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Offener Streit in der FDPKubicki attackiert Strack-Zimmermann – die schlägt mit Hammer zurück

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Wolfgang Kubicki, neu gewählter Parteivorsitzender der FDP, nimmt die Gratulation von Marie-Agnes Strack-Zimmermann entgegen.

Wolfgang Kubicki, neu gewählter Parteivorsitzender der FDP, nimmt die Gratulation von Marie-Agnes Strack-Zimmermann entgegen.

Trotz seiner Wahl zum Parteichef teilt Wolfgang Kubicki weiter gegen Marie-Agnes Strack-Zimmermann aus. Die FDP scheint gespalten.

Der Machtkampf in der FDP ist mit der Wahl des neuen Vorsitzenden Wolfgang Kubicki nicht beigelegt – im Gegenteil. Einen Tag nach der turbulenten Abstimmung auf dem Berliner Parteitag liefern sich Kubicki und seine unterlegene Gegenkandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann weiterhin harte Wortgefechte.

Kubicki, der mit knapp 60 Prozent der Delegiertenstimmen zum neuen FDP-Chef gewählt wurde, ließ dabei wenig Versöhnlichkeit erkennen. In der „Bild“ wandte er sich direkt an seine Kontrahentin: „Marie-Agnes, Du hast nur 40 Prozent. Und jetzt weißt Du, wo der Hammer hängt.“ Wenn Strack-Zimmermann sich an dem Ergebnis „ergötzen“ wolle, „dann bitte schön“. Und wenn Strack-Zimmermann die FDP „in die Bedeutungslosigkeit führen“ wolle, dann solle sie „genauso“ weitermachen, hieß es weiter von Kubicki.

Wolfgang Kubicki und Marie-Agnes Strack-Zimmermann streiten weiter

Strack-Zimmermann, die als bekannteste Vertreterin des sozialliberalen Flügels gilt, hatte am Samstag überraschend kandidiert und Kubicki damit in eine Kampfabstimmung gezwungen. Der Schleswig-Holsteiner gilt als Frontmann der Rechtsliberalen in der Partei.

Nach der Abstimmung hatte Strack-Zimmermann zunächst versöhnliche Töne angeschlagen – und zugleich eine klare Warnung ausgesprochen: „Wolfgang weiß jetzt, dass es 60 zu 40 steht“, sagte sie der „Bild“ und fügte hinzu: „Wir werden ganz genau schauen, wohin die Partei geht.“ Kubicki müsse die Partei nun vereinen, so die Düsseldorfer Politikerin.

Wolfgang Kubicki will unterlegene Fraktion nicht für sich gewinnen

Auf Annäherung an Strack-Zimmermanns Lager scheint Kubicki jedoch nicht erpicht zu sein. Auf die Frage, wie er die unterlegene Fraktion für sich gewinnen wolle, antwortete er am Samstagabend in der ARD knapp: „Gar nicht.“ Er fügte hinzu: „Meine Aufgabe besteht nicht darin, irgendjemanden zu gewinnen, sondern dafür zu sorgen, dass die Freien Demokraten von den Wählerinnen und Wählern ernst genommen werden.“

Wolfgang Kubicki, neu gewählter Parteivorsitzender der FDP, geht nach der Wahl beim FDP Bundesparteitag von der Bühne.

Wolfgang Kubicki, neu gewählter Parteivorsitzender der FDP, geht nach der Wahl beim FDP Bundesparteitag von der Bühne.

Kubicki hatte mit Formulierungen wie „Brandmauer? Kenne ich nicht. Steht nicht in der Verfassung. Gibt's nicht“ vor dem Parteitag bei seinen Kritikern die Befürchtung genährt, er wolle die FDP stärker rechts verorten. Auf dem Parteitag machte Kubicki aber deutlich: „Es wird mit Liberalen nie eine Zusammenarbeit mit der AfD geben, niemals.“

Wolfgang Kubicki: Keine Zusammenarbeit von FDP mit AfD

Er wisse „gar nicht, was Marie-Agnes will“, erklärte Kubicki nun in der Sendung „Bericht aus Berlin“ am Sonntagabend mit Blick auf Strack-Zimmermann und die Brandmauer-Debatte. Seine Haltung zu dieser Frage entspreche exakt ihrer Position oder der des gesamten Parteipräsidiums. Es werde weder eine Zusammenarbeit noch Gespräche seitens der FDP mit der AfD geben.

Aber klar sei auch, dass die Liberalen die Frage, ob sie Anträge im Parlament einbringen, nicht davon abhängig machen, ob die AfD möglicherweise zustimmen könnte, oder wer auch immer. „Wer aufhört, seine Position zu markieren, aus lauter Angst, die AfD könnte zustimmen, der kann auch zu Hause bleiben“, sagte Kubicki.

Strack-Zimmermann kontert Kubickis „Hammer“-Spruch

Das knappe Ergebnis der Wahl offenbart, wie tief gespalten die Liberalen derzeit sind – und lässt Zweifel aufkommen, ob der neue Parteichef die Partei tatsächlich einen kann. Auch für Strack-Zimmermann sind die Debatten noch nicht beendet. „Wir werden diskutieren. Und wir werden insbesondere inhaltlich diskutieren“, sagte sie der „Welt“ und betonte zugleich: „Dass einer alles vorgibt und alle anderen hinterherlaufen, ist Geschichte.“

Auch auf Kubickis „Hammer“-Spruch reagierte die Düsseldorferin am Montag. „Lieber Wolfgang Kubicki, ich weiß jetzt, wo der Hammer hängt, deswegen habe ich ihn sicherheitshalber mal an mich genommen“, schrieb Strack-Zimmermann auf der Plattform X zum Foto eines Hammers. „Ich möchte ja nicht, dass Du Dir versehentlich weh tust“, fügte die für ihre bissige Rhetorik bekannte Liberale hinzu. „Und jetzt lass uns lieber gemeinsam Nägel mit liberalen Köpfen machen.“ (das/dpa)