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Fußball-LandesligaDie Aufstiegsparty des TuS Zülpich ist vertagt

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Tim Bikenheuer beim Torschuss. Im Hintergrund ist die Kulisse zu erahnen.

Schnell und trickreich präsentierte sich vor einer Traumkulisse in Zülpich Tim Birkenheuer.

Die Zülpicher stellen beim souveränen Heimerfolg gegen Kurdistan Düren die Weichen für die Mittelrheinliga, aber Breinig punktet gegen Hürth.

Landesliga 2: TuS Chlodwig Zülpich – SV Kurdistan Düren 8:0 (4:0). Eigentlich war alles vorbereitet für die Aufstiegsparty: Bestes Wetter für die obligatorischen Bierduschen, eine herausragende Kulisse von knapp 500 Zuschauern und eine ebenso hoch motivierte wie torhungrige Heimelf, die ihren Teil des Jobs zum Gelingen der „Mission Mittelrheinliga“ in absolut souveräner Manier erledigte.

Das kleine Problem: Man war auch auf eine Niederlage des unmittelbaren Verfolgers aus Breinig angewiesen. Doch der zeigte sich im Parallelspiel gegen Spitzenreiter Hürth äußerst widerstandsfähig, sodass die Feierlichkeiten erst einmal verschoben werden mussten.

Ausgangslage: Zülpich muss gewinnen, Breinig verlieren

Zwei Dinge waren für die Zülpicher zum ganz großen Wurf erforderlich: Ein eigener Dreier gegen Kurdistan und ein Erfolg des FC Hürth beim Tabellendritten. Zwischenzeitlich sah es so aus, als sollte genau dieser Fall auch eintreten. Als der Primus Mitte des zweiten Durchgangs 2:1 in Führung ging, war der TuS, der zu diesem Zeitpunkt bereits 4:0 vorne lag, schon mit anderthalb Beinen in der fünften Liga.

Aber während an der Blayer Straße in der Schlussphase längst alles entschieden war, ging es im Kreis Aachen äußerst spannend zu. Elf Minuten vor dem Abpfiff schaffte der SVB den Ausgleich, der den Zülpichern (vorerst) einen Strich durch die Rechnung machte.

Spielanalyse: Kurdistan wurde von Anfang an in die Defensive gedrängt

Obwohl die Gäste mit Salifu Krubally, Gerard Sambou und Inan Naki, dem fußballerisch vielleicht stärksten Kicker der gesamten Klasse, über großartige spielerische Qualität verfügen, erledigten die Hausherren ihre Aufgabe bravourös. Von Beginn an sahen sich die Dürener in die Defensive gedrängt und mussten das tun, was sie nicht so gerne mögen und auch nicht so gut beherrschen – die Arbeit gegen den Ball.

Devin Nickisch kurz bevor er beim Elfmeter den Ball trifft.

Souverän verwandelt Devin Nickisch den Elfmeter zum 1:0.

Luca Ohrem im Laufduell gegen einen Verteidiger. Ohrem bläst dabei die Backen auf.

Nicht zu stoppen war Zülpichs Angreifer Luca Ohrem, der zwei Treffer erzielte.

Ein Doppelschlag durch Devin Nickisch (17./Strafstoß) und Tim Birkenheuer per Distanzschuss (18.) brachte den TuS frühzeitig in eine Vorteilsposition und unterstrich die Abwehrprobleme des SV, der sich in Person von Torhüter Mamadi Conde zudem sehr undiszipliniert präsentierte. Nachdem der Keeper vor dem Strafstoß zum 0:1 wegen Spielverzögerung bereits verwarnt worden war, entschloss er sich kurz darauf zu einem ziemlich ungestümen Ausflug Richtung Seitenlinie, wo er gegen Luca Ohrem deutlich zu spät kam, die Gelb-Rote Karte sah und seine Mannschaft ganz entscheidend schwächte (31.). Diese versuchte – trotz des aus dem folgenden Freistoß resultierenden 3:0 durch Marvin Iskra (33.) – zwar noch einmal zu antworten, war abgesehen von zwei guten Gelegenheiten vor der Pause allerdings vollkommen chancenlos. Bereits beim Kabinengang, mittlerweile stand es dank Iskra 4:0 (45.+5), war die Begegnung gelaufen.

Die zweite Hälfte nutzte der TuS dann eindrucksvoll, um den Vorsprung durch Ohrem (69., 89.), Nico Berekoven (83.) und Constantin Pennartz (90.) zu verdoppeln und zugleich etwas für die Tordifferenz zu tun – sehr erfolgreich, denn mit dem Kantersieg hat man den unmittelbaren Rivalen Breinig jetzt auch in diesem Bereich überflügelt.

Das sagt Trainer David Sasse und das sagen wir

„Wenn mir einer vor dem Spiel gesagt hätte, dass wir gegen Kurdistan acht Tore schießen, hätte ich das sofort unterschrieben. Auch wenn wir nach dem 3:0 etwas sorglos agiert haben, war das unter dem Strich eine reife Leistung von uns. Bei diesem Wetter wollten wir zunächst die besten Fußballer auf dem Platz haben, um später physisch starke Spieler von der Bank bringen zu können“, schilderte Coach David Sasse seinen aufgegangenen Matchplan.

Angesichts von sechs Punkten Vorsprung und dem besseren Torverhältnis zwei Runden vor Schluss ist der Zülpicher Aufstieg lediglich vertagt – das sieht auch der Trainer so: „Ich habe keine Zweifel mehr, sondern großes Vertrauen in meine Jungs. Wir haben unser Ziel ganz dicht vor Augen und wollen gegen Eilendorf die Sensation schaffen.“