Die Eigentümer des Gebäudes aus den 1930er Jahren informierten die städtischen Denkmalschützer nicht.
Leverkusener BaudenkmalFrüheres Kriegerehrenheim in Küppersteg ohne Genehmigung renoviert

Im Vorgarten des ehemaligen Kriegerehrenheims liegen Baumaterialien, der Gebäudeteil steht leer.
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Eigentümer in dem ehemaligen Kriegerehrenheim der Stadt in Küppersteg haben das Baudenkmal an der Ecke Windthorststraße/Am Neuenhof bei Renovierungsarbeiten verändert. Das war nicht genehmigt und es kam durch eine Anfrage des „Leverkusener Anzeiger“ zutage.

Der Schriftzug an der Fassade
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In einem der Vorgärten des historischen Gebäudes lagen dieser Tage Reste von Baumaterialien, Paletten, Eimer und große Plastiksäcke mit Müll. Eine der vier nebeneinander liegenden Wohneinheiten ist derzeit unbewohnt. Auf die Frage, was die Leverkusener Denkmalschützer zu den offensichtlich im Kriegerehrenheim stattfindenden Arbeiten sagen können, teilte die Stadt mit, die Bauaufsicht habe eines der Objekte aufgrund der Anfrage geprüft. Und weiter: „Dabei wurden bisher nicht abgestimmte und durch denkmalrechtliche Erlaubnis legitimierte Veränderungen festgestellt. So wurden unter anderem der Grundriss im Erdgeschoss verändert und originale Bestandteile der Innenausstattung entfernt.“
Näher wollte sich die Stadt zu der im Haus vorgefundenen Situation nicht äußern. Womöglich wurden jedoch im Innern des Hauses Zimmertrennwände versetzt oder ganz herausgenommen. Der original erhaltene Grundriss des Gebäudes sowie weitere historische Details der Innenausstattung waren Argumente für die Einordnung des Gebäudes als Baudenkmal der Stadt und den Eintrag in die Denkmalliste im Jahr 2004. Türblätter aus den 1930er Jahren oder Nadelholzsockelleisten, mit denen der Übergang von den Nadelholzdielen zu den Wänden gestaltet ist, waren etwa ausschlaggebende Details für die Denkmalschützer.

Die grünen Eingangstüren haben ein zentrales Glaselement, das mit anthrazitfarbenem Stahl geschützt ist. Die Eingänge sind mit dunkelroten Ziegeln eingefasst.
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Die Untere Denkmalbehörde hat nun Kontakt mit den Eigentümern des betreffenden Hausteils aufgenommen. Dem Vernehmen nach ist dieser Teil vor nicht allzu langer Zeit veräußert worden. Die Mitarbeitenden der Bauaufsicht prüfen den Umfang der Veränderungen und entscheiden dann, wie sie weiter einschreiten.
Die städtische Sprecherin Ariane Czerwon schreibt dazu: „In Frage kommen in solchen Fällen zum Beispiel die nachträgliche Genehmigung ohnehin grundsätzlich genehmigungsfähiger Maßnahmen (zum Beispiel Erneuern von Innenputz oder Elektroinstallation), aber auch Auflagen zum Rückbau bestimmter Veränderungen entsprechend dem historischen Vorbild. Je nach Schwere der Veränderungen können nach dem Denkmalschutzgesetz NRW auch Bußgelder von bis zu 500.000 Euro verhängt werden.“
Die Stadt weist darauf hin, dass Privatleute, die ein Baudenkmal erwerben, nach dem Kauf über ihre Rechte und Pflichten auf Basis des Denkmalschutzgesetzes Nordrhein-Westfalens informiert werden. Nach dem Verkauf eines Baudenkmals müssen der frühere und der neue Eigentümer den Eigentumswechsel binnen eines Monats den städtischen Denkmalschützern mitteilen.
Eines der ersten Bauprojekte der neuen Stadt Leverkusen
Das ehemalige Kriegerehrenheim war eine Art tätiges Bekenntnis der jungen Stadt Leverkusen zu ihrer sozialen Verantwortung. Im Baustil setzt es sich bis hin zur für den Schriftzug gewählten Schrifttype in seiner betont nüchternen Sachlichkeit ab von der historisierenden Architektur der Kaiserzeit.
Anstelle eines Kriegerehrenmals, wie es Bergisch Neukirchen oder in Lützenkirchen bauen ließ, beschloss die Stadt, vier Wohnungen zu bauen, in die Familien von Kriegsversehrten und getöteten Soldaten einziehen sollten.

Das Kriegerehrenheim der Stadt kurz nach seiner Fertigstellung 1931: Deutlich zu erkennen sind die Holzsprossenfenster, die irgendwann durch Kunststoffrahmenfenster ersetzt wurden.
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Der Ort wurde sorgfältig ausgewählt: Wilhelm Fähler, bis 1930 Gemeindebaumeister von Wiesdorf und dann städtischer Architekt, konzipierte das Reihenhaus mit den vier Wohneinheiten gewissermaßen als Visitenkarte für die Küppersteger Siedlung Neuenhof, die gerade im Entstehen war: „Das Kriegerehrenheim betont als querstehendes Solitärgebäude die Eingangssituation in diese Siedlung“, heißt es dazu vom Opladener Geschichtsverein anlässlich des Geschichtsfestes 2020. Als es gebaut wurde, gab es den Europaring natürlich noch nicht. Damals gehörte der Bau zu den wichtigen Denkmälern, die auf einer Stadtrundfahrt angesteuert wurden. Das Kriegerehrenheim war eines der ersten Bauprojekte der gerade erst entstandenen Stadt Leverkusen.
Auf den Tag genau ein Jahr nach ihrer Gründung, am 1. April 1931, zogen vier Familien in die vier Wohnungen ein. Das Gebäude blieb bis Anfang der 2000er Jahre in öffentlichem Besitz. In den Jahren 2003 bis 2005 wurde es saniert und an Privat verkauft. (ps)