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Ministerpräsident auf Türkei-Reise„Reserve-Kanzler“ Wüst überraschend zu Gast bei Erdogan

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Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, besucht das Werk Elmadag von Henkel. Wüst hält sich im Rahmen des 65. Jubiläums des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens zu einer dreitägigen Reise in der Türkei auf.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat überraschend den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst zu einem Gespräch in seinem Palast in Ankara empfangen.

Der türkische Präsident empfing am Montagnachmittag überraschend den NRW-Ministerpräsidenten in Ankara.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) übt sich in der Türkei im Umgang mit schwierigen internationalen Partnern. Am Montagnachmittag traf er überraschend den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Aus Delegationskreisen heißt es, bei dem Gespräch sollte es um die engen Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei gehen, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit und „aktuelle politische Fragen“. Welche genau, blieb zunächst offen. Presse war bei dem Treffen nicht eingeladen.

Ein solches Treffen ist eher ungewöhnlich. Staatschefs, gerade eines großen Landes wie der Türkei, empfangen selten einen regionalen Ministerpräsidenten. Erdogan hält Wüst offenbar trotzdem für bedeutend genug für ein Zusammentreffen.

Wüst ist seit Montag in der Türkei unterwegs

Wüst war am Montagmorgen mit einem Linienflug nach Ankara zu einer dreitägigen Reise durch die Türkei aufgebrochen. In unsicheren Zeiten seien stabile Partnerschaften „wichtiger denn je“, sagte Wüst zu Beginn. Deshalb wolle man die Zusammenarbeit „dort vertiefen, wo gemeinsame Interessen bestehen“.

Es sei an der Zeit, ein neues Kapitel in der Beziehung zur Türkei aufzuschlagen. „Denn gerade als gute und enge Partner können wir kritische Fragen und Themen, wo unterschiedliche Auffassungen sind, einfacher ansprechen und für Verbesserungen eintreten“, so Wüst. „Wir wollen den Blick auf das Positive richten für eine gestärkte Zusammenarbeit in der Zukunft.“

Von Düsseldorf aus ging es für Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, zu einer dreitägigen Reise in die Türkei.

Von Düsseldorf aus ging es für Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, zu einer dreitägigen Reise in die Türkei.

Offizieller Anlass für die Reise sind zwei Jubiläen: der 65. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens und das 80-jährige Bestehen des Landes Nordrhein-Westfalen. Begleitet wird Wüst von einer Wirtschaftsdelegation und etwa 30 Journalisten.

Hintergrund für das große Interesse an der Reise des Ministerpräsidenten sind unter anderem die Gerüchte über einen Kanzlertausch, die sowohl innerhalb als auch außerhalb der CDU im Sommer hochkochten. Wüst und sein Umfeld versuchten zuletzt, die Möglichkeit eines Wechsels nach Berlin herunterzuspielen. „Ich möchte Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen bleiben“, sagte Wüst am Vorabend vor seiner Abreise.

Deutsch-türkische Beziehungspflege sorgte 2025 für Kritik

Die letzten deutschen Spitzenpolitiker, die Erdogan empfing, waren Außenminister Wadephul und Friedrich Merz. Der Kanzler traf den türkischen Präsidenten im Oktober 2025 in Ankara. Ziel war die deutsch-türkische Beziehungspflege. Angesichts der geopolitischen Krisen brauche Deutschland engere strategische Partner – und da führe an der Türkei kein Weg vorbei, sagte der Kanzler.

Die Opposition kritisierte Merz‘ Auftritt damals. Der Bochumer SPD-Bundestagsabgeordnete Serdar Yüksel hatte gegenüber dem „Focus“ gesagt: „Wer in Ankara über europäische Perspektiven spricht, darf über die menschenrechtliche Realität im Land nicht schweigen.“