Düsseldorf – Die Rettungsmedaille des Landes NRW wird seit 1951 vergeben. Und zwar an Menschen, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens Mitbürger aus lebensbedrohlichen Lagen gerettet haben. NRW- Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) vergibt die Auszeichnung am 1. April in Münster erneut an 22 Retter aus NRW. Ein herausragender Held der Flut-Katastrophe war allerdings nicht eingeladen: Hubert Schilles – der heute 68 Jahre alte Baggerführer hatte durch seinen waghalsigen Einsatz verhindert, dass der Damm der Steinbachtalsperre unter dem Druck der Wassermassen brach.
Am 16. Juli vergangenen Jahres hatte Schilles sechs Stunden lang mit seinem Caterpillar-329-Bagger den von Geröll und Lehm verstopften Grundablass der Talsperre im Kreis Euskirchen freigeräumt. Ein Einsatz unter Lebensgefahr - arbeitete er doch 18 Meter unterhalb des Wasserspiegels.

Der schwer beschädigte Damm der Steinbachtalsperre am 16. Juli, aufgenommen von einer Drohne der Feuerwehr Sankt Augustin
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Der Damm hätte jederzeit brechen können, wenn Schilles einen Fehler gemacht hätte. Feuerwehrleute und Anwohner, die die extrem mutige Aktion beobachteten, hielten den Atem an.
SPD moniert, dass Schilles keinen Orden bekommt
Die SPD im Düsseldorfer Landtag hat jetzt eine Kleine Anfrage dazu gestellt, warum der Baggerführer nicht zur Ordensverleihung eingeladen wurde. Der frühere NRW-Innenminister Ralf Jäger will wissen, warum Wüst oder NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) den Helden von der Steinbachtalsperre nicht für die Auszeichnung vorgeschlagen haben. Vom Bruch des Damms wären nach Schätzung von Experten 10000 Menschen unmittelbar betroffen gewesen. Die Ortschaften Swisttal und Rheinbach waren evakuiert worden.
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Die Düsseldorfer Staatskanzlei sagte auf Anfrage unserer Zeitung, man äußere sich grundsätzlich nicht zum Auswahlverfahren bei Ordensverleihungen. Laut der Einladung werden in Münster Bürger geehrt, die im Jahr 2019 Menschen gerettet hatten. Ob die Staatskanzlei eine Ehrung zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen hat, bleibt unklar.
Schilles selbst hält seinen Einsatz für „selbstverständlich“
Was sagt Hubert Schilles selbst zu dem Wirbel um seine Auszeichnung? Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ erreichte den Baggerführer am Telefon. „Wenn ich eine Ehrung bekommen sollte, dann müssten auch alle Mütter und alle Ärzte, die jeden Tag ihr Bestes geben, einen Orden bekommen“, sagte Schilles bescheiden. Er habe nur getan, „was selbstverständlich“ gewesen sei. „Ich habe mich gefreut, dass die Menschen mir damals dankbar waren. Das reicht mir völlig. Eine offizielle Auszeichnung brauche ich nicht.“



