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AusschussDrastische Preiserhöhung für den Probentarif im Kulturforum Burscheid

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Das KulturForum in Burscheid

Das Kulturforum in Burscheid zieht immer mehr Leute an.

Der Burscheider Kulturausschuss tagte am Dienstagabend im Rathaus und zog ein erstes Fazit zum neuen Kulturforum. 

Burscheid hat sich im vergangenen Jahr etwas gegönnt. Für eine Stadt mit etwa 19.000 Einwohnern ist das neue Kulturforum, das am 14. November 2025 an der Höhestraße eröffnet wurde, ein bemerkenswertes Projekt: Aus dem ehemaligen Haus der Kunst ist ein Kulturzentrum mit großem Saal, Bühne, Foyer und Steinway-Flügel geworden, betrieben von einem Trägerverein unter Vorsitz von Burscheids Bürgermeister Dirk Runge, geleitet von Kulturmanagerin Joanna Kischka. Und tatsächlich: Der Start war bemerkenswert. Das Eröffnungswochenende zog rund 1600 Besucher an. Seitdem kamen Konzerte, Kabarett, Tanzveranstaltungen, Theateraufführungen hinzu. Insgesamt zählte das Kulturforum im Jahr 2025 bereits über 3000 Besucher, im laufenden Jahr 2026 bis April knapp 3700.

Am Dienstagabend tagte der Kulturausschuss der Stadt Burscheid und beschäftigte sich mit der Entwicklung des Kulturforums. Die Mitglieder besprachen auch, inwiefern sich Kosten für den Kulturtempel verändern werden. „Wir haben festgestellt, dass manche Preise doch sehr niedrig angesetzt waren“, sagte Renate Bergfelder-Weiss, Vorstandsmitglied des Trägervereins, im Ausschuss. „Das hängt zum Teil auch mit den Bewirtschaftungskosten zusammen, die hoch sind.“ Kulturmanagerin Joanna Kischka, die wegen eines bereits lange vor der Sitzung geplanten Urlaubs verhindert war, hatte den Sachstandsbericht gemeinsam mit Bergfelder-Weiss vorbereitet.

Höhere Mietkosten für Proben

Der Grundpreis für den großen Saal bleibt bei 1000 Euro Miete pro Tag für kommerzielle Veranstalter, 500 Euro für gemeinnützige Vereine mit Sitz in Burscheid oder Wermelskirchen sowie vergleichbare Initiativen wie Schulen oder Kirchen – allerdings künftig auf maximal drei Termine pro Jahr begrenzt, um andere Nutzer nicht zu verdrängen. Neu hinzu kommen Nebenkosten für Heizung und Lüftung: 150 Euro pro Tag für kommerzielle Nutzer, 75 Euro für gemeinnützige Veranstalter. Wer nur das Foyer bucht, zahlt 75 beziehungsweise 35 Euro. Der Probentarif für Saal und Foyer wurde deutlich angehoben, um Betriebs- und Personalkosten aufzufangen. Auch Zusatzleistungen wie Bestuhlung, Küchennutzung und interne Dienstleistungen werden gesondert berechnet; externes Fachpersonal – etwa Techniker, Security oder Sanitäter – kann das Kulturmanagement auf Kosten des Veranstalters vermitteln.

Am deutlichsten schlägt dabei der neue Probentarif zu Buche: Die Stundenmiete für den großen Saal steigt von zwölf auf 150 Euro – wer zwei Stunden beispielsweise mit einem Chor üben will, zahlt künftig 300 statt 24 Euro. Für das Foyer allein werden statt bisher neun Euro nun 100 Euro pro Stunde fällig

Im Ausschuss wurde daher die Frage gestellt, ob eine Preiserhöhung mitten im laufenden Geschäftsjahr, gerade wo das Kulturforum die ersten sichtbare Erfolge verzeichnet, ein sinnvoller Zeitpunkt sei. Bürgermeister Runge sagte: „Die Kosten sind da. Die wussten wir vor der Eröffnung noch nicht. Es wäre ein bisschen fahrlässig, wenn wir das zu lange so defizitär laufen lassen.“ Das Haus werde defizitär bleiben – das sei völlig klar. Aber man könne das Minus etwas reduzieren.

AFD-Antrag wird abgelehnt

Die Betriebskosten für ein volles Jahr werden auf rund 104.000 Euro geschätzt – unter anderem für Strom, Gas, Reinigung, Versicherung, Abwasser und Abfallgebühren. Die laufenden Betriebskosten für das Jahr 2025 lagen fielen bei 27.300 Euro. Dazu kommen Personalkosten von rund 46.400 Euro sowie 17.350 Euro für Hausmeister,  Verwaltungsunterstützung und sonstige Verwaltungsarbeit. 

Einen Antrag der AfD behandelte der Ausschuss direkt zu Beginn: Die Fraktion hatte beantragt, Werbe- und Sponsoringmöglichkeiten für lokale Unternehmen zu prüfen – Sponsorenwände, Programmhefte, digitale Anzeigen, mögliche Einnahmen für die Stadt.

Der Ausschuss lehnte ab: Der Trägerverein prüfe das ohnehin laufend, Sponsoring gebe es bereits – und das Haus solle nicht mit Werbung überfrachtet werden. Der Kulturausschuss sprach dem Trägerverein am Ende der Sitzung ausdrücklich noch seinen Rückhalt und seine Unterstützung aus. Das Kulturforum sei auf einem guten Weg – und brauche vor allem eines: Zeit und Atem. „Die Menschen, die kommen, sind sehr zufrieden“, sagte Bürgermeister Runge.