Die Auswertung für 2022 zeigt eine sehr positive Tendenz. Auch Monheim bleibt ein Hotspot für neue Firmen, geht aus einer Analyse von Creditreform hervor.
WirtschaftsstatistikLeverkusen ist regionaler Spitzenreiter bei Firmengründungen

Eine Erfolgsgeschichte ist der Handwerkerhof an der Stixchesstraße in Leverkusen.
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Creditreform Solingen hat analysiert, wie viele Unternehmen um die Großstädte Leverkusen, Solingen und Remscheid voriges Jahr neu gegründet oder beim Gewerbeamt abgemeldet oder gelöscht worden sind. Das Ergebnis: Gut 8000 Neuanmeldungen stehen etwa 6000 Löschungen und Gewerbe-Abmeldungen gegenüber. Insgesamt sind in den Städten der Region zum Jahresende 2022 also etwa 2000 Gewerbebetriebe mehr verzeichnet als vor Jahresfrist.
Dabei nimmt Leverkusen den Spitzenplatz ein. 2390 neuen Unternehmen stehen lediglich 1480 Abmeldungen und Löschungen gegenüber – damit ist ein positiver Saldo von 910 Neuexistenzen zu verzeichnen. Gut möglich, dass der niedrige Gewerbesteuer-Hebesatz dazu beigetragen hat. Remscheid und Solingen verzeichneten deutlich weniger Gründungsdynamik mit positiven Salden von 160 und lediglich 60 Unternehmen.
Auch Monheim bleibt dynamisch
Burscheid und Leichlingen, vor allem aber Langenfeld weisen nach den Zahlen von Creditreform ebenfalls ein deutliches Wachstum bei den Gründungen auf. Das gilt noch mehr für Monheim, das nach dem Urteil von Ole Kirschner, Geschäftsführer bei Creditreform in Solingen, neben Leverkusen in der Statistik besonders hervorsticht.
Betrachtet man die Wirtschaftssektoren, hat der Gründungsboom in der Baubranche voriges Jahr einen leichten Dämpfer erlitten: Nur noch sieben Prozent der neuen Unternehmen ist diesem Bereich zuzurechnen. Lieferprobleme und andere Effekte aus der Corona-Pandemie und dem Ukrainekrieg dürften das erklären. Auch in der Kapital-intensiven Industrie gab es weniger neue Unternehmen. Nach fünf ist der Anteil wieder auf vier Prozent zurückgegangen. Das entspricht dem Mittelwert der Jahre davor. Daraus ergibt sich ein erneut größerer Dienstleistungssektor. 74 Prozent aller neuen Unternehmen gehören zu diesem Segment, während sich der Anteil des Handels um einen Punkt auf 15 Prozent verringert hat.
Weniger Pleiten – aber das muss nicht so bleiben
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist in der Region weiter um beinahe fünf Prozent zurückgegangen. Im Bundesgebiet hat die Zahl der Firmenzusammenbrüche dagegen erstmals seit Jahren wieder zugenommen, nämlich um vier Prozent. Für das Gebiet um Leverkusen, Solingen und Remscheid sind für 2022 insgesamt 162 unternehmerische Insolvenzverfahren verzeichnet. Im Vorjahr waren es 170 Verfahren – das ist der erwähnte Rückgang, genau um 4,7 Prozent.
Den wirtschaftlichen Schaden, der voriges Jahr in der Region durch die Unternehmensinsolvenzen entstanden ist, beziffert Creditreform Solingen mit etwa 100 Millionen Euro beziffert. Etwa 1100 Menschen haben nach den Zahlen durch die Insolvenz ihres Unternehmens ihren Arbeitsplatz verloren oder müssen darum bangen.
Ole Kirschner mahnt aber: „Die in der Region weiter gesunkenen Insolvenzzahlen sollten kritisch betrachtet werden, was auch die bundesweiten Insolvenzzahlen signalisieren.“ Zumal die äußeren Faktoren auch in der Region gelten: „Rohstoffmangel, stark gestiegene Bezugspreise und Fachkräftemangel – die Rahmenbedingungen bleiben schwierig.“ Wie schnell diese externen Effekte wirken können, zeigt gerade der Fall Bäro.
