Die 17-jährige Maja Hölz aus Gemünd hat ihr zweites Buch veröffentlicht, diesmal mit Essays, Gedichten und Kurzgeschichten.
Junge AutorinMaja Hölz aus Schleiden-Gemünd gewährt Einblick ins Innerste eines Teenagers

Bereits ihr zweites Buch hat die 17-jährige Maja Hölz veröffentlicht, in dem sie über ihre nicht immer herzige Lebenswirklichkeit als junge Frau schreibt.
Copyright: Stephan Everling
Ein wenig irreführend ist der Einband des Buches „Herzen an den Wänden“ von Maja Hölz schon. Denn auch wenn die Herzchen auf der gezeichneten Mauer mehr an ein Freundschaftsbuch eines jungen Mädchens erinnern, ist der Inhalt von einem ganz anderen Kaliber.
Hier gibt ein literarisches Talent Einsicht in sein Innerstes, in Gedanken und Sorgen, in Hoffnungen und Träume. Manchmal bunt und fröhlich, manchmal düster und auch schwarz sind die Seelenzustände und Gedanken, die Hölz beschreibt. „Es ist die weibliche Perspektive, aus der ich schreibe“, sagt sie.
Der Wettbewerb hat mir Kontinuität gegeben.
Und dass sie das kann, das Schreiben, das ist schon ganz anderen Menschen aufgefallen. Denn Maja Hölz ist Dauergast in den Preislisten des Eifeler Jugendliteraturwettbewerbes, der einmal im Jahr ausgetragen wird. Viermal wurde sie bereits seit ihrer ersten Teilnahme im Jahr 2021 ausgezeichnet, zweimal konnte sie sogar den ersten Platz belegen.
„Der Wettbewerb hat mir Kontinuität gegeben“, sagt sie über den Effekt. Sie habe mehr Kreativität, Ideen und ein festes Ziel. Und sie knüpfte auch hilfreiche Kontakte. So hätten ihr die jungen Jurymitglieder Sarah Binsenbach und Marta Sproll unter die Arme gegriffen. „Vor allem Marta hat mir viel geholfen“, so Hölz.
Die Geschichten sind nach Farben sortiert
Vor zwei Jahren begann die 17-Jährige, die in die Klasse 11 des Clara-Fey-Gymnasiums geht, nach dem autobiografischen Werk „Teen – von Kriegsgeflüster und Sonnenschein“ mit ihrem zweiten Buch. „Eigentlich sollte es ein Roman werden“, berichtet die junge Autorin. Doch dann sei es ihr wichtiger gewesen, das, was sie zu sagen hat, in kleinerem Format zu vermitteln.
Und so ist „Herzen an den Wänden“ eine Sammlung aus Essays, Gedichten, Kurzgeschichten und einigem mehr geworden. In Farben hat Hölz die verschiedenen Geschichten sortiert. Rosa, grün, rot und blau ist da zum Beispiel zu lesen, doch der Inhalt ist oft nicht so herzig, wie es der Buchtitel vermuten lässt.
Die Autorin schont weder den Leser noch sich selbst
Listen mit dem, was ihr wichtig ist, wechseln mit Gedichten, Analysen oder längeren Prosastücken. Ist Schwangerschaftsabbruch ein Menschenrecht? Wie ist die Lebenswirklichkeit einer jungen Frau, gefangen zwischen dem im Internet propagierten Schönheitswahn und dem gesellschaftlichem Druck?
Früh gedrillt darauf, vorsichtig zu sein, immer die Beine zusammenzunehmen, nicht durch Kleidung zu provozieren oder wie all die Vorsichtsmaßnahmen sind, um als junge Frau nicht zum Opfer zu werden, sexuelle Belästigung im Alltag zu erleben, Mobbing und Demütigungen zu erfahren. Maja Hölz schont weder den Leser noch sich selbst.
Ich pflanze Reflexion, ernte aber reflektierte Verwirrung.
Sie irritiert in den Wendungen ihrer Gedanken und erschüttert in ihrer Ehrlichkeit zwischen Liebe und Ernüchterung. Oder wie sie es ausdrückt: „Ich pflanze Reflexion, ernte aber reflektierte Verwirrung.“ Sie nimmt den Leser mit in die Gedankenwelt einer 17-jährigen jungen Frau. Davon gibt es einige, doch nur wenige davon können sich so ausdrücken wie die Gemünderin.
Sie spielt mit den Genres, reißt fröhlich Grenzen ein und tanzt unbekümmert auf ihren Überresten. „Literatur möchte Menschen mit Worten berühren“, sagt sie. Doch ihre Mitteilsamkeit geht über das Buchformat hinaus. In ihrer Schule produziert sie einen Podcast und moderiert auch Veranstaltungen.
Das Buch „Herzen an den Wänden“ von Maja Hölz hat 182 Seiten, ist erschienen bei epubli und ist für den Preis von 15,90 Euro zu haben. Erhältlich ist es in der Buchhandlung Pavlik in Kall oder über das Internet.
