Im Express-Tempo saniertBrücken in Lommersum und Houverath wieder befahrbar

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Brücke in Lommersum

Die neue Brücke bei Lommersum hat laut Straßen NRW 4,8 Millionen Euro gekostet.

Weilerswist-Lommersum – „Wir können stolz sein, dass wir auf einer fertigen Brücke stehen. In Rheinland-Pfalz denkt man immer noch über die Auftragsvergabe nach“, sagte Thomas Echterhoff vom gleichnamigen Bauunternehmen, das für die Arbeiten an der L 181 in Lommersum verantwortlich zeichnet. Innerhalb von fünf Monaten hat das Unternehmen dort im Auftrag des Landesbetriebs Straßen NRW die 21 Meter lange Brücke über die Erft erneuert.

Seit Donnerstag ist die Brücke zwischen Lommersum und Derkum, die bei der Flut im Juli des vergangenen Jahres stark beschädigt worden war, wieder für den Verkehr freigegeben. Gleiches gilt seit Donnerstag auch für die Brücke an der L 497 bei Houverath, die die Firma Max Bögl ebenfalls in Rekordzeit erneuert hat.

Brücke in Houverath

NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes (2.v.r.) gab bei Houverath die Brücke über die L 497 frei.

NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes, die die Brücken im Rahmen ihrer sogenannten Tempo-Woche freigab, sagt: „Der Wiederaufbau der Verkehrsinfrastruktur ist hervorragend geglückt. Die Landesregierung setzt alles daran, dass Hilfe zügig ankommt und spürbar wirkt.“ Mehr Tempo bei Planung und Bau sei möglich, wenn man stärker auf modernste Technik mit ressourcensparenden Fertigbauteilen setze. „Niemals war es wichtiger, dass wir schneller werden bei Sanierung und Ersatzbau von Brücken und Straßen“, so Brandes.

Sechs Monate Bauzeit gespart

Um das Bauwerk über die Erft bei Lommersum schnell zu reparieren, wurde die Brücke in Fertigteilbauweise mit Hybridkappen gebaut. Mit der innovativen Expressbauweise konnte das Unternehmen Echterhoff nach eigenen Angaben den Bau deutlich beschleunigen und die Beeinträchtigung für den Verkehr und die Anwohner gering halten. „Wir haben etwa sechs Monate Bauzeit gespart“, berichtete Ingenieur Echterhoff.

„Innerhalb von nur acht Monaten haben wir sieben Brücken, die im vergangenen Sommer zerstört oder irreparabel beschädigt wurden, nach modernen Standards neu geplant und gebaut“, sagte Dr. Petra Beckefeld, Technische Direktorin des Landesbetriebs Straßen NRW: „Drei weitere befinden sich im Bau. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir auch mit der Bauausführung der übrigen fünf Bauwerke beginnen. Das ist eine großartige Leistung außerhalb der Norm.“ Das Hochwasser habe die Mitarbeiter des Straßenbetriebs vor große, teils ungeahnte Herausforderungen gestellt. Und sie hätten eindrucksvoll bewiesen, was durch den Abbau von Bürokratie und eine beschleunigte partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich sei.

Der CDU-Landtagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecher seiner Partei in Düsseldorf, Klaus Voussem, ergänzte: „Die Erfahrungen und die Erkenntnisgewinne aus solchen Projekten müssen wir für künftige Projekte nutzen.“

Flutbedingte Sperrungen aufgehoben

Von 220 Straßensperrungen nach der Unwetterkatastrophe in Zuständigkeit des Landes NRW sind nach Angaben des Verkehrsministeriums inzwischen 100 Prozent aufgehoben, es wird gebaut oder Sanierungen sind beauftragt beziehungsweise veranlasst.

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Das Verkehrsministerium setzte eine Taskforce Wiederaufbau ein. Die Beteiligten seien seitdem im Einsatz, um die Infrastruktur wieder instand zu setzen. Um schneller voranzukommen, habe das Land dafür gesorgt, dass Ersatzneubauten ohne weitere Genehmigungsverfahren und Umweltverträglichkeitsprüfungen umgesetzt werden können – selbst dann, wenn Anpassungen an aktuelle Standards erforderlich sind. Bis zu einem Volumen von 5,3 Millionen Euro konnten dem Land zufolge Aufträge nach einer Wirtschaftlichkeitsprüfung ohne Ausschreibungsverfahren direkt vergeben werden.

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