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Mit beschränkter HaftungWas Politiker in der Corona-Krise nicht machen sollten

3 min
Angela Merkel

Ist der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Kultur wichtig? Daran werden Zweifel laut.

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

caf

Carsten Fiedler, Chefredakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“

was sind Ihre ersten Erfahrungen mit dem Einstieg in den Ausstieg? Bei mir, um ehrlich zu sein, fallen sie durchwachsen aus. Zur Illustration nur eine Episode vom Einkaufen: Eine Kundin mit Nase-Mund-Schutz hält im Laden sorgsam Abstand zu mir. Im selben Moment jedoch drängelt sich ein Pärchen mit deutlich weniger als Armeslänge zwischen uns durch.

Ich bin gespannt, wie das alles weitergeht. „Jammerschade“ wäre es, sagt die Kanzlerin, wenn auf dem Rückweg in die Normalität zu viel Leichtsinn oder zu große Eile alles zunichte machen würde, was mit dem Lockdown erreicht wurde. Jammerschade – das klingt vielleicht beim ersten Hören betulich. Dabei ist es eine deutliche Warnung, aus der man sogar einen drohenden Unterton an die Bevölkerung, also an uns alle, heraushören kann: Wenn ihr nicht spurt, kriegt ihr die Zustände vor dem 20. April zurück!

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Wir sind als Gesellschaft damit in einer spannenden Situation. Dass Politiker „auf Sicht fahren“, ist nicht ungewöhnlich und auch per se nicht falsch. In der Finanzmarktkrise 2008/2009 hat Angela Merkel diese Methode sogar zu einer Hochform der Regierungskunst erklärt. Aber selten, wenn überhaupt jemals zuvor haben Politiker das „Trial and Error“-Verfahren zum Maßstab ihres Handelns erhoben.

Gewiss, die Corona-Krise legt ein Vorgehen nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ durchaus nahe, vielleicht ist es sogar alternativlos. Aber die Verantwortung für alles, was nun geschieht, wird damit zu einem Gutteil von den politischen Entscheidern an die Bürgerinnen und Bürger zurückdelegiert.

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Einerseits ist das sicher richtig, denn Verbreitung oder Eindämmung des Virus folgen nun mal nicht Kabinettsbeschlüssen, sondern unserem Verhalten. Andererseits sollten Politiker nicht irgendwann auf die Idee kommen, sie seien nur in Art einer Geschäftsführung mit beschränkter Haftung tätig und könnten für alles, was aus ihrem Handeln folgt, am Ende immer das Volk verantwortlich machen.

Bleiben Sie gesund! Achten Sie auf sich und Ihre Nächsten!

Ihr Carsten Fiedler

Chefredakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“