Opladen – In 25 Stationen hat der Arbeitskreis Literatur Leverkusen die Geschichte des Bahnhofs Opladen im Wandel der Zeit dokumentiert. Die einzelnen Tafeln hängen bis einschließlich 8. Juli im Erdgeschoss des CBT-Wohnhauses Upladin.
Wie Olaf Bender vom Seniorenheim erklärt, wird die Ausstellung von den Bewohnern mit großem Interesse wahrgenommen. Zumal die Bilder aus der wechselvollen Geschichte ziehen in ihren Bann. Heinz Neumärker zum Beispiel hat verschiedene Szenen mit Zirkustruppen fotografiert, die auf dem Bahnhofsgelände Station machten. Darunter auch Bilder während des Collien-Gastspiels im Jahr 1955.
Der Leichlinger Eisenbahnhistoriker Kurt Kaiß, der tief geschürft hat, manches bislang unbeachtete Detail ans Licht brachte und die Ausstellung mit konzipierte, hielt im Saal des Seniorenheims nun seinen ersten von zwei Vorträgen. Der zweite folgt dort am Dienstag, 28. Juni, 19 Uhr.
Zu Glanzzeiten gab es fast 100 Gleise und das Gelände mit allen seinen Werkstätten und Gebäuden erstreckte sich auf zwei Kilometer Länge. Auch einen Garten gab es, was bei den Besuchern des Vortrags auf Begeisterung, aber auch ein bisschen Wehmut stieß. Denn die Bedeutung, die der Bahnhof Opladen zwischenzeitlich hatte, hat er offenbar unwiederbringlich verloren. Im Vortrag und der Ausstellung zeichnete Kaiß die Entwicklung vom mitunter explosionsartigen Ausbau bis zum Rückbau nach. 1915 hatte die Anlage die größte Ausdehnung, die Stadt Opladen lag mit der Bahn im ständigen Streit wegen der Umbauten. Anfänglich, als die Bahn im späten 19. Jahrhundert noch privat war, gab es sogar zwei Bahnhöfe. Nach der Verstaatlichung wurde einer zurückgebaut und auch Gleise wurden entfernt. Das war verfrüht, denn der Bedarf an Strecken war enorm. Geliefert wurde vor allem Kohle, hinaus gingen Kies und Sand. Aber auch der Personenverkehr florierte – unter bescheidenen Bedingungen, wie Kaiß dokumentierte.
Anfangs gab es nur plattgetretenen Boden anstelle eines Bahnsteigs. Nicht ungefährlich war das, doch die Bahn sparte. Zu sehen ist das auch an der Geschichte des ersten Empfangsgebäudes, das laut Kaiß, immer Flickwerk war. Es wurde angebaut und umgebaut und vor allem arbeiteten alle in einem anhaltenden Provisorium. Hartnäckig setzten sich die Opladener unter ihrem Bürgermeister Bruno Wiefel in den 50er- und 60er-Jahren für eine Neubau ein. Dieser kam zwar auch. Aber im vergangenen Jahr mussten das Empfangsgebäude sowie die Güterabfertigung der Verlegung der sogenannten Güterzugstrecke weichen.
Die heutigen Gleisanlagen sind überschaubar. Die Ausstellung indes erinnert an Opladen als Eisenbahnerstadt. Zu sehen ist die Ausstellung während der Öffnungszeiten von 10 bis 18 Uhr sowie an den Sonn- und Feiertagen.