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Krieg in Nahost
Berlin will Kranke und Kinder zurückholen – Tausende im Libanon auf der Flucht

9 min
Ein Mann bahnt sich seinen Weg durch die Trümmer am Ort eines israelischen Luftangriffs, der die Büros von Al-Qard al-Hassan, einer mit der Hisbollah verbundenen Finanzinstitution, in der südlibanesischen Küstenstadt Tyros getroffen hat.

Ein Mann bahnt sich seinen Weg durch die Trümmer am Ort eines israelischen Luftangriffs, der die Büros von Al-Qard al-Hassan, einer mit der Hisbollah verbundenen Finanzinstitution, in der südlibanesischen Küstenstadt Tyros getroffen hat. 

Israel und die USA setzen ihre Angriffe auf den Iran fort. Berlin will Touristen aus dem Nahen Osten zurückholen. Alle Infos im Liveblog.

Dem Militär der USA und Israels ist im Iran ein „Enthauptungsschlag“ gelungen: Gezielt wurden Ali Chamenei und andere Führungsfiguren des Regimes getötet. Irans Streitkräfte feuern Raketen auf Israel ab, auch zahlreiche arabische Staaten geraten unter Beschuss durch den Iran. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog. 

2. März 2026

Palästinenser-Miliz meldet Tod des Libanon-Kommandeurs

18.21 Uhr: Bei israelischen Luftangriffen im Süden von Beirut ist nach Angaben der militanten Palästinensergruppe Islamischer Dschihad dessen Libanon-Kommandeur Adham Adnan al-Othman getötet worden; zugleich meldeten libanesische Medien weitere Attacken auf als Hochburgen der Hisbollah geltende Vororte. Derweil erklärte die israelische Armee, Dutzende Ziele der Miliz angegriffen zu haben. Zuvor hatte die Hisbollah nach eigenen Angaben aus dem Libanon Ziele im Norden Israels beschossen und dies als Vergeltung für die Tötung von Irans oberstem Führer Ali Chamenei bezeichnet.

Flammen und Rauch steigen nach israelischen Luftangriffen auf Dahiyeh auf, einem südlichen Vorort von Beirut.

Flammen und Rauch steigen nach israelischen Luftangriffen auf Dahiyeh auf, einem südlichen Vorort von Beirut.

Katar schießt iranische Kampfflugzeuge ab

18.10 Uhr: Der Golfstaat Katar hat nach eigenen Angaben zwei iranische Kampfflugzeuge abgeschossen. Das teilte das Verteidigungsministerium in Doha mit. Er ist das erste Mal seit Beginn der aktuellen Eskalation in der Region, dass iranische Kampfflugzeuge abgeschossen wurden. Nach katarischen Angaben seien auch sieben ballistische Raketen abgefangen und zudem fünf Drohnen abgeschossen worden. Sie alle hätten heute „mehrere Gebiete des Staates zum Ziel“ gehabt, hieß es weiter. Alle Flugkörper seien rechtzeitig erkannt und noch vor dem Erreichen ihrer Ziele zerstört worden.

Iran-Krieg lässt Spritpreise immer weiter steigen

16.47 Uhr: Der Iran-Krieg macht Sprit und Heizöl teurer. Am Montag stiegen die Preise an den Tankstellen kräftig, nachdem sie bereits übers Wochenende leicht zugelegt hatten, wie der ADAC mitteilt. Am Nachmittag war Superbenzin der Sorte E10 um 7,3 Cent teurer als zum gleichen Zeitpunkt am Freitag, dem letzten Tag vor der Eskalation. Bei Diesel waren es sogar 8,1 Cent. Schon am Sonntag hatten die Kraftstoffe im bundesweiten Tagesdurchschnitt die höchsten Werte seit dem Frühjahr 2024 erreicht.

Flugverkehr in Dubai soll wieder anlaufen

16.25 Uhr: Nach zahlreichen Stornierungen aufgrund des Iran-Krieges bieten die Vereinigten Arabischen Emirate nun Sonderflüge für gestrandete Passagiere an. Die Zivilluftfahrtbehörde forderte in einer Erklärung betroffene Passagiere auf, auf eine Benachrichtigung über ihre neue Abflugzeit zu warten.

Die emiratische Fluggesellschaft Emirates gab an, ab Montagabend wieder eine begrenzte Zahl von Flügen aufzunehmen. Wie das Unternehmen erklärte, würden zunächst Passagiere mit bereits bestehenden Buchungen bevorzugt berücksichtigt. Kundinnen und Kunden, die auf einen der eingeschränkt angebotenen Flüge umgebucht worden seien, würden direkt von der Airline informiert.

Saudiarabische Armee in höchster Alarmbereitschaft

16.03 Uhr: Nach mehreren iranischen Angriffen auf Saudi-Arabien hat die Golfmonarchie ihre militärische Alarmbereitschaft auf die höchste Stufe heraufgesetzt. Die saudiarabischen Streitkräfte hätten „ihre Bereitschaft auf volle Alarmstufe erhöht“, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus Armeekreisen des Landes. Kurz zuvor war in der wichtigen saudiarabischen Raffinerie Ras Tanura nach einem iranischen Drohnenangriff ein Feuer ausgebrochen, Teile der Anlage wurden daraufhin vorsichtshalber abgeschaltet.

Kriegsangst im Libanon: Tausende auf der Flucht

15.17 Uhr: Nach israelischen Luftangriffen im Libanon sind tausende Menschen aus den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut geflohen. Autos, beladen mit Matratzen, Kindern und Habseligkeiten, verließen in langen Kolonnen die betroffenen Viertel, wie eine dpa-Reporterin beobachtete.

Auch am Nachmittag griff das israelische Militär erneut in den als Dahija bekannten Vororten Beiruts an. Anwohner berichteten von mindestens vier Angriffen. Auf der Küstenstraße aus Beirut heraus bildeten sich kilometerlange Staus. Hupen hallten, Augenzeugen zufolge, zwischen den Fahrzeugen, während Familien im stockenden Verkehr ausharrten. Einige Menschen stiegen demnach aus ihren Autos aus und warteten am Straßenrand.

Eine Familie, die vor den israelischen Angriffen im Südlibanon flieht, sitzt in einem Auto an einer Autobahnverbindung nach Beirut.

Eine Familie, die vor den israelischen Angriffen im Südlibanon flieht, sitzt in einem Auto an einer Autobahnverbindung nach Beirut.

Regierung will Kranke und Kinder aus Nahost zurückholen

14.43 Uhr: Die Bundesregierung bereitet die Rückholung von Kindern, Kranken und Schwangeren unter den im Nahen Osten gestrandeten Deutschen vor. Dazu würden Maschinen von Fluglinien nach Riad und Maskat geschickt, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) in Berlin.

Libanon verbietet Hisbollah militärische Aktivitäten – Geheimdienstchef getötet

14.20 Uhr: Die libanesische Regierung hat die militärischen Aktivitäten der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz für illegal erklärt. Das kündigte Ministerpräsident Nauaf Salam in einer Fernsehansprache an. Damit verändert sich der Status der Gruppe von einer teilweise geduldeten Widerstandsbewegung zu einer verbotenen Organisation.

Unterdessen meldete Israel die Tötung des Geheimdienstchefs der Hisbollah. Hussein Mukalled sei bei einem gezielten Angriff auf die libanesische Hauptstadt Beirut am Sonntagabend „eliminiert“ worden, teilte die Armee am Montag mit. Mukalled habe das Hauptquartier des Geheimdienstes der pro-iranischen Miliz geleitet.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz drohte, der Chef der Hisbollah, Naim Kassem, werde „auf dem Grund der Hölle“ enden. „Wir werden die Hisbollah hart treffen“, sagte Katz bei einem Besuch der Einsatzzentrale der israelischen Luftwaffe. Kassem werde „feststellen, dass, wer dem Weg Chameneis folgt, auch wie Chamenei enden wird: auf dem Grund der Hölle“.

Riesige Öl-Anlage in Saudi-Arabien steht in Flammen

13.08 Uhr: In Saudi-Arabien ist eine Anlage des staatlichen Ölkonzerns Aramco mit mutmaßlich iranischen Drohnen angegriffen worden. Zwei Drohnen hätten die Ölraffinerie in Ras Tanura im Osten des Landes attackiert, teilte ein Sprecher des saudischen Verteidigungsministeriums mit. Die Drohnen seien abgefangen und zerstört worden. Durch herabfallende Trümmerteile sei an der Anlage ein Feuer ausgebrochen, Opfer habe es dabei aber nicht gegeben. Einige Trümmerteile seien auch in Wohngegenden heruntergekommen.

Das Energieministerium teilte mit, einige Teile der Anlage seien als Vorsichtsmaßnahme vorübergehend geschlossen worden. Es gebe aber keine Auswirkungen auf die Ölproduktion. Laut übereinstimmenden Medienberichten handelt es sich bei der Ölraffinerie in Ras Tanura um eine der größten weltweit. In sozialen Netzwerken kursieren Videoaufnahmen, die Rauchwolken über der Anlage zeigen sollen.

US-Jets „versehentlich“ von kuwaitischer Luftabwehr beschossen

12.28 Uhr: Die US-Armee teilt mit, dass ihre Kampfjets versehentlich von der kuwaitischen Luftabwehr beschossen wurden und daraufhin abstürzten. Zuvor war bekannt geworden, dass mehrere US-Maschinen verunglückten, die Besatzung sich aber rechtzeitig retten konnte. Die Ursache war zunächst unklar. Die USA unterhält mehrere Stützpunkte in dem Golfstaat.

Es habe sich um drei Maschinen des Typs F-15E Strike Eagle gehandelt, heißt es bei X. Während eines Kampfeinsatzes zur Abwehr iranischer Flugzeuge, ballistischer Raketen und Drohnen seien die Jets versehentlich von Kuwait abgeschossen worden. Alle sechs Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten, wurden sicher geborgen und befänden sich in stabilem Zustand. Ungeachtet des Vorfalls dankte das zuständige US Central Command dem verbündeten Kuwait.  

Deutscher Tourist in Dubai berichtet von Explosionen

12 Uhr: Ein deutscher Tourist hat sich mit einem Video aus Dubai gemeldet. Die Gäste eines Fünf-Sterne-Hotels auf der „Palmeninsel“ müssen demnach ihre Zeit in einer Tiefgarage statt am Strand verbringen. Man habe zunächst lautes Knallen gehört und erst später erfahren, dass es sich um die Luftabwehr gegen iranische Angriffe handelte. Nach einem kleineren Brand und weiteren Erschütterungen seien die Gäste dann in den Schutzraum gebracht worden.

Zypern bestätigt iranischen Angriff

10.28 Uhr: Der Präsident Zyperns hat den Einschlag einer iranischen Drohne auf einem britischen Militärstützpunkt auf der Insel bestätigt. Die Drohne vom Typ Schahed habe „kurz nach Mitternacht“ (Ortszeit, 23.00 Uhr MEZ) die Basis Akrotiri im Süden Zyperns getroffen und dort „geringen Sachschaden“ angerichtet, erklärte der zyprische Präsident Nikos Christodoulides am Montag. Großbritannien hatte am Sonntag den USA erlaubt, seine Stützpunkte für „defensive“ Militärmaßnahmen zu nutzen.

Israel: Hisbollah-Chef ist Angriffsziel

10.19 Uhr: Israel hat den Chef der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz bei Angriffen im Libanon im Visier. Naim Kassim sei unter iranischem Druck zum Angriff auf Israel übergegangen, schrieb der israelische Verteidigungsminister Israel Katz auf der Plattform X. Die Hisbollah werde einen hohen Preis für ihren Angriff auf Israel zahlen.

Die Hisbollah hat in der Nacht mehrere Raketen auf Israel abgefeuert. Israel greift seitdem Ziele im Libanon an. Kassim ist der Nachfolger von Hassan Nasrallah, den Israel im September 2024 bei einem Angriff im Libanon getötet hatte.

Mehr als 550 Tote bei Angriffen im Iran

9.39 Uhr: Bei den Angriffen Israels und der USA sind im Iran nach dortigen Angaben mindestens 555 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 100.000 Rettungskräfte seien landesweit im Einsatz, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf den Roten Halbmond im Iran.

Mehrere US-Kampfjets stürzen in Kuwait ab

9.30 Uhr: Inmitten der militärischen Eskalation in Nahost sind im Golfstaat Kuwait nach dortigen offiziellen Angaben mehrere US-Militärflugzeuge abgestürzt. Die Besatzungen hätten überlebt, teilte ein Sprecher des kuwaitischen Verteidigungsministeriums mit. Zu den Absturzursachen und der Art der US-Flugzeuge machte der Sprecher keine Angaben. Auch das US-Militär äußerte sich zunächst nicht.

Im Internet kursierten mehrere Videos, die die Abstürze zeigen sollen. Darin ist unter anderem zu sehen, wie ein Kampfflugzeug kreiselnd und in Flammen abstürzt. Weitere Videos zeigen auch, wie Anwohner einen US-Piloten im Kofferraum ihres Autos in Sicherheit bringen. Bilder vom Absturzort zeigen auch einen Fallschirm am Boden, offenbar nach einer Notlandung des Piloten.

Der US-Nachrichtensender CNN lokalisierte Videos und berichtete, der Absturz habe sich wenige Kilometer vom US-Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salam entfernt ereignet. Es handle sich um ein Kampfflugzeug des Typs F-15 oder F/A-18. Allerdings hätten auch Kuwaits Streitkräfte solche Flugzeuge im Einsatz.

Spritpreise in Deutschland so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr

9.12 Uhr: Der Irankonflikt macht Öl teuer und treibt auch die Preise an deutschen Tankstellen. Der Ölpreis ist – in Kombination mit dem Dollarkurs – typischerweise der wichtigste Treiber für Veränderungen beim Sprit. Die Eskalation des Konflikts treibt den Ölpreis unter anderem auch deswegen, weil der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt hat. Einzelheiten finden Sie hier.

30.000 Reisende von deutschen Veranstaltern sitzen in Nahost fest

6.32 Uhr: Tausende Urlauber aus der ganzen Welt sitzen im Kriegsgebiet in Nahost fest. Weltweit strichen Airlines ihre Flüge in den Nahen Osten. So setzte auch die Lufthansa Group alle Verbindungen nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran bis einschließlich 8. März aus. Zusätzlich werden die Airlines der Lufthansa Group ihre Flüge von und nach Dubai und Abu Dhabi bis einschließlich 4. März streichen. Davon ist auch Eurowings betroffen, die vom Flughafen Köln/Bonn aus Flüge nach Dubai anbieten. Alle Einzelheiten lesen Sie hier.

Trump rechnet mit vierwöchigem Militäreinsatz und weiteren US-Opfern

2.36 Uhr: US-Präsident Donald Trump geht nach eigenen Worten von einem rund vierwöchigen Militäreinsatz gegen den Iran aus. Der Iran sei ein „großes Land“, daher werde der Einsatz „vier Wochen dauern - oder weniger“, sagte Trump am Sonntag der britischen Zeitung „Daily Mail“. Die pro-iranische Hisbollah-Miliz griff derweil aus dem Libanon Ziele in Israel an. Die israelische Armee reagierte mit Angriffen auf Hisbollah-Ziele im nördlichen Nachbarland.

Donald Trump grüßt mit erhobener Faust, nachdem er die Air Force verlassen hat.

Donald Trump grüßt mit erhobener Faust, nachdem er die Air Force verlassen hat.

In einer Videobotschaft forderte Trump die iranischen Streitkräfte und die Polizei erneut auf, die Waffen niederzulegen und sich zu ergeben. Anderenfalls drohe ihnen „der sichere Tod“. „Es wird nicht schön“, warnte er. Nach dem Tod von drei US-Militärangehörigen drohte Trump zudem mit „Rache“ und warnte, es werde „wahrscheinlich“ weitere Todesopfer in den Reihen der US-Armee geben. (red/dpa/afp)