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AmtseinführungNeuer Pfarrer für St. Martin Euskirchen: Dr. Tobias Schwaderlapp kehrt zurück

Rund 500 Gäste feierten in der Herz-Jesu-Kirche die Amtseinführung des neuen Pfarrers, der nach 20 Jahren an seine frühere Praktikumsstätte zurückkehrt.

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Der neue leitende Pfarrer Dr. Tobias Schwaderlapp wurde herzlich in Euskirchen empfangen.

Der erste öffentliche Auftritt in einem ungewohnten Umfeld, beobachtet von zahlreichen unbekannten Gesichtern und begleitet von einer hohen Erwartungshaltung, ist für die allermeisten Menschen mit einer gehörigen Portion Nervosität verbunden. Egal, ob es sich um eine Musikband vor ihrem ersten großen Konzert handelt oder um eine Autorin oder einen Autor bei der Vorstellung des Debütromans – selbst bei gründlicher Vorbereitung lässt sich die Aufregung wohl nie völlig vermeiden.

Gelassener Start vor 500 Gästen

Dr. Tobias Schwaderlapp, der neue leitende Pfarrer für die katholische Kirchengemeinde St. Martin in Euskirchen, verströmte dennoch von der ersten bis zur letzten Minute seiner Amtseinführung am Samstagnachmittag viel Freude und Gelassenheit. Von der feierlichen Prozession zum Gottesdienstbeginn bis zum abschließenden Auszug aus der Herz-Jesu-Kirche umspielte ein herzliches Lächeln seine Lippen. „Danke für die vielen offenen Herzen und freundlichen Gesichter, auch schon in den letzten Tagen“, richtete sich der Seelsorger an die rund 500 Gäste im vollbesetzten Kirchenschiff. „Ich bin bislang ausschließlich von lieben und guten Menschen willkommen geheißen worden. Mit einer unaufdringlichen Herzlichkeit, die mich wirklich berührt hat.“

Nachfolger von Pfarrer Tobias Hopmann

Mit diesem gelungenen Einstand trat Tobias Schwaderlapp am Samstag in die Fußstapfen von Tobias Hopmann, der im Juni das Amt des Generalvikars im Erzbistum Köln übernommen hatte. Die seit dieser Zeit vakante Position wieder ausfüllen zu können, stimmte auch Pfarrer José Pérez Pérez sehr glücklich. „Lieber Tobias, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehnsüchtig du hier erwartet wurdest, auch von mir.“

Rückkehr an die alte Wirkungsstätte

Ein gänzlich unbeschriebenes Blatt ist der neue leitende Pfarrer, der in den vergangenen elf Jahren als Jugendseelsorger in Altenberg tätig war, in der Kreisstadt nicht. Vor 20 Jahren hatte er im Zuge eines Praktikums bereits einige Zeit in der Euskirchener Pfarrei verbracht und kehrte nun an seine alte Wirkungsstätte zurück. Bei einer Messe, bei der er damals die Lesung übernommen hatte, sei er zudem auf seinen späteren Primizspruch gestoßen.

Der Chor begleitete die Messe.

Ein weiterer Umstand, der Tobias Schwaderlapp sein Wiedersehen in Euskirchen verschönern konnte, war der gemeinsame Auftritt aller Kirchenchöre der Pfarrei St. Martin. Begleitet von Manfred Sistig an der Orgel, sorgten rund 80 Sängerinnen und Sänger für einen imposanten musikalischen Rahmen der festlichen Messe. „Ein toller, kraftvoller Klang“, schwärmte der musikalische Leiter Volker Prinz, dessen Ensemble von den 500 Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern verstärkt wurde. Auch der neue leitende Pfarrer zeigte sich von dieser Stimmgewalt begeistert. „Das war wirklich sehr beeindruckend und ich bin froh, dass wir das an diesem Festtag gemeinsam erleben durften.“

Von New York über Rom nach Euskirchen

Geboren und getauft in New York, verbrachte Tobias Schwaderlapp einige Jahre seiner Ausbildung in Rom, bevor er nun in Euskirchen das nächste Kapitel seines beruflichen und privaten Lebens aufschlagen möchte. In seiner ersten Predigt als leitender Pfarrer der Kreisstadt stellte er dabei gleich zu Beginn seinen Humor unter Beweis. „Ich hoffe, Sie haben ein wenig Zeit mitgebracht, denn ich hatte jetzt zwei Monate Zeit, mich auf diesen Augenblick vorzubereiten. Zwei Monate, in denen ich nicht gepredigt habe, und seitdem hat sich viel angestaut.“

Auf seiner in diesen Wochen absolvierten Pilgerreise auf dem Jakobsweg habe er immer wieder festgestellt, wie häufig man auf Gastfreundschaft angewiesen sei. Umstände, die schon in der griechischen Mythologie Erwähnung fanden, für die sich Schwaderlapp interessiert. In diesen Geschichten sei die Göttin Hestia für den Erhalt des Herdfeuers verantwortlich, das als Sinnbild der Gastfreundschaft und Zusammenkunft stehe. „Vielleicht besteht der Sinn unseres unscheinbaren Dienstes ebenfalls darin, ein solches Feuer in Gang zu halten, in einer Gesellschaft, die es immer mehr vergisst“, so Tobias Schwaderlapp. „Gott brennt in uns allen, und es ist unsere Aufgabe, diese Botschaft in die Welt zu tragen.“

Gespräche als Ziel für die Zukunft

In seiner neuen Wirkungsstätte habe er bereits zahlreiche Gespräche führen können und wolle dies auch weiterhin tun, denn: „Ein Herz kann andere Herzen berühren.“ Dadurch solle die Flamme weiterhin leuchten und vielleicht in Zukunft sogar wieder ein wenig heller strahlen.