Auf dem Parkplatz am Abzweig Sittardweg/ L194 soll ein kubusförmiges Gebäude entstehen. Das Projekt darf nun weiterverfolgt werden.
City OutletErweiterung in Bad Münstereifel erhält Zustimmung, aber auch Kritik

Auf dem derzeitigen Parkplatz soll ein neues Outlet-Gebäude entstehen. Doch das sehen einige Ausschussmitglieder kritisch.
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Eine Grundsatzentscheidung sollte der Stadtentwicklungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung treffen: Sollen die Pläne des City Outlets, auf dem bisher als Parkplatz genutzten Gelände an der Ecke Landesstraße 194/ Sittardweg im Süden der Stadt ein weiteres Gebäude zu errichten, weiterverfolgt werden oder nicht? Vor knapp zwei Jahren hatte Outlet-Geschäftsführer Marc Brucherseifer Pläne für ein kubusförmiges Gebäude skizziert, in dem vier kleine Läden oder ein kleines und ein sehr großes Geschäft unterkommen könnten. Besonders „Marken mit extrem hohem Durchsatz“ könnten dort unterkommen, da die Belieferung an diesem Standort sehr gut möglich sei.
Der Kreis Euskirchen und die Bezirksregierung Köln haben aus landes- und regionalplanerischer Sicht grünes Licht gegeben. Die zentralen Versorgungsbereiche von Bad Münstereifel dürfen aber laut Bezirksregierung nicht beeinträchtigt werden. Auch der Stadtentwicklungsausschuss stimmte nun mehrheitlich zu, dass das Projekt weiterverfolgt werden darf. Lediglich die beiden Mitglieder der AfD-Fraktion sowie Bernhard Ohlert (CDU) stimmten dagegen. Die Stadt wird nun die Änderungen des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans erarbeiten.
Bernhard Ohlert bevorzugt eher eine Entwicklung im Norden der Stadt
„Aus persönlicher Sicht halte ich das Outlet für eine der besten Sachen, die Bad Münstereifel passiert sind“, begann Ohlert seine Begründung, warum er gegen das Vorhaben ist. An dieser Stelle halte er eine Erweiterung jedoch für falsch. Noch mehr Outlet-Läden würden vor die Stadt wandern und sich damit klassischen Outlets angleichen. Er befürchtet außerdem, dass in der Innenstadt dann 1B-Geschäfte übrig bleiben. Ihm sei eine Entwicklung im Norden der Stadt lieber.
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„Das passt null ins Stadtbild. Schon der jetzige Klotz passt nicht zu Bad Münstereifel. Irgendwann sollte man zufrieden sein mit dem, was man hat“, erklärte Norbert Lindemann die Ablehnung durch die AfD.
Fußgänger müssten über den Sittardweg zum neuen Gebäude
Doch auch Mitglieder der Fraktionen, die zustimmten, äußerten Kritik. „Wir bekommen einen erhöhten Fußgängerverkehr über den Sittardweg. Kann das funktionieren?“, fragte Chavva Schneider (Grüne). Sie befürchtet so eklatante Eingriffe in die Verkehrsführung, dass sie das Projekt eigentlich ablehnen müsste. Gleichzeitig ist ihr aber auch bewusst, dass sich etwas tun müsse, wenn die Stadt sich entwickeln soll. „Und Marc Brucherseifer hat bisher Gutes für die Stadt getan“, so Schneider. Sie widerspricht außerdem Bernhard Ohlert: Das Outlet wolle sich mit Sicherheit nicht selbst schaden und die Attraktivität in der Innenstadt senken.
Ausschussvorsitzender Ludger Müller (CDU) glaubt auch nicht, dass Outlet-Kunden trotz eines neuen Angebots die Innenstadt außen vor lassen: „Die Leute fahren nicht zwei Stunden hierher und gehen dann nur in zwei Läden.“ Tenzin Naktsang (SPD) zeigte sich zwiegespalten. Man müsse schon prüfen, welche Konsequenzen eine Ausdehnung nach Süden für Besucherströme und Gastronomie habe.
Laut Carmen Haltenhof, Amtsleiterin Stadtentwicklung und Stadtplanung, greift die Politik mit den geäußerten Bedenken allerdings vor: „Sie müssen entscheiden, ob Sie dort überhaupt eine bauliche Entwicklung wollen. Das ist jetzt quasi ein erstes Abklopfen.“ Die Betrachtung der angesprochenen Punkte seien dann Teil des weiteren Verfahrens. „Die Erarbeitung erfolgt auf Bestellung und auf Kosten des Antragstellers“, so Haltenhof. Der Norden der Stadt werde derzeit auch aufgewertet. Allerdings habe die Stadt nicht auf alles Einfluss.

