Ein Jahr nach der Errichtung ist der Funkmast in Rinnen immer noch nicht in Betrieb. Auch in der Gemeinde Hellenthal gibt es Masten ohne Funktion.
Weil die Technik fehltIn Rinnen gibt es trotz eines neuen Mastes keinen Handyempfang

Der Mast im Hintergrund ist auch mehr als ein Jahr nach dem Bau noch nicht am Netz. Markus Auel (v.l.), Emmanuel Kunz und Thomas Müller können das nicht nachvollziehen.
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Wer kennt das nicht: Man fährt durch die Eifel und der Handy-Empfang wird schlechter, bis er dann ganz abbricht. Ein gutes Beispiel dafür ist der Ort Rinnen, wo man nur an wenigen Stellen telefonieren oder surfen kann. Der Kaller Bürgermeister Emmanuel Kunz spricht von einem „Trauerspiel“ und einer „Lachnummer“. Seit Jahren bemüht sich die Gemeinde Kall vergeblich, den WLAN-Empfang in Rinnen und den angrenzenden Orten zu verbessern. Der Mast steht zwar schon seit mehr als einem Jahr, aber es fehlt die Funktechnik. In Hellenthal gibt es gleich zwei Masten, die zwar schon 2024 aufgebaut wurden, aber bislang nicht in Betrieb gegangen sind.
Der ehemalige Rinnener Ortsvorsteher Lothar Maevis hatte schon vor Jahren geklagt, dass der ganze Ort beim Empfang benachteiligt sei. Man warte schon seit Jahren auf einen Funkmast. Wegen der Flut 2021 war das Projekt dann zurückgestellt worden, weil die Telekom sich erst einmal um andere Sachen kümmern musste.
Nach der Katastrophe hatten der Gemeinderat und einige Ausschüsse mangels Alternativen im Bürgerhaus in Rinnen ihre Sitzungen abgehalten. Letztlich wurde das Bürgerhaus aber wieder von der Liste der Tagungsorte gestrichen, weil es dort keinen WLAN- und keinen Handy-Empfang gibt.
Standort für die Sendeanlage wurde um einige Meter verschoben
„Schon 2018 haben wir im Rahmen des Programms ,Wir jagen Funklöcher’ der Telekom einen Antrag gestellt“ erklärte Markus Auel, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Die Telekom habe dann auch die Planung für einen Mast bei Rinnen übernommen.
Bei der Verteilung der 5G-Frequenzen habe dann aber die Telefónica den Zuschlag für das Gebiet erhalten und eine eigene Planung für einen Mast in Auftrag gegeben. Letztlich sei der Standort für die Sendeanlage am Sportplatz dann um einige Meter verschoben worden.
Ende 2024 sei dann der Mast endlich errichtet worden: „Seitdem hat sich aber nichts mehr getan. Die Funktechnik fehlt nach wie vor“, sagte Auel. „Es geht um die digitale Grundversorgung, die im Ernstfall auch Leben retten kann“, betonte der Vertreter des Bürgermeisters. Neben der Versorgung der Bevölkerung seien WLAN und Handynetze auch wichtig für Notrufe, Krisenkommunikation und den Katastrophenschutz.
Rund 80 Prozent der Rinnener haben keinen Handyempfang
„In Rinnen haben rund 80 Prozent des Ortes keinen Empfang“, sagte der aktuelle Ortsvorsteher Thomas Müller. Die zuständige Stelle des Kreises Euskirchen habe sich auch schon eingeschaltet, aber nichts erreicht. „Als ich dann in der Zeitung gelesen habe, dass jetzt bei einem Besuch von NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur ein Mobilfunkmast an der Steinbachtalsperre von Telefónica in Betrieb genommen wurde, war ich bedient. Dort geht es, und wir werden immer weiter vertröstet.“
„Auch umliegende Orte wie Golbach, Sötenich, Steinfelderheistert, Sistig und Frohnrath könnten besser versorgt werden, wenn der Mast sendet“, betonte Bürgermeister Emmanuel Kunz. Die Gemeinde habe schon mehrfach bei dem Unternehmen nachgehakt und immer wieder zu hören bekommen, dass es Lieferschwierigkeiten für das Material gebe. Zuletzt habe Telefónica zugesichert, dass der Mast im zweiten Quartal 2026 in Betrieb gehen werde. Die Frist sei auch schon wieder abgelaufen.
„Das zeigt mal wieder, wie sehr wir beim Internetausbau weiter hinterherhinken“, sagte der Bürgermeister. Man habe jetzt noch einmal in einem Brief das Unternehmen aufgefordert, den Mast mit der notwendigen Technik auszurüsten.
Bauwerk wurde erst im Frühjahr 2026 mängelfrei übergeben
„Der Mast ist uns erst Ende des ersten Quartals 2026 übergeben werden“, erklärte Jörg Borm, Sprecher von Telefónica. Das Bauwerk werde von der mit dem Bau beauftragten Firma erst übernommen, wenn es mängelfrei sei. „Manchmal fehlt zum Beispiel der Blitzschutz oder die Stromversorgung“, so Borm. Deshalb könne es sein, dass ein Mast ein Jahr oder länger stehe, aber noch nicht in Betrieb sei.
Die Firma, die die Technik aufbaut, sei schon vor einiger Zeit beauftragt worden. Wenn die ihre Arbeit abgeschlossen habe, könne der Mast ans Netz gehen. „Ich gehe davon aus, dass das zum Jahresende der Fall sein wird.“
Andere Kommune, anderes Unternehmen, gleiches Problem: „In Hollerath und Dickerscheid stehen seit 2024 zwei Masten, die nicht in Betrieb sind“, sagte Wilfried Knips, Fachbereichsleiter für Zentrale Dienste und Vertreter des Bürgermeisters bei der Gemeinde Hellenthal. In beiden Orten gebe es entweder keinen oder nur schlechten Empfang. Das amerikanische Unternehmen schaffe es nicht, den Mast entsprechend auszurüsten.
„In solchen Fällen bekommen wir sehr oft keine Informationen von den Unternehmen. Das ist schon ärgerlich“, sagte Knips. Man werde jetzt an die Firma herantreten und sie auffordern, die Funktechnik anzubringen.
