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FeuerwehrchefLeverkusen ist so gefährlich wie Ludwigshafen, Frankfurt oder Duisburg

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Die Felder gegenüber Auf den Heunen betrachtet die Bauverwaltung als geeigneten Standort für eine neue Feuer- und Rettungswache. Foto: Ralf Krieger

Die Felder gegenüber Auf den Heunen betrachtet die Bauverwaltung als geeigneten Standort für eine neue Feuer- und Rettungswache. 

Die Feuerwehr machte im Rat Druck, dass alle Wachen wie geplant gebaut werden sollen.

Die Leverkusener Feuerwehr hält trotz der Haushaltskrise am Bau einer zweiten großen Feuerwache für Leverkusen an der Solinger Straße Auf den Heunen fest. Das sogenannte Interim im westlichen Teil der neuen Bahnstadt wird es zusätzlich geben, weil die Zustände in der jetzigen Opladener Feuerwache an der Kanalstraße den Feuerwehrleuten nicht mehr lange zugemutet werden könnten. Die hygienischen Zustände dokumentierte der Feuerwehrchef Thomas Kresse mit Fotos. Er und ein Kollege erläuterten in der vergangenen Ratssitzung den Stand der Planung am Ende des nicht öffentlichen Sitzungsteils. Dass die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde, erklärte Kresse damit, dass er in seinem Vortrag einen nicht veröffentlichungsreifen Entwurf der neuen Wache zeigte.

Es gebe mehrfach eindeutige Ratsbeschlüsse, dass die zweite Feuerwache zu bauen sei.

Es sei viel passiert in den vergangenen sechs Jahren, untermauerte Kresse seine Forderung nach der Feuerwache: Neben dem Hochwasser 2021 habe es in der Stadt mehrere Großeinsatzlagen gegeben, eine Energie-Mangellage, die Explosion in Bürrig.

Leverkusen lebe mit massiven Risiken, die Anforderungen hier seien vergleichbar mit den Großstädten Duisburg, Ludwigshafen und Frankfurt am Main.

Der Standort für die Interimswache in Opladen liegt am südlichen Zipfel der Bahnstadt-West neben der Europaallee. Der Fußweg dort ist noch nicht ausgebaut.  Foto: Ralf Krieger

Der Standort für die Interimswache in Opladen

Das werde sich im nächsten Brandschutzbedarfsplan widerspiegeln.

Der Feuerwehrchef findet: Die geplante Feuerwache auf den Heunen sei alternativlos. Sie sei taktisch und strategisch der geeignetste Standort, besser auch als der Standort am Raiffeisenmarkt, der womöglich irgendwann einmal als freigewordenes Grundstück der Stadt zur Verfügung stehen könnte.

In der ersten Planungsphase seien mehrere Gutachten erstellt worden. Im Sommer 2026 soll die Vorplanung für die technische Gebäudeausstattung fertig sein, im Oktober 2026 soll das Projekt dem Rat vorgestellt werden. Am Ende der ersten Planungsphase stehe eine Kostenschätzung. Ein Baubeschluss für Auf den Heunen könnte wenig später kommen.

Das Interim könne eine neue große Feuerwache nicht dauerhaft ersetzen, weil es zu klein sei. Auf den Heunen sei 26.000 Quadratmeter größer als das Interim, mit dem im Übrigen der Brandschutzbedarfsplan nicht erfüllt werden könne.

Für den Bau des Interimstandorts neben dem Raiffeisenmarkt gebe es einige Angebote. Die Feuerwehr macht Druck: Man müsse im bisherigen Takt weiterarbeiten, es dürfe keine Verzögerungen bei den Beschlüssen geben.

Interimssitz könnte 2028 stehen

Wesentliche Entwurfsidee für das Interim sei, dass das Gebäude selbst den Lärm der abfahrenden Feuerwehrfahrzeuge gegenüber der Wohnbebauung abschirmen soll.

Im Juni 2026 soll der Bauausschuss beschließen, im Juli könnte der Auftrag vergeben werden, fertig werden könnte das Interim Anfang 2028.

Nicht der Bau eines Interims hat viele Kritiker in der Stadt, sondern der geplante Bau einer zweiten großen Feuerwache, die vielen, auch Fachleuten, als zu groß dimensioniert erscheint. Nach Plan soll sie im November 2031 fertig sein. Der Besitzer einiger Grundstücke Auf den Heunen, der dort ansässige Bauer, hat nach wie vor seine Felder nicht verkauft. Ihn will die Stadt Leverkusen deshalb enteignen.