Bei Olympia auf Schalke sollen bis zu 60.000 Zuschauer die Schwimmwettbewerbe verfolgen. Die Bewerbung KölnRheinRuhr verspricht zudem ein Rekord-Kontingent an Tickets.
Olympia-BewerbungWüst verspricht Gänsehaut beim Schwimmen auf Schalke

So könnte ein olympisches Schwimmstadion in Gelsenkirchen aussehen.
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Die Bewerbung KölnRheinRuhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 soll nach neuen Berechnungen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) das größte Ticketkontingent der Olympia-Geschichte ermöglichen. Nach den jüngsten Anpassungen des Konzepts könnten 17,6 Millionen Eintrittskarten angeboten werden – 3,6 Millionen mehr als bislang vorgesehen. Zum Vergleich: Für Los Angeles sind derzeit 14 Millionen Tickets geplant, in Paris waren es 12,8 Millionen. Zehn Prozent der Karten sollen zu günstigen Preisen insbesondere für junge Menschen, Familien und Ehrenamtliche angeboten werden.
Ein besonderes Aushängeschild der Bewerbung ist Gelsenkirchen. In der Arena auf Schalke sollen die olympischen und paralympischen Schwimmwettbewerbe vor bis zu 60.000 Zuschauern stattfinden. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sprach von einem „absoluten Highlight“ und einer „Gänsehaut“-Atmosphäre. Die große Kulisse könne den Athleten zusätzlichen Antrieb geben: „Ich habe mir versichern lassen, das hört man auch im Wasser“, sagte Wüst.
Wüst betonte, Nordrhein-Westfalen habe seine „Hausaufgaben“ für die Bewerbung erledigt. Das Konzept sei nach Gesprächen mit Athleten, Sportfachverbänden und dem organisierten Sport mehrfach optimiert worden. Vorgesehen sind sogenannte Athletes Performance Center direkt an den Wettkampfstätten. Sie sollen den Sportlern kurze Wege, Trainingsmöglichkeiten, Regeneration, Verpflegung und gegebenenfalls Physiotherapie ermöglichen. Gerade für Schwimmer mit mehreren Starts an einem Tag sollen dadurch lange Fahrten entfallen.
Auch beim olympischen Dorf setzt KölnRheinRuhr auf kurze Wege und gemeinsames Erleben. 96 Prozent der Athletinnen und Athleten sollen dort untergebracht werden. Anders als bei den Spielen in Paris sollen alle Sportler während der gesamten Spiele ihr Zimmer im olympischen Dorf behalten können. Die Bewerbung setzt nach Angaben Wüsts zudem vollständig auf bestehende oder nur vorübergehend errichtete Infrastruktur. Neue Stadien sollen nicht gebaut werden. Damit wolle man Kosten und Komplexität reduzieren und zugleich nachhaltige Spiele ermöglichen.

Miron Muslic, Trainer FC Schalke 04, und Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, stehen zusammen auf dem Rasen vor der Veltins-Arena.
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Gelsenkirchen sieht sich für die Rolle als Olympia-Gastgeber gut gerüstet. Oberbürgermeisterin Andrea Henze verwies auf die Erfahrungen mit großen Sport- und Kulturveranstaltungen in der Arena. Ein Zuschlag könne zudem zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur und eine stärkere Förderung des Nachwuchssports ermöglichen. Bei einem Bürgerentscheid hatte sich die Stadt mit deutlicher Mehrheit für die Olympia-Bewerbung ausgesprochen.
Schalke-Manager Matthias Tillmann unterstützt die Bewerbung. Der Verein sieht in den geplanten Schwimmwettbewerben mit 60.000 Zuschauern eine besondere Herausforderung, verweist zugleich aber auf seine Erfahrung mit Großveranstaltungen. Die Nutzung der bestehenden Arena passe zudem zum Nachhaltigkeitsversprechen der Bewerbung: Es müssten keine Stadien gebaut werden, die nach den Spielen möglicherweise kaum noch genutzt würden.
Unterstützung kommt auch von den Sportlern. Die frühere Schwimmerin Anna Poleska, Olympia-Bronzemedaillengewinnerin von 2004, lobte vor allem das Konzept des olympischen Dorfes und der Performance Center. Der Paralympics-Bronzemedaillengewinner Maurice Wetekam berichtete dagegen von langen Fahrtzeiten in Paris, teilweise habe der Weg vom olympischen Dorf zur Schwimmhalle eineinhalb Stunden gedauert. Solche Wege könnten die Regeneration und damit die sportliche Leistung beeinträchtigen. Ob KölnRheinRuhr tatsächlich ins Rennen um die Austragung geht, entscheidet der DOSB am 26. September. Wüst kündigte an, im Fall einer Niederlage auch die anderen deutschen Bewerbungen zu unterstützen. „Wir wollen die erfolgreichste Bewerbung für Deutschland“, sagte er.
