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Trauerfeier König HaraldWarum Steinmeier anreist – und kein deutscher Royal

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Georg Friedrich Prinz von Preußen und seine Frau Sophie bei einer Trauerfeier.

Wäre Deutschland noch eine Monarchie, wären Georg Friedrich Prinz von Preußen und seine Frau Sophie heute das deutsche Kaiserpaar. (Archivbild)

Für Deutschland reist Bundespräsident Steinmeier nach Oslo. Warum Georg Friedrich Prinz von Preußen wohl nicht dabei ist.

Wenn sich am 9. September im Osloer Dom die europäischen Monarchien versammeln, um Norwegens König Harald die letzte Ehre zu erweisen, treffen gekrönte Häupter aus Schweden, Dänemark, den Niederlanden, Großbritannien und Belgien aufeinander.

Auch Deutschland ist prominent vertreten: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reist in die norwegische Hauptstadt. Das geht aus seinem auf der Website des Bundespräsidenten veröffentlichten Terminkalender hervor.

Doch warum vertritt ein gewählter Politiker die Bundesrepublik bei einer Trauerfeier, zu der die Königshäuser Europas ihre Vertreter schicken? Und warum sitzt dort nicht etwa Georg Friedrich Prinz von Preußen, der heutige Chef des Hauses Hohenzollern und Nachfahre des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II.?

Kein deutscher Prinz in Oslo?

Die Antwort reicht zurück bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Mit der Weimarer Reichsverfassung von 1919 wurde die bisherige Sonderstellung des Adels grundlegend beendet. Artikel 109 bestimmte, dass Adelsbezeichnungen nur noch als Teil des Namens gelten und nicht mehr verliehen werden dürfen. Aus dem Prinzentitel wurde damit rechtlich ein Bestandteil des Familiennamens.

Elke Büdenbender und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier posieren.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender (r) werden an der Trauerfeier für König Harald teilnehmen. (Archivbild)

Anders als in Schweden, Dänemark oder den Niederlanden gibt es in Deutschland deshalb kein regierendes Königshaus. Die Nachfahren der früheren Herrscherfamilien haben ihre historischen Namen und ihre gesellschaftliche Stellung behalten, besitzen aber keine staatliche Funktion.

Für die Bundesrepublik ist vielmehr der Bundespräsident das Staatsoberhaupt. Das Grundgesetz weist ihm ausdrücklich die völkerrechtliche Vertretung Deutschlands zu. Artikel 59 Absatz 1 lautet: „Der Bundespräsident vertritt den Bund völkerrechtlich.“

Deshalb reist Frank-Walter Steinmeier nach Oslo. Er kommt nicht als Angehöriger einer Dynastie, sondern als amtierendes deutsches Staatsoberhaupt.

Georg Friedrich Prinz von Preußen ist Privatperson – Steinmeier vertritt Deutschland

Georg Friedrich Prinz von Preußen, der gemeinsam mit seiner Frau Sophie in diesem Jahr seinen 15. Hochzeitstag feiert und sich dazu vor wenigen Tagen mit einem Bild auf Instagram meldete, ist dagegen kein deutscher Prinz im staatlichen Sinne. Er ist der Chef des Hauses Hohenzollern und Nachfahre des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. Eine staatliche Repräsentationsfunktion hat er jedoch nicht.

Das bedeutet allerdings nicht, dass er grundsätzlich von einer königlichen Trauerfeier ausgeschlossen wäre. Als Angehöriger eines ehemaligen europäischen Herrscherhauses könnte er selbstverständlich als Privatgast eingeladen werden. Ob er an der Trauerfeier für Harald teilnimmt, ist derzeit jedoch nicht bestätigt.

Wie ein solcher Umgang aussehen kann, zeigte sich beispielsweise bei der Beisetzung von Königin Elizabeth II. im September 2022: Georg Friedrich nahm nicht an der Trauerfeier in London teil. Auf der Burg Hohenzollern wurde stattdessen als Zeichen der Trauer die britische Flagge auf Halbmast gesetzt.

Allerdings ist die Zahl der Plätze im Osloer Dom ohnehin begrenzt. Nach Angaben des norwegischen Außenministeriums entscheidet grundsätzlich jedes Land selbst, wer seine Delegation zur Trauerfeier entsendet.

Darüber hinaus bestimmt das norwegische Königshaus, welche weiteren Personen eingeladen werden. Angesichts der begrenzten Platzkapazitäten ist daher fraglich, ob neben den regierenden Monarchen und offiziellen Staatsvertretern überhaupt viele Angehörige nicht regierender Herrscherhäuser einen Platz im Dom finden werden.