Im „Riverboat“ spricht Marjan über ihre Serienkinder, Wahrhaftigkeit am Set und ihre Rolle in der „Lindenstraße“.
„Im Leben keine Zeit dafür“Marie-Luise Marjan spricht im „Riverboat“ über ihre 43 Kinder

Schauspielerin Marie-Luise Marjan bei einem Auftritt im MDR-„Riverboat“. (Archivbild)
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Im „Riverboat“ sprach Marie-Luise Marjan am Freitagabend (20. Februar 2026) offen über ihre jahrzehntelange Arbeit als Schauspielerin und nannte eine bemerkenswerte Zahl: 43 Kinder und 27 Ehemänner habe sie im Laufe ihrer Karriere vor der Kamera gehabt. Gemeint sind ihre zahlreichen Mutterrollen in Film und Fernsehen. Privat blieb sie jedoch kinderlos.
Die Schauspielerin, die über Jahrzehnte als Helga Beimer in der „Lindenstraße“ zu sehen war, erklärte in der MDR-Talkshow, sie habe „im Leben keine Zeit dafür“ gehabt und „alles im Film gemacht“. Bereits die Rolle in der Kultserie sei ihre fünfzehnte Mutterrolle gewesen.
„Lindenstraße“ und Moritz Sachs: Verwirrung um Serienmutter
Kim Fisher schilderte einen vorherigen Besuch von Schauspieler Moritz Sachs, der in der „Lindenstraße“ Marjans Sohn Klaus Beimer spielte. Er habe als Kind einmal gesagt, er habe anfangs nicht gewusst, wer nun seine Mutter sei – die echte zu Hause oder die Mutter im Studio.
Diese enge Identifikation mit der Rolle zeige, wie intensiv die Dreharbeiten gewesen seien. Marjan betonte, sie habe immer großen Wert auf Wahrhaftigkeit im Spiel gelegt: „Ich bin im Spiel immer sehr fordernd. Ich will die Wahrheit. Ich will das wirklich spielen“, so Marjan.
Arbeit mit Kinder-Darstellern: Sensibilität am Set
Im Gespräch mit Kim Fisher betonte die Schauspielerin, wie anspruchsvoll Dreharbeiten mit Kindern seien. Sie habe stets engen Kontakt zu den Eltern gehalten – auch zu denen von Moritz Sachs – und nachgefragt, wie sensibel ein Kind sei. Eltern wüssten in der Regel am besten, wie ihr Nachwuchs reagiere.

Marie-Luise Marjan spielte mehr als 35 Jahre in der „Lindenstraße“ die Rolle der Helga Beimer, die von vielen Zuschauern schlicht „Mutter Beimer“ genannt wurde.(Archivbild)
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Wichtig sei gewesen, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Gleichzeitig betonte sie ihre Verantwortung: „Ich darf nicht so spielen, dass das Kind denkt, ich bin böse auf es. Dann ist die Beziehung gestört.“ Und weiter: „Mit Kindern muss man sehr, sehr vorsichtig sein.“
Marie-Luise Marjan lebt heute zurückgezogen im Rheinland und genießt ihren Ruhestand. Regelmäßig nimmt sie an Lesungen und ausgewählten Veranstaltungen teil. Nach einem Oberschenkelhalsbruch im Jahr 2024 ist sie mit Rollator unterwegs, bleibt aber aktiv und interessiert am öffentlichen Leben. Auch ihr soziales Engagement für Kinderhilfsprojekte führt sie weiterhin fort. (jag)

