeschossen – aufgefunden worden.

Auch in Bayern sind die Rettungskräfte aufgrund der hohen Temperaturen stark gefordert. „Hitzebedingte Einsätze, etwa wegen Kreislaufproblemen, Dehydrierung oder Erschöpfung, nehmen zu“, sagte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes am Samstag.

35 Grad im Heim – Bewohner nach Hitze-Einsatz versorgt

12.19 Uhr: In Dormagen sind wegen gefährlicher Hitze-Entwicklung zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheims aus dem Gebäude gebracht und medizinisch versorgt worden. In der Nacht sei ein Bewohner gestorben, ob die Hitze ursächlich war, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Stadt im Rhein-Neuss-Kreis. Man habe sich am Morgen für umfassende vorsorgliche Maßnahmen entschieden.

Seit 7.00 Uhr waren Kräfte in dem überhitzten Gebäude im Einsatz, in dem rund 160 Seniorinnen und Senioren leben, wie es aus dem Umfeld des Feuerwehr-Einsatzes hieß. Der Stadtsprecher schilderte nach einer Krisensitzung, es sei zu enormen Temperaturen bis 35 Grad gekommen. Mehrere Krankenwagen standen vor der Einrichtung bereit.

Derzeit wird laut Stadtsprecher weiter geprüft, wer außerhalb des Gebäudes betreut werden muss. Bisher handele es sich um zehn Personen. „Wer medizinisch versorgt werden muss, den holen wir raus.“ Bei anderen Bewohnern könne es ausreichen, von oberen Etagen in die unteren, kühleren Bereiche zu wechseln. In einer Cafeteria habe man externe Klimageräte aufgebaut.

Gletscherforscher rechnet mit „sehr starkem Eisverlust“

11.17 Uhr: Die Hitzewelle in Europa setzt auch den Gletschern zu: In den Alpen sei in diesem Jahr mit einem „sehr starken Eisverlust“ zu rechnen, sagte der Schweizer Gletscherforscher Matthias Huss der Nachrichtenagentur AFP. Voraussichtlich schon am 29. Juni seien die winterlichen Schneereserven der Gletscher in diesem Jahr aufgebraucht – danach verlieren sie beim Schmelzen an Masse. Der sogenannte Gletscherschwundtag war bisher nur ein einziges Mal, im Jahr 2022, schon so früh im Jahr eingetreten.

Eis am Rhonegletscher bei Obergoms (Schweiz) am 9. August 2025.

Eis am Rhonegletscher bei Obergoms (Schweiz) am 9. August 2025.

Huss, der den Schweizer Gletschermessdienst Glamos leitet, führt dies auf die aktuelle Hitzewelle, die Hitzewelle im Mai, aber auch auf den erneut schneearmen Winter zurück. „Wir beobachten enorme Abtragungs- und Schmelzraten von Eis und Schnee im gesamten Alpenraum“, sagte Huss. Die Schmelze setze etwa drei Monate früher ein als für die Gletscher „gesund“ wäre.

DWD warnt vor möglichem neuem Hitzerekord und Unwettern

10.27 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für den Großteil Deutschlands eine Warnung vor extremer Hitze ausgegeben. „Am heutigen Samstag sind flächendeckend Temperaturen über 36 Grad erwartbar, lediglich an den Küsten ist es etwas weniger heiß“, erklärten die Experten aus Offenbach. „Lokal sind sogar 42 Grad nicht ausgeschlossen.“ Damit würde der erst am Freitag erreichte Hitzerekord erneut gebrochen. Örtlich drohen den Angaben nach zudem Gewitter und Unwetter. Mit 41,3 Grad war die bislang höchste Temperatur in Deutschland überhaupt registriert worden.

Hitzewarnung in Köln

8.47 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in Köln erneut vor extremer Hitze. Aktuell gilt die Warnung bis Samstagabend, 19 Uhr.

Zum Abend hin können zudem schwere Gewitter mit Unwetterpotenzial in NRW aufziehen. Wo genau es krachen könnte, ist noch unklar.

Unwetter in Duisburg – Bäume stürzten um

7.23 Uhr: Ein heftiges Unwetter hat in der Nacht zu Samstag Duisburg schwer getroffen. Gegen 21 Uhr zogen Gewitterzellen mit Orkanböen über das Gebiet hinweg. Die Schäden im Stadtteil Hamborn sind erheblich. Mehrere Autos wurden von herabfallenden Bäumen begraben. Ein riesiger Ast bohrte sich durch mehrere Etagen eines Mehrfamilienhauses. Die Bewohner mussten in der Nacht evakuiert werden. Angaben zu Verletzten lagen zunächst nicht vor.

Auch im Stadtteil Marxloh gab es Schäden durch umgestürzte Bäume. Dort riss ein Baum die Oberleitung einer Straßenbahn ab und blockierte die Strecke. Trotz des Unwetters geht die Hitze auch am Samstag weiter.

Mehrere Menschen kollabieren in Altenheim

6.44 Uhr: Fünf Senioren sind in einem Altenheim in Krefeld wegen der Hitze kollabiert, Dutzende weitere Bewohner mussten von der Feuerwehr auf andere Zimmer verlegt werden.

Mitarbeiter des Altenheims hatten am Freitagabend den Rettungsdienst gerufen, da mehrere Bewohner stark unter der Hitze litten, wie ein Feuerwehrsprecher erklärte. Feuerwehr und Rettungsdienst rückten mit einem Großaufgebot aus.

Alle Bewohner der im Dachgeschoss liegenden Station seien von Ärzten untersucht worden. Fünf von ihnen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Knapp 40 Senioren konnten auf andere Zimmer in kühleren Stockwerken verteilt werden. Einsatzkräfte stellten zur Abkühlung auch Ventilatoren auf. Eine Klimaanlage gab es in dem Gebäude nicht, hieß es von der Feuerwehr weiter. Insgesamt dauerte der Einsatz knapp sechs Stunden.

National Express stellt Fahrten stundenlang ein

0.41 Uhr: Die Hitzewelle in Deutschland mit Temperaturen von rund 40 Grad Celsius bringt auch den Bahnverkehr an seine Grenzen – und darüber hinaus.

Für den Samstag (27. Juni 2026) hat der private Betreiber National Express eine Hitze-Pause angekündigt: Von 13 bis 19 Uhr wird der Betrieb der Rhein-Ruhr-Express-Linien RE 1, RE 4, RE 5, RE 6 und RE 11 ausgesetzt. Drei dieser Verbindungen betreffen auch den Zugverkehr in Köln. Das teilte das Unternehmen am späten Freitagabend mit.

Freitag, 26. Juni

NRW-Hitzerekord für Juni geknackt

21.52 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat im niederrheinischen Tönisvorst die bisher höchste Temperatur für einen Juni-Tag in NRW gemessen. Nach vorläufigen Angaben erreichte die Temperatur dort einen Wert von 40,2 Grad. Der NRW-Hitzerekord für Juni hatte bisher bei 38,3 Grad gelegen, gemessen am 18. Juni 2002 in Herten im Ruhrgebiet.

Der bisherige jemals gemessene Temperaturrekord wurde in NRW jedoch nicht erreicht: Er hatte bisher bei 41,2 Grad Celsius gelegen, gemessen am 25. Juli 2019 ebenfalls in Tönisvorst und in Duisburg-Baerl. Dieser bislang auch deutschlandweite Höchstwert wurde heute allerdings andernorts geknackt: In Saarbrücken-Burbach im Saarland maß der DWD eine Temperatur von 41,3 Grad.

Höchste Temperatur in Deutschland überhaupt registriert

18.27 Uhr: Jetzt ist es amtlich: Mit 41,3 Grad ist am Freitag die bislang höchste Temperatur in Deutschland überhaupt registriert worden. Der Rekordwert wurde gegen 17 Uhr an einer Wetterstation in Saarbrücken gemessen, wie eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes der Nachrichtenagentur AFP sagte. Bisher lag die Höchstmarke bei 41,2 Grad.

Sehenswürdigkeiten in London wegen hoher Temperaturen geschlossen

17.11 Uhr: Großbritannien hat am Freitag den dritten Tag in Folge einen neuen Hitzerekord für den Monat Juni verzeichnet. In Wattisham in der Grafschaft Suffolk im Südosten Englands wurden 36,9 Grad gemessen, wie die Wetterbehörde Met Office mitteilte. „Und die Temperaturen steigen weiter“, erklärte sie im Onlinedienst X.

Seit Mittwoch gilt wegen „extremer Hitze“ die Alarmstufe Rot. Sie wurde am Freitag bis Sonntagmorgen 9.00 Uhr (Ortszeit 10.00 Uhr MESZ) für den Südwesten und Südosten Englands einschließlich der Hauptstadt London verlängert. Die Wetterbehörde warnte die ganze Bevölkerung vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Auf dem Trafalgar Square suchen die Menschen unter Regenschirmen Schutz vor der Sonne.

Auf dem Trafalgar Square suchen die Menschen unter Regenschirmen Schutz vor der Sonne.

Mehrere Sehenswürdigkeiten in London wurden wegen der hohen Temperaturen geschlossen, unter anderem die Tower Bridge und das Königliche Observatorium von Greenwich. Das British Museum erklärte, es schließe früher und müsse möglicherweise einige Ausstellungsräume schließen. Hunderte Schulen blieben am Freitag ganz oder teilweise geschlossen. Mehrere Krankenhausgesellschaften schlugen Alarm, weil MRT-Geräte und IT-Systeme wegen der Hitze ausfielen.

Neuer Hitze-Rekord mit über 40 Grad erreicht

16.46 Uhr: In Deutschland sind erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in einem Juni mehr als 40 Grad Celsius gemessen worden.

An einer Wetterstation in Saarbrücken wurden nach den vorläufigen Messungen am Freitag 40,9 Grad gemessen, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes der Nachrichtenagentur AFP sagte. Der bisherige Juni-Rekordwert lag bei 39,6 Grad.

Zu wenig Sauerstoff: Flüssen droht das große Fischsterben

14.20 Uhr: Die hohen Wassertemperaturen in der Mosel haben den Sauerstoffgehalt vor allem am Oberlauf des Flusses so sinken lassen, dass dort ein Fischsterben droht. Das teilte das Umweltministerium in Mainz mit. Im Bereich von Palzem im Landkreis Trier-Saarburg liegt die Sauerstoffkonzentration im Wasser demnach mit 2,6 Milligramm pro Liter unter der für Fische kritischen Marke von 3 Milligramm.

Laut Ministerium überschritt die Mosel bereits am Mittwoch im Tagesmittel die Marke von 27 Grad Celsius, seit Donnerstag gelte das auch für Rhein und Nahe. „Die Saar wird diese Marke voraussichtlich am Wochenende erreichen.“ Das habe Folgen: An der Obermosel bei Palzem liege die Sauerstoffkonzentration mit 2,6 Milligramm pro Liter bereits unter der für Fische kritischen Marke von 3 Milligramm. „Es kann daher in diesem Bereich zu einem Fischsterben kommen.“

Belgien erlebt sein Waterloo – Historisches Spektakel abgesagt

13.01 Uhr: Wegen der anhaltenden Hitzewelle fällt die Schlacht von Waterloo in diesem Jahr aus: Die belgischen Organisatoren haben die Nachstellung der Niederlage des französischen Kaisers Napoleon wegen der hohen Temperaturen abgesagt. Sicherheit gehe vor, erklärten sie. Bei der alljährlich stattfindenden Veranstaltung treffen sich hunderte Teilnehmer in historischen Kostümen, um die berühmte Schlacht des Jahres 1815 am Ort des Geschehens nachzustellen. Das Spektakel zieht jedes Jahr tausende Schaulustige an.

Stromausfall wegen deutschem WM-Spiel

12.41 Uhr: Eine Kettenreaktion auch infolge der Hitze hat in Rüsselsheim einen größeren Stromausfall verursacht. Rund 2.000 Haushalte seien zeitweise ohne Strom gewesen, teilten die Stadtwerke mit. „Die außergewöhnlich hohen Temperaturen der vergangenen Tage sorgten für eine sehr hohe Stromnachfrage.“

Hinzu sei am Donnerstagabend eine zusätzliche Belastung des Netzes gekommen, unter anderem wegen des WM-Spiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. „In vielen Haushalten liefen Fernseher, Ventilatoren und Klimageräte gleichzeitig.“

CSD in Paris abgesagt

11.30 Uhr: Wegen der Hitze und der angespannten Lage in Frankreichs Krankenhäusern ist die Pariser Gay Pride abgesagt worden. Die Parade für die Gleichberechtigung queerer Menschen werde voraussichtlich im September nachgeholt, teilten die Veranstalter am Freitag mit. Auch das Musikfestival Solidays und weitere Veranstaltungen im Freien wurden abgesagt.

Die Pariser Polizei hatte die Organisatoren gebeten, die Veranstaltungen abzusagen, und zugleich mit einem Verbot per Dekret gedroht. „Die Rettungsdienste und das Gesundheitssystem sind bereits stark ausgelastet“, erklärte die Präfektur. Eine Versammlung von mehreren Hunderttausend Menschen stelle ein zu hohes Risiko für das bereits überstrapazierte Gesundheitssystem dar.

Unwetter-Potenzial in NRW steigt

10.51 Uhr: Bei der Hitze steigt auch das Unwetter-Potenzial in NRW. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ziehen erste Gewitter ab Samstagnachmittag auf, auch Unwetter könne es geben. Heiß bleibe es aber vorerst weiter.

Gewitter können schnell aufziehen: Sommerliche Wärmegewitter entstehen oft innerhalb weniger Minuten und erfordern schnelles Handeln.

Am Wochenende können vereinzelt Gewitter aufziehen. (Symbolbild)

Die Gewitter ziehen sich laut DWD durch die Nacht bis zum Sonntag. Im Verlauf des Sonntags bleibt es bewölkt, mit teils schweren Gewittern mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. Die Temperaturen sollen zwischen 30 und 35 Grad liegen.

Ab Montag entspannt sich die Hitzesituation laut der Vorhersage: Die Temperaturen sinken demnach auf 25 bis 28 Grad.

Musikfestival in den Niederlanden abgebrochen

10.21 Uhr: Wegen der großen Hitze ist im niederländischen Biddinghuizen ein Festival für elektronische Musik vorzeitig beendet worden. Alle Besucher des Hardstylefestival Defqon.1 seien um Mitternacht informiert worden, teilten die Veranstalter mit. Die rund 50.000 Besucherinnen und Besucher sollten den Campingplatz beim Festivalgelände etwa 70 Kilometer nordöstlich von Amsterdam am Freitag verlassen.

Nach der Absage des Festivals hatten nach Angaben der Polizei einige wütende Besucher in der Nacht auf dem Gelände randaliert. Doch inzwischen verlaufe der Abzug der Besucher ruhig, wie ein Sprecher des Veranstalters der Nachrichtenagentur ANP sagte. Bis 18 Uhr sollten die Menschen den Campingplatz verlassen haben.

Winterdienst im Sommer? Fahrzeug kühlt Asphalt mit Wasser

9.33 Uhr: Winterdienst bei hochsommerlicher Hitze? Auf der Landstraße 2038 in Thüringen gibt es diesen ungewöhnlichen Anblick. Statt wie im Winter Sole zu versprühen, verteilt das Winterdienstfahrzeug Wasser, wie eine Sprecherin des Landesamts für Bau und Verkehrs erklärte. Dadurch werde der Asphalt gekühlt. Zuvor hatte die „Thüringer Allgemeine“ berichtet.

Mit einem Winterdienst-Fahrzeug wird die Straße L2038 zwischen Lengefeld und der B247 im Unstrut-Hainich-Kreis bewässert, um diese zu kühlen.

Mit einem Winterdienst-Fahrzeug wird die Straße L2038 zwischen Lengefeld und der B247 im Unstrut-Hainich-Kreis bewässert, um diese zu kühlen.

In den Sommermonaten sind Asphaltstraßen teils hohen Belastungen durch Hitze ausgesetzt. Ein häufiges Problem sei die „blutende Decke“. Diese entsteht laut Sprecherin dann, wenn bei hohen Temperaturen das Bindemittel im Asphalt, das Bitumen, weich wird und an die Oberfläche steigt. Dadurch entstehe eine glänzende, klebrige Schicht, die vor allem nach längeren Hitzeperioden und bei starkem Verkehr mit schweren Fahrzeugen wie Lastwagen sichtbar wird.

Forscher: Hitzewelle ohne Klimawandel „praktisch unmöglich“

8.48 Uhr: Die Intensität der derzeitigen Hitzewelle in Europa hängt nach Einschätzung einer Wissenschaftlergruppe mit dem Klimawandel zusammen. „Der Klimawandel ist eindeutig dafür verantwortlich“, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie der internationalen Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA). Die natürliche Wärmephase durch das Wetterphänomen El Niño spiele hingegen „keine Rolle bei der Steigerung der Hitze“. Die derzeitigen extrem hohen Temperaturen am Tag und in der Nacht wären den Forschern zufolge zu diesem Zeitpunkt im Jahr vor 50 Jahren „praktisch unmöglich“ gewesen.

Die Wissenschaftler verglichen die aktuelle Lage unter anderem mit der ebenfalls außergewöhnlichen Hitzewelle von 1976. Eine vergleichbare Hitzewelle wäre vor einem halben Jahrhundert im Juni tagsüber um 3,5 Grad und nachts um 2,4 Grad weniger heiß gewesen, berechneten sie.

Tierschutzbund verlangt Stopp von Tiertransporten

8.33 Uhr: Mit Blick auf die Hitzewelle hat der Deutsche Tierschutzbund einen befristeten Stopp von Tiertransporten gefordert. „Wir appellieren an die Bundesregierung und die Bundesländer sowie an die Veterinärämter, Transportunternehmen und Landwirte, bei dieser extremen Hitze Tiertransporte auszusetzen“, sagte Präsident Thomas Schröder den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Zumindest sollten die Fahrten auf den späten Abend oder frühen Morgen verlegt werden.

Schröder erklärte, der Körper eines erwachsenen Rindes müsse bei diesen hohen Temperaturen gegensteuern - etwa durch Schwitzen. „Tiertransporte bei Hitze werden deshalb schnell zur Qual für die Tiere und sind mit erheblichen Tierschutzrisiken verbunden“, sagt er. Zugleich fehle es oft an Wasser, an Platz und an Pausen.

Feste und Sportveranstaltungen wegen Hitze abgesagt

7.37 Uhr: Wegen der Extremhitze mit Temperaturen von deutlich über 35 Grad fallen an diesem Wochenende Feste und Veranstaltungen in ganz Deutschland aus. Behörden und Verbände begründen das mit dem Schutz der Gesundheit von Teilnehmern, Besuchern und Veranstaltern. Von Freitag bis Sonntag rechnet der Deutsche Wetterdienst mit Temperaturen von bis zu 41 Grad Celsius. Auch Kommunen reagieren auf die Wetterlage. So strich die Stadt Nürnberg ihr für Samstag geplantes Bleiweißstraßenfest ersatzlos.

Schulen im Hitzestress – Verband fordert mehr Klimaschutz

7.01 Uhr: Schüler und Lehrer sollten nach Ansicht des Verbandes Bildung und Erziehung VBE besser vor Hitzewellen geschützt werden. Generell seien Arbeitgeber verpflichtet, „Gesundheitsgefährdungen zu vermeiden und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen“, sagte der VBE-Bundesvorsitzende Tomi Neckov am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin.

„Die Länder müssen diese allgemeinen Vorgaben für den Schulbereich konkretisieren und in verbindliche Regelungen überführen“, so Neckov weiter. „Dabei sollte die Bildungsministerkonferenz auf eine enge Abstimmung der Länder hinwirken.“

Hitze in Deutschland: Erste Bauern schlagen Alarm

6.33 Uhr: Sommerhitze und Trockenheit machen unter anderem den hessischen Bauern zu schaffen. Betroffen sei vor allem die Region Südhessen, wo einige Landwirte bereits mit der Ernte der Wintergerste begonnen hätten, teilte eine Sprecherin des Hessischen Bauernverbandes auf Anfrage mit.

Dort sei mittlerweile auch in den unteren Bodenschichten Trockenstress festzustellen. Auch Mittelhessen sei betroffen. Je nach Dauer werde die Trockenheit irgendwann für Kulturen, die erst später im Sommer geerntet werden, nicht mehr kompensierbar sein, „und Erträge werden sinken“.

Faltbare Fächer feiern Sommer-Comeback

6.25 Uhr: Ob in der U-Bahn oder bei Open-Air-Events: Überall wird gewedelt. Faltbare Handfächer gehören bei Hitze mittlerweile zu einem gefragten Accessoire, um sich leichte Abkühlung zu verschaffen. Es gibt die faltbaren Windmacher mit Blumenmuster, im Zebralook und längst auch mit frechen Sprüchen drauf.

Der Fächer seien wieder im Kommen - einer der Trends im Sommer, nicht nur in Berlin, meint Larissa Gleich, Gründerin eines Unternehmens in der Hauptstadt, das Fächer aus Bambus und Polyester-Stoff verkauft. Mit den Temperaturen steige auch die Nachfrage.

dpa/afp/kna/red