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AusstellungBurscheid würdigt Ernst Kunst zum 130. Geburtstag

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Im Kulturforum sind zahlreiche Büsten Ernst Kunsts ausgestellt.

Im Kulturforum sind zahlreiche Büsten Ernst Kunsts und Arbeiten seiner Frau, der Malerin Hildegard Kunst, ausgestellt.

Zahlreiche Werke Ernst Kunsts sind erstmals seit mehr als 45 Jahren wieder öffentlich ausgestellt.

Es war mehr als nur die Vernissage einer Kunstausstellung, was da am letzten Samstag im Mai im Kulturforum Burscheid begangen wurde: Zum 130. Geburtstag des Künstlers Ernst Kunst wurden die Kunstwerke zum ersten Mal seit Ende der 1970er-Jahre dem Publikum präsentiert. Ebenfalls Bestandteil der Ausstellung sind Werke seiner Frau, der Malerin Hildegard Kunst.

Es ist auch die erste Kunstausstellung im Kulturforum. Die Ansprachen von Bürgermeister Dirk Runge, dem Mitglied der Paul-Luchtenberg-Stiftung, Joachim Wirths, und von Michael Kunst, dem Sohn des Bildhauers, wurden in die klassischen Musikvorträge des Trompeters Antonio Villanueva und des Pianisten-Ehepaars Barbara und Heinz-Walter Florin eingebettet.

Michael Kunst gab einen eindrucksvollen Einblick in das Leben seines Vaters, der während der 1920er-Jahre studierte und dann Nazizeit und Zweiten Weltkrieg überlebte. Die Eindrücke dieser schweren Zeit prägten seine Kunst nachhaltig. Auch die Nachkriegszeit floss in seine Kunst ein. In den ausgestellten Bildern, von denen manche Titel wie „Der Tod“, „Angst“ und „Ratlosigkeit“ tragen, wird deutlich, wie sehr Kunst die Kriegsjahre in seinem Empfinden geprägt haben. Sein Werk ist eine Reflexion deutscher Geschichte, die er feinsinnig aufgriff und in seinen Werken der Nachwelt hinterließ.

Kunstwerke hängen an einer Wand.

Ernst Kunst schuf unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs auch Werke, die sich mit „Tod und Trauer“ und „Gefangenschaft“, so der Titel der beiden Arbeiten links, auseinandersetzten.

Die Exponate entstammen sowohl der Paul-Luchtenberg-Stiftung als auch dem Privatbesitz von Michael Kunst. Luchtenberg war ein früher Förderer Kunsts und erteilte ihm schon früh in seiner Bildhauerkarriere den Auftrag, einige Familienmitglieder in Büsten zu verewigen. Später holte er ihn dann nach Burscheid. Auch diese Büsten sind in der Ausstellung zu sehen. Ergänzt werden die Werke durch Informationsplakate rund um das Leben und die Werke des Künstlers und durch fotografische Abbildungen verschollener oder in alle Welt verstreuter Kunstwerke, wie der „Flötenspieler“ oder die Bronzestatue eines amerikanischen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg. Diesen „Doughboy“ fertigte Kunst 1946 für das amerikanische Hauptquartier in Berlin-Dahlem an. Ein Abguss des „Doughboy“ steht seit 1958 auf dem Gelände der US-Infanterieschule in Fort Benning, South Carolina. 

Michael Kunst und seine Frau Barbara Sasse-Kunst, die maßgeblich an den Ausstellungsvorbereitungen beteiligt war, verknüpfen mit der Ausstellung auch ein Ziel: Sie wollen das den Menschen fast in Vergessenheit geratene Andenken an den großen einheimischen Künstler wieder in Erinnerung bringen. „Diese Ausstellung hat einen starken Hintergrund und dass sie nicht so riesig ist, macht sie intensiver“, sagte Besucherin Doris Ortlinghaus. „Ich kannte den Künstler nicht, aber er hat mich sehr inspiriert.“ Die Ausstellung ist bis Sonntag, 14. Juni, zu sehen. Öffnungszeiten sind: Montag sowie Mittwoch bis Sonntag, 10.30 bis 12.30 Uhr und von 15 Uhr bis 19 Uhr.