Für 590.000 Euro wird an der Burg Veynau eine Brücke neu gebaut, die bei der Flut 2021 zerstört worden war. Sie besteht aus vorgefertigten Teilen.
Bei Flut zerstörtNeubau der Brücke an der Burg Veynau soll im April fertig sein

Die Veybachbrücke in der Nähe von Burg Veynau wurde bei der Flut zerstört.
Copyright: Johannes Bühl
Nach mehr als vier Jahren führt vor den Toren der Burg Veynau bald wieder eine Brücke über den Veybach. Sie erschließt eine Tongrube und soll künftig auch mit dem Radwegenetz des Kreises Euskirchen verbunden werden. Das alte Bauwerk war durch das Hochwasser im Juli 2021 zerstört worden. Der Neubau soll Mitte April fertiggestellt werden. Er liegt auf Euskirchener Gebiet, Bauherrin ist aber die Stadt Mechernich. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 590.000 Euro.
Es sei außergewöhnlich, dass die Brücke damals bis auf einen kleinen Rest fortgerissen worden sei, wird Andreas König, Teamleiter Straßen und öffentliche Grünflächen, in einer Mitteilung der Stadt Mechernich zitiert. „Während wir viele beschädigte Brücken noch mit Einschränkungen nutzen konnten, gab es hier bis zum Neubau einfach keinen Weg über den Veybach“, so König. Er ist froh über die Geduld der Anwohner, die so lange andere Wege nutzen mussten.
Brückenplatte besteht aus vier vorgefertigten Teilen
Die Bauarbeiten befinden sich jetzt in der Endphase. Die Widerlager, auf die später die Brückenplatte aufgelegt wird, wurden betoniert und müssen jetzt aushärten. Für die Form der Widerlager wurden Spundwände als Schalung aufgebaut, die nach der Aushärtung des Betons entfernt werden.
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Die Arbeiten erläuterten Irma Schmidt (Ingenieurbüro Kocks Consult) und Marvin Pärschke (Stadt Mechernich).
Copyright: Steffi Tucholke/Agentur Profipress
Die Brückenplatte besteht aus vier Teilen, die in den Werkhallen der Firma Backes gefertigt wurden. Andreas König: „Solche Bauteile können in den Hallen unter stabilen Bedingungen hergestellt werden, so sind wir nicht von äußeren Einflüssen wie etwa der Witterung abhängig.“ Tatsächlich habe die Kälte Mitte Januar die Betonierarbeiten verzögert, erklärt Irma Schmidt vom Ingenieurbüro Kocks Consult, die die Bauüberwachung übernommen hat.
Für Verzögerungen sorgte seit dem Baubeginn Anfang Oktober 2025 auch die Beseitigung von Kampfmitteln aus dem Baustellenbereich. Im Normalfall wird nach Darstellung der Stadt Mechernich auf einer solchen Fläche der Oberboden abgezogen, um die Sondierung durch den Kampfmittelräumdienst möglich zu machen. Diese Methode schied aber aus, da sich wegen der landwirtschaftlichen Nutzung viele Eisenteile in der Erde befanden.
Zahlreiche Metallteile aus der landwirtschaftlichen Arbeit gefunden
Stattdessen beauftragte Marvin Pärschke, Tiefbausachbearbeiter der Stadt Mechernich, einen Feuerwerker, der die Sondierung begleitend zu den Tiefbauarbeiten übernahm. Tatsächlich wurde dabei auch der Boden einer Bombe gefunden – neben zahlreichen Metallteilen aus der landwirtschaftlichen Arbeit sowie einigen Hufeisen.
Die Brückenplatten sollen nun zur Baustelle transportiert und dann mit einem Kran auf die Widerlager gesetzt werden. Wenn dann noch die angrenzenden Flächen hergerichtet sind und der anschließende Straßenbau abgeschlossen ist, kann die Brücke wieder genutzt werden.
Sie werde, so heißt es in der Mitteilung, so breit sein, dass sich auch ein Lastkraftwagen und ein Fahrradfahrer auf der Brücke begegnen können. Das ist vor allem insofern von Bedeutung, als der Kreis Euskirchen einen Radweg bauen möchte, der über die Brücke führt.
Es ist ungewöhnlich, dass die Stadt Mechernich eine Brücke auf dem Gebiet der Stadt Euskirchen baut. Hintergrund ist nach Angaben der Mechernicher Verwaltung, dass für den Veybach die Unterhaltungs- und Wiederherstellungspflicht bei den Anwohnern liegt.
Die Stadt Mechernich hatte die beiden angrenzenden Parzellen in der Vergangenheit von privat gekauft, um dort eine Trinkwasserleitung verlegen zu können. Im Anschluss sollten die Grundstücke der Stadt Euskirchen übertragen werden. Genau zu diesem Zeitpunkt kam aber die Flut und riss die Brücke weg. So war die Stadt Mechernich als Anlieger und Eigentümer verantwortlich für den Neubau der Brücke.

