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BebauungsplanAn der Nordstraße in Euskirchen soll ein kleines Wohnquartier entstehen

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Die freie Fläche an der Nordstraße. Im Vordergrund fließt der Veybach.

An der Nordstraße sollen Wohnungen entstehen. Das Areal liegt direkt neben dem Veybach. Deshalb ist der Hochwasserschutz noch einmal verbessert worden.

Laut Verwaltungsvorlage will ein Investor am Veybach acht Mehrfamilienhäuser mit rund 110 Mietwohnungen errichten. 

In Euskirchen soll ein neues Wohnquartier entlang des Veybachs entstehen. Zwischen Keltenring, Nordstraße und dem Bereich des Erftauen-Parks plant ein Investor die Entwicklung eines bislang teilweise gewerblich genutzten Areals zu einem modernen Wohngebiet mit rund 110 Mietwohnungen. Das geht aus der Vorlage des Fachausschusses der Stadt hervor, der am Dienstag ab 17 Uhr im Rathaus tagt.

Die Fläche wird derzeit unter anderem als Lager- und Stellplatzfläche genutzt und ist durch ihre Lage am Gewässer sowie in unmittelbarer Nähe zu bestehender Wohnbebauung nur eingeschränkt für eine weitere gewerbliche Nutzung geeignet. Stattdessen sehen Stadt und Investor hier gute Voraussetzungen für eine Wohnbauentwicklung. Entsprechend wurde bereits 2021 die Bauleitplanung angestoßen; nach mehreren Beschlüssen befindet sich der Bebauungsplan inzwischen im fortgeschrittenen Verfahren.

Geplant sind überwiegend drei- bis viergeschossige Gebäude

Geplant ist eine Bebauung mit acht Mehrfamilienhäusern. Entlang der Nordstraße sollen überwiegend drei- bis viergeschossige Gebäude entstehen, deren oberste Geschosse zurückgesetzt sind, um sich besser in die niedrigere Nachbarbebauung einzufügen. In Richtung Veybach sind niedrigere, zwei- bis dreigeschossige „Stadtvillen“ vorgesehen. Insgesamt setzt das Konzept auf eine verdichtete, aber städtebaulich angepasste Bauweise.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Gestaltung der Freiflächen. Die heute weitgehend versiegelten Bereiche sollen in eine parkähnliche Anlage mit Bäumen und Grünflächen umgewandelt werden. Der Uferbereich des Veybachs ist als naturnaher Auenraum geplant und soll perspektivisch weiterentwickelt werden. Auch das Thema Hochwasser spielt eine zentrale Rolle: Das Gebiet war vom Starkregenereignis im Juli 2021 betroffen. Deshalb ist eine hochwasserangepasste Bauweise vorgesehen.

Stellplatzebenen können überflutet werden

Die Gebäude sollen aufgeständert werden, während darunter liegende, offen gestaltete Stellplatzebenen im Ernstfall gezielt überflutet werden können. So soll verhindert werden, dass Wasser in die Wohnbereiche eindringt oder zusätzliche Schäden in der Umgebung entstehen.

Die Erschließung erfolgt über die Nordstraße, die dafür teilweise verbreitert werden soll. Neben Tief- beziehungsweise Garagenstellplätzen sind auch öffentliche Parkplätze sowie Fahrradabstellmöglichkeiten vorgesehen. Ein Verkehrsgutachten geht von rund 400 zusätzlichen Fahrzeugbewegungen pro Tag aus, sieht aber keine grundlegenden Probleme für die Verkehrsabwicklung.

Bebauungsplan soll erneut ausgelegt werden

Planungsrechtlich ist für das Vorhaben eine Anpassung erforderlich, da Teile des Areals bislang als Gewerbegebiet oder Grünfläche ausgewiesen sind. Zudem liegt die Fläche teilweise im Landschaftsschutzgebiet sowie in einem Bereich mit früheren Altlasten. Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Belastungen beherrschbar sind und bei der Umsetzung entsprechend berücksichtigt werden können.

Nach jüngsten Änderungen – insbesondere aufgrund neuer Vorgaben zum Hochwasserschutz – wird der Bebauungsplan erneut, jedoch verkürzt, öffentlich ausgelegt. Bürgerinnen und Bürger können sich dabei gezielt zu den geänderten Punkten äußern.

Die Kosten für Planung und Erschließung trägt weitgehend der Investor. Für die Stadt fallen unter anderem anteilige Kosten für Verkehrsanlagen an, deren genaue Höhe noch geprüft wird.

Mit dem Projekt reagiere Euskirchen auf den steigenden Bedarf an Wohnraum und verfolge zugleich das Ziel, eine bislang wenig attraktive Fläche städtebaulich und ökologisch aufzuwerten, heißt es in der Vorlage der Verwaltung.