Moskau bleibt auf Kriegskurs – und verschärft seine Drohungen gegenüber Europa. Zwei Kriegsschiffe tauchen nun in der Ostsee auf.
Moskaus Drohkulisse in der OstseePutin entsendet Kriegsschiffe vor deutsche Urlaubsinsel

Der russische Zerstörer „Admiral Levchenko“ wurde in der Ostsee gesichtet. (Archivbild)
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Ein russisches Kriegsschiff ist nahe vor der Küste der deutschen Insel Fehmarn aufgetaucht, das berichtet der britische „Telegraph“. Die Fregatte „Admiral Kasatonov“, die mit Atomwaffen ausgestattet werden kann, wurde demnach in der vergangenen Woche vor der Küste der deutschen Insel gesichtet.
Zuvor hatte Moskau den Ton gegenüber Europa deutlich verschärft und mit Angriffen auf britische und europäische Schiffe gedroht. Die 2020 gebaute Fregatte, die von Russland provokant in der Nähe Fehmarns entsandt wurde, gilt als eines der modernsten Kriegsschiffe der russischen Marine.
Russische Fregatte kann Kalibr und Zirkon verschießen
Die „Admiral Kasatanov“ ist sowohl für Angriffe über große Entfernungen als auch für die U-Boot-Jagd geeignet. Das Schiff gehört zur Admiral-Gorschkow-Klasse und kann nach russischen Angaben Kalibr- sowie Zirkon-Marschflugkörper verschießen.

Die russische Fregatte „Admiral Kasatonov“ auf einer Archivaufnahme.
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Die Fregatte ist bereits das zweite russische Kriegsschiff, das in den vergangenen Wochen in der Ostsee aufgetaucht ist. Bereits Ende Juli hatte Russland den Zerstörer „Admiral Levchenko“ aus der Nordflotte in die Ostsee verlegt. Das mehr als 160 Meter lange Kriegsschiff gehört zur sowjetischen Udaloy-Klasse und ist seit 1988 im Dienst.
Sollen die Kriegsschiffe Putins Schattenflotte schützen?
Moskau hat sich zu den Gründen für die Verlegung bisher nicht geäußert. Russland setzt jedoch bereits seit Monaten verstärkt Kriegsschiffe ein, um Schiffe der umstrittenen Schattenflotte zu begleiten, mit der Russland versucht, westliche Sanktionen wegen des Krieges gegen die Ukraine zu umgehen.
Gegenüber Europa hatte der Kreml zuletzt weiterhin auf einen Eskalationskurs gesetzt. Kremlchef Wladimir Putin drohte in der vergangenen Woche europäischen Staaten, die gegen Schiffe der russischen Schattenflotte vorgehen. Der Kremlchef sprach von „Piraterie und Plünderungen“, auf die Moskau mit „spiegelbildlichen Maßnahmen“ reagieren werde.
Russland droht mit Angriffen auf europäische Schiffe
Außenminister Sergej Lawrow kündigte unterdessen an, dass Russland in Zukunft mit verschärften Methoden gegen alle Unterstützer der Ukraine vorgehen werde. „Wir werden uns nicht beugen, sondern unsere eigenen Methoden deutlich verschärfen, um alles zu zerstören, was die Kriegsmaschinerie Kyjiws vom Westen aus unterstützt“, kündigte Moskaus Außenminister an.
Zuvor hatte bereits der Vize-Chef des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, deutliche Worte gewählt. Russland habe das Recht, „jedes Handelsschiff von Feindländern anzugreifen, ob in unseren Gewässern oder in neutralen Gewässern, wenn ausreichend Grund zu der Annahme besteht, dass es Fracht im Interesse des Feindes transportiert“, schrieb der frühere Kremlchef auf der Plattform X.
„Der russische Außenminister Lawrow droht nicht nur“
Experten warnen unterdessen davor, die Drohungen aus Moskau als Geplänkel zu betrachten. „Strategisch versucht Moskau damit vor allem, Unsicherheit zu erzeugen und die Kosten westlicher Maßnahmen gegen seine Schattenflotte zu erhöhen“, erklärte der maritime Sicherheitsexperte Moritz Brake gegenüber „Bild“. Europa dürfe deshalb nicht den Eindruck vermitteln, „dass solche Drohungen hingenommen werden – erst recht, wenn ihnen Taten folgen sollten“.
Lawrows Worte werden unterdessen – auch mit Blick auf den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle in der vergangenen Woche – mitunter als Bekenntnis bewertet. „Der russische Außenminister Lawrow droht nicht nur, sondern spricht fast Klartext über russische Sabotage und Terror gegen uns“, kommentierte Grünen-Politiker Robin Wagener die Worte aus Moskau bei X.
Kölner Experte über Umgang mit Kreml: „Schwäche provoziert Gewalt“
Wagener kritisierte zudem das Schweigen der Bundesregierung angesichts Lawrows Aussagen. „Das ist nicht besonnen, sondern gefährlich“, schrieb der Außen- und Verteidigungspolitiker. „Nur Konsequenz schützt.“
Zustimmung gab es dafür aus Köln: „Das stimmt“, kommentierte der Politikwissenschaftler Thomas Jäger die Worte des Grünen-Politikers bei X. „Schwäche provoziert Gewalt“, fügte der Professor für Internationale Politik der Universität Köln hinzu.
