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Anzeige gegen BDK-Chef FiedlerKritiker wollen Bundestagskandidatur torpedieren

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Blaulicht Symbolbild dpa

Bei der Kripo-Gewerkschaft BDK gibt es Ärger um die Finanzierung einer Fortbildungs-Akademie 

Düsseldorf – Er gehört zu den Hoffnungsträgern der SPD. Sebastian Fiedler, Vorsitzender des Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), will sich in Mülheim/Ruhr für den Bundestag bewerben. Jetzt sieht sich der Polizeiexperte, der durch zahlreiche Talkshow-Auftritte bundesweit bekannt ist, mit Anschuldigungen aus seinem Verband konfrontiert. Fiedler wird Insolvenzverschleppung vorgeworfen. Bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf liegt eine Strafanzeige vor.

Walter-Borjans unterstützt Kandidatur

Die Kandidatur des Kriminalexperten für die SPD weckt bei der krisengeschüttelten Partei große Hoffnungen. „Seine Berufserfahrung als Polizeibeamter und Gewerkschafter wären eine echte Bereicherung!“, sagt Thomas Kutschaty, Spitzenkandidat der NRW-SPD, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Fiedler will das innenpolitische Profil der SPD zu schärfen. „Der Bereich der Inneren Sicherheit wurde in der SPD zu oft mit spitzen Fingern angefasst. Ich möchte zum Beispiel bei den Themen Geldwäsche, Umweltkriminalität und Kinderschutz neue Akzente setzen“, erklärt Fiedler. SPD-Parteichef Norbert Walter-Borjans unterstützt die Bewerbung.

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Beim BDK hat Fiedler allerdings nicht nur Freunde. Sein Führungsstil steht in der Kritik. „Fiedler hat den BDK-Vorsitz für seine One-Man-Show genutzt. Wenn jetzt in die Politik wechselt, hinterlässt er einen Scherbenhaufen“, sagt sein Amtsvorgänger Wilfried Albishausen.Der Streit entfacht sich um die finanzielle Situation einer Fortbildungs-Akademie des BDK. Fiedler habe die Einrichtung durch Managementfehler in eine Schieflage gebracht, heißt es. „So wurden die Gebühren für Seminarteilnehmer unter seiner Regie zum Teil verdoppelt. Kein Wunder, dass die Programme nicht mehr nachgefragt wurden“, klagt Albishausen.

Fiedler weist Vorwürfe zurück

Kassenprüfer des BDK hätten im Oktober 2020 dringend empfohlen, die Insolvenz der Akademie anzumelden. Die Staatsanwaltschaft wurde schließlich von Hermann-Josef Borjans, dem Vorsitzenden des BDK-Bezirks Bonn, eingeschaltet. „Ich selbst will als Kriminalbeamter nicht in den Verdacht der Strafvereitlung im Amt und der Untreue gegenüber Mitgliedsbeiträgen geraten. Als SPD-Mitglied ist es mit wichtig, dass ein so belasteter Funktionär nicht politische Verantwortung im Bundestag übernimmt“, so der Präventionsexperte des Verbands.

BDK_Chef_Sebastian_Fiedler

Sebastian Fiedler, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), will für die SPD in den Bundestag.

Fiedler weist die Vorwürfe zurück. Der Vorwurf der Insolvenzverschleppung sei „völlig absurd und ehrabschneidend“: „Ich habe jahrelang die Ausbildung der NRW-Wirtschaftskriminalisten geleitet. In der Akademie gibt es keine einzige unbezahlte Rechnung, ausstehende Lohnzahlung oder ähnliches“. Logischerweise stelle die Pandemie die Geschäftsführung vor riesige Herausforderungen.

Hinter den Anschuldigungen stehen nach Ansicht von Fiedler persönliche Motive: „Wir kennen die handelnden Akteure und ihre verletzten Eitelkeiten. Sie schaden dem Ansehen des BDK und wollen offenbar auch mich und meine Kandidatur treffen. Wir gehen daher bereits zivilrechtlich gegen die Verleumdungen vor.“