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GenossenschaftIn Euskirchen entstehen 221 Wohnungen für gemeinschaftliches Leben

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Die Visualisierung des Architekturbüros zeigt, wie das Quartier der Wohnungsgenossenschaft in Euskirchen aussehen könnte.

So könnte das Quartier der Wohnungsgenossenschaft am Pützbergring aussehen.

Die genossenschaftlichen Wohnungen auf dem Gelände der einstigen Steinzeugwerke in Euskirchen sollen 2028/29 bezugsfertig sein.

Auf dem Gelände der ehemaligen Westdeutschen Steinzeugwerke hinter dem Bahnhof in Euskirchen nimmt eines der größten Wohnprojekte der kommenden Jahre weiter Gestalt an. Mit der Gründung der „1. Bewohnergenossenschaft Euskirchen eG“ ist der Startschuss für genossenschaftliches Wohnen im neuen Quartier „werk&wiese“ gefallen.

Im Café Mathilda an der Hochstraße wurde die Genossenschaft offiziell ins Leben gerufen. Den Vorsitz haben Michel Höllmann und Jürgen Reckers übernommen. Sie wurden einstimmig gewählt. Zur Gründungsversammlung war auch Bürgermeister Sacha Reichelt gekommen: „Das ist eine historische Veranstaltung für Euskirchen. Alle Beteiligten verfügen über große Kompetenz.“ Auch die stellvertretende Landrätin Annegret Lewak war im Café Mathilda dabei: „Bezahlbarer Wohnraum ist kommunalpolitisch ein riesiges Thema.“

Das Projekt in Euskirchen steht für mehr als reines Wohnen

Das Projekt sieht im ersten Bauabschnitt auf dem Areal am Pützbergring 221 Wohnungen vor. Geplant ist nach Angaben der Genossenschaft eine innovative Holzhybrid-Bauweise, die ökologische Nachhaltigkeit und hohe Wohnqualität verbinden soll. Adressaten sind Menschen, die bezahlbaren Wohnraum suchen und gleichzeitig gemeinschaftlich leben möchten. Im Mittelpunkt stehen soziale Durchmischung, Mitbestimmung und langfristig stabile Wohnkosten.

„Mit diesem Projekt schaffen wir nicht nur neuen Wohnraum, sondern ein lebendiges Beispiel für gemeinschaftliche, ökologische und verantwortungsvolle Stadtentwicklung“, so Höllmann.

Eine Planzeichnung des Architekturbüros zeigt, wie die Wohnungsgenossenschaft in Euskirchen aussehen könnte.

Die Pläne sind ausgearbeitet. Auch ein Kiez-Schwimmbad ist an den ehemaligen Steinzeugwerken vorgesehen.

Eine Gruppe Menschen steht vor einem Haus mit grüner Fassade, an dem das Schild „Café Mathilda“ angebracht ist.

Einige Euskirchener haben nun die erste Bewohnergenossenschaft Euskirchen gegründet.

Die künftigen Bewohner sollen das Quartier aktiv mitgestalten. Vorgesehen sind neben den Wohnungen gemeinschaftlich genutzte Innenhöfe, Gemeinschaftsräume und Sharing-Angebote. Ein nachhaltiges Mobilitätskonzept ist ebenso Teil der Planungen wie etwa ein Schwimmbad fürs Quartier.

Realisiert wird das Vorhaben von der Wohnkompanie NRW GmbH gemeinsam mit der UTB Projektmanagement GmbH aus Berlin. Die Finanzierung übernimmt die GLS Bank aus Bochum. UTB-Geschäftsführer Thomas Bestgen betonte, dass sein Unternehmen seit rund 30 Jahren gemeinschaftliche Wohnprojekte zum Selbstkostenpreis entwickele. Nun soll das erste genossenschaftlicheProjekt in Euskirchen entstehen. „Das Schwimmbad soll der Therme natürlich keine Konkurrenz machen, aber es zeigt, wie weit die junge Genossenschaft schon jetzt denkt“, so Bestgen: „Genossenschaft ist eben mehr als wohnen. Es ist leben.“

Auch Katrin Eming, Geschäftsführerin der Wohnkompanie, sieht in dem Vorhaben einen wichtigen Schritt für die Stadtentwicklung. Das Quartier „werk&wiese“ soll Wohnen, Gewerbe und Einzelhandel verbinden und in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof ein urbanes Zentrum schaffen.

Bestgen stellte einen weiteren Vorteil heraus: „Die Anteile können vererbt werden – und damit auch das Wohnrecht. Das ist ein großer Vorteil gegenüber einem Mietverhältnis.“ Laut Genossenschaft wird der Einzug für die Jahre 2028/29 angestrebt.