Zwei ehemalige Wahlkampfhelfer geraten in der Betrugsaffäre um die CDU-Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach ins Visier der Staatsanwaltschaft.
Neue DurchsuchungenHandys in Bosbach-Affäre sichergestellt

Seit Monaten wehrt sich Caroline Bosbach gegen Vorwürfe, wonach sie unberechtigt Geld von einem Parteikonto eingestrichen haben soll.
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In der Betrugsaffäre um die Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach hat die Kölner Staatsanwaltschaft am Donnerstag weitere Durchsuchungen durchgeführt. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ erfuhr, haben die Strafverfolger dabei die Handys zweier ehemaliger Wahlkampfhelfer der CDU-Politikerin aus Bergisch Gladbach beschlagnahmt. Behördensprecher Ulrich Bremer bestätigte die Durchsuchungen: „In dem betreffenden Verfahrenskomplex sind heute weitere Durchsuchungen erfolgt, anlässlich derer auch Beweismittel zur Auswertung sichergestellt worden sind. Weiteres kann ich derzeit mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht mitteilen.“
Was Bosbach vorgeworfen wird
Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt seit Ende vergangenen Jahres gegen Bosbach. Nach Angaben der Behörde geht es dabei um den Anfangsverdacht des gemeinschaftlichen Betrugs. Demnach soll die Tochter des langjährigen CDU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach im Januar 2025 einen ihrer damaligen Wahlhelfer dazu gebracht haben, eine fingierte Rechnung über 2500 Euro beim Kreisverband ihrer Partei im Rheinisch-Bergischen Kreis einzureichen. Diese Rechnung soll sich auf Social-Media-Dienste bezogen haben, die tatsächlich nicht erbracht worden sein sollen. Die Staatsanwaltschaft prüft weiter, ob Bosbach den Wahlhelfer und damaligen Auszubildenden der CDU in Rhein-Berg dazu gebracht hat, ihr diesen Betrag nach Auszahlung in bar auszuhändigen, um damit anderweitige Ausgaben auszugleichen.
Der Mann, der sämtliche Vorwürfe auch gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ eingeräumt hat, hatte sich damals selbst angezeigt. Er habe ein schlechtes Gewissen, begründete er die Selbstanzeige. „In der Wahlkampfzeit zur Bundestagswahl habe ich ehrenamtlich im Team von Caroline Bosbach gearbeitet“, so seine Ausführungen. „Am 13. Januar 2025 kam sie auf mich zu und bat mich, ihr einen Gefallen zu tun. Da sie offenbar in Geldnöten steckte, sollte ich der CDU Rhein-Berg eine fingierte Rechnung über 2500 Euro schreiben über angebliche Social-Media-Dienste für ihren Wahlkampf. Diese Dienste habe ich aber nie getätigt.“ Drei Tage später habe er die Rechnung an die Partei geschickt, so der Ex-Azubi. Das Geld habe er später in bar abgeholt. Da er kein eigenes Auto gehabt habe, sei er von einem weiteren CDU-Wahlkampfhelfer zu der Politikerin gefahren worden und habe ihr das Geld übergeben. Als Provision will er 50 Euro erhalten haben.
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Durchsuchung geht auf Chatnachricht zurück
Auch gegen den Fahrer wird ermittelt. Er war nach eigener Aussage bei der Geldübergabe dabei. Nachdem er Anfang vergangenen Jahres in die Dienste der Parlamentarierin Bosbach getreten war, erhielt er von ihr am 7. April die fristlose Kündigung. Die neuerliche Durchsuchung geht nach Informationen dieser Zeitung auf eine Chatnachricht zwischen den Wahlkampfhelfern zurück. Demnach soll der CDU-Azubi seinen Bekannten gefragt haben, ob diese Rechnung formal gesehen so richtig sei.
Harriet Krüger, Verteidigerin des Azubis, betonte, dass man die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft „vollumfänglich unterstützt. Frau Bosbach hat Mitarbeiter im Wahlkampf später als Bauernopfer benutzt, um von Ihren Handlungen abzulenken“, betonte die Juristin auf Anfrage. „Am Ende werden die Nachforschungen der Staatsanwaltschaft die Reputation der Wahlkampfhelfer wieder herstellen.“ Bereits im Sommer 2025 hatte Caroline Bosbach sämtliche Betrugsvorwürfe bestritten. „Ich habe mich nicht bereichert, und der CDU Rhein-Berg ist kein Schaden entstanden“, hatte sie in einem damals veröffentlichten Video gesagt. Die Politikerin sei „aktuell das Ziel einer Verleumdungskampagne“, ergänzte die Medienkanzlei Höcker seinerzeit. „Die Vorwürfe sind falsch. Sie wurden von einem kriminellen, fristlos gekündigten früheren Mitarbeiter der Mandantin als Teil einer perfiden Rachekampagne konstruiert.“

