Margarete und Ludwig Ginster feierten in Bad Münstereifel-Mahlberg diamantene Hochzeit – bei Sonnenschein, im Gegensatz zur Heirat vor 60 Jahren.
DiamanthochzeitDer Kuss gehört für Mahlberger Paar auch nach 60 Jahren dazu

Sonnenschein gab es für Margarete und Ludwig Ginster zur Diamanthochzeit. 60 Jahre zuvor hatte es geschneit und gehagelt.
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Lobesworte gab es von der Kanzel für ein Jubelpaar. Heutzutage, so Pastor Christian Hermanns, würden viele Ehepaare viel zu früh ihre Ehe aufgeben. Bei manchen möge diese Entscheidung richtig sein. Aber es gelte auch, das Zusammenhalten in kniffligen Situationen zu lernen. „Liebe, Glaube und Gottvertrauen“ seien wichtigen Stützpfeiler im Leben von Margarete und Ludwig Ginster, die sie durch 60 Ehejahre getragen haben.
Wie zur Goldhochzeit vor zehn Jahren waren auch dieses Mal das Haus der Ginsters und die Kirche in Mahlberg aufwendig geschmückt. Für die Familie, für Freunde und Nachbarn sowie für Pastor Christian Hermanns war es sichtlich eine große Freude, nun auch die diamantene Hochzeit zu feiern. „Als wäre es gestern gewesen“, befand der Geistliche mit Blick auf das Goldjubiläum. Und auf grüne Hochzeiten blickte er, als er das Paar gesegnet hatte. Wenn die grüne Hochzeit vollzogen sei, sage man, dass sich das Paar nun küssen dürfe. Doch das ließen sich Margarete und Ludwig Ginster auch 60 Jahre danach nicht zweimal sagen.
Vor 60 Jahren hatte es in Mahlberg gehagelt und geschneit
Für eine würdige Messe sorgten neben Hermanns Organistin Maria Haag und Flötistin Katrin Luxen. Und weil das Jubelpaar beim Auszugslied gebannt bis zum Schluss lauschte und stehen blieb, wurde es eben zweimal gespielt, bevor es nach draußen zu all den Gratulanten ging. Fast auf den Tag genau wie vor 60 Jahren wurde nun die diamantene Hochzeit gefeiert – jedoch mit einem deutlichen Unterschied. Damals hatte es beim Auszug aus der Kirche gehagelt und geschneit, so dass schöne Erinnerungsfotos unmöglich waren. Zum Ehejubiläum gab es nun ein paar Sonnenstrahlen.
Für das große Fest hatten sich die beiden Töchter der Ginsters ins Zeug gelegt und vieles vorbereitet. „Es ist ein kleines Dankeschön an unsere Eltern, die für uns immer da waren und viel für uns getan haben“, sagten sie. Zur Familie zählen heute auch mehrere Enkelkinder.
Der Kirche sind die heute 80-jährige Margarete Ginster und ihr 85 Jahre alter Ehemann seit Jahrzehnten eng verbunden. Während sie durch ihren Chorgesang bekannt wurde, blickt er auf zahlreiche Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit im Kirchenvorstand zurück.
Dass Margarete und Ludwig Ginster sich vor über 60 Jahren kennengelernt hatten, ist ihrem Bruder Siegfried Haag zu verdanken. Der ursprünglich aus Hünkhoven stammende Ludwig Ginster hatte zunächst das Schuhmacherhandwerk erlernt und seinen Meister gemacht. Bis zum Eintritt in den Ruhestand war er beim Landschaftsverband Rheinland tätig, die meiste Zeit über unter anderem als Erzieher im damaligen Erlenhof in Euskirchen. Für ihn und seine Frau gehört das Reisen zum Leben. Sie lieben die Berge und Küsten gleichermaßen.
