Knapp 200 Menschen leben derzeit in Leverkusen, die keine Wohnung haben und in Einrichtungen der Stadt und des Caritasverbands untergebracht sind. 36 Plätze für alleinstehende Erwachsene gibt es in der Notschlafstelle an der Schießbergstraße. Im Tagestreff nebenan können Menschen ohne feste Wohnung duschen, waschen oder sich beraten lassen.
Seit 2014 gibt es bei der Caritas die Wohnraumvermittlungsstelle der Wohnungslosenhilfe, die Betroffenen dabei helfen soll, eine neue Bleibe zu finden. In einem Aufruf auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum wendet sich die Caritas jetzt an Vermieterinnen und Vermieter.
Man sei immer auf der Suche nach Wohnungen unterschiedlicher Größen in Leverkusen. Jens Michels arbeitet bei der Wohnraumvermittlungsstelle. Er sagt: „Unser Ziel ist eine langfristige Wohnperspektive und ein unkompliziertes und sicheres Mietverhältnis für alle.“ Einfacher ist es sicher nicht geworden, dieses Ziel zu erreichen in Zeiten, in denen Mieten immer weiter steigen.
Lage ist nicht einfacher geworden
Das bestätigt auch Caritas-Direktor Carsten Wellbrock: „Bereits seit längerer Zeit ist es schwierig, geeignete Wohnungen zu finden.“ Und die Not werde größer, deshalb sei es ein Anliegen der Caritas, die Menschen bestmöglich zu unterstützen.
Und dabei ist der Sozialverband wieder auf die Vermieterinnen und Vermieter angewiesen. „Wer eine Wohnung zu vermieten hat, meldet sich bei uns und gibt die wichtigsten Daten durch. Wir schlagen Personen vor, die als Mieter in Frage kommen. Der Vermieter trifft eine Entscheidung und wir begleiten den Prozess der Anmietung“, sagt Kerstin Rosprich von der Wohnraumvermittlungsstelle über das Prozedere.
Für die Wohnungslosen gehe es darum, über die Vermittlung einer bezahlbaren Wohnung eine Perspektive zu bekommen. Stefanie Strieder von der Caritas-Wohnungslosenhilfe erklärt: „Gleichzeitig gibt es Vorteile für Vermieter, denn wir klären die Sicherung der monatlichen Zahlung und kümmern uns, wenn es Schwierigkeiten gibt.“ So hätten alle was davon, findet die Caritas: keine Kosten für die Vermieter, kein Ansturm bei Besichtigungsterminen, keine lästigen Anzeigenschaltungen.
Zur Begrifflichkeit: Wer wohnungslos ist, lebt nicht zwangsläufig auf der Straße. Gemeint sind auch Menschen, die zum Beispiel vorübergehend bei Freunden oder Verwandten unterkommen oder wie die genannten 195 in Einrichtungen der Stadt und von sozialen Einrichtungen wie der Caritas leben. Obdachlos sind dagegen Menschen, die gar keine Unterkunft haben.
Wer eine Wohnung vermieten möchte, soll sich bei der Caritas melden: Caritasverband Leverkusen, Wohnraumvermittlung, Schulstraße 36 in Wiesdorf. Jens Michels ist unter 0214/85542812 und Kerstin Rosprich unter 0214/85542813 zu erreichen. Die E-Mail-Adresse lautet: wohnraumvermittlung@caritas-leverkusen.de.

